Im Fahrstuhl eingesperrt: Literaturgespräche bis die Feuerwehr kommt

Buchhändlerin Sigrid Hollmann-Guin saß im Fahrstuhl fest,, hatte aber gute Unterhaltung.
Ingrid Sontheimer-GrimmFolgendes hat sich ereignet: Nach dem Lese– und Gesprächskreis des Bürgervereins Bieselheide konnte die Buchhändlerin Sigrid Hollmann–Guin im Erdgeschoss den Fahrstuhl nicht verlassen, weil die Tür verschlossen blieb und sich auch von außen nicht öffnen ließ. „Sie bewahrte Ruhe und alarmierte über den Notruf die technische Hilfe“, schildert Grimm. Der Notdienst habe sich über die Sprechanlage erkundigt, ob alles in Ordnung sei oder der Rettungsdienst informiert werden müsste. Die Eingeschlossene verneinte letztere Frage. „Ich wüsste gern, wie lange das jetzt dauert. Sonst wär ‚ne Toilette ganz schön!“, sagte sie dann.
Während der folgenden Wartezeit unterhielt sich Grimm durch den Spalt der Fahrstuhltür „über das unangepasste Leben der westfälischen Dichterin Annette von Droste–Hülshoff“. Das Literaturgespräch im geschlossenen Raum endete, als die Freiwillige Feuerwehr Schönfließ mit Martinshorn eintraf und die Fahrstuhltür binnen weniger Minuten öffnete. „Erleichtert bedankte sich die wackere Seniorin mit Handschlag bei der Feuerwehrleuten für den Einsatz“, berichtet Grimm.
„Auf dem Heimweg durch das Wohngebiet zu ihrer Wohnung konnten wir unsere literarische Unterhaltung fortsetzen. Nicht jeder hätte eine Dreiviertelstunde im Fahrstuhl so locker weggesteckt!“, zollte der Lokalpolitiker der Schönfließerin Respekt.
