Initiative für Klimaschutz
: Schüler demonstrieren mit Erlaubnis des Schuldirektors

In Glienicke haben sich Gymnasiasten am Freitag an den weltweiten Demos für mehr Klimaschutz beteiligt – der Schuldirektor ließ sie gehen.
Von
Jürgen Liebezeit
Glienicke
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Ganz legal: In Glienicke gingen Gymnasiasten am Freitag für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Uwe Klein

Wenn Schüler aus Eigeninitiative eine Demonstration gegen den Klimawandel organisieren und durchführen, ist das für Joachim Bork, Leiter des Neuen Gymnasiums in Glienicke, ein Lehrbeispiel für Demokratiebildung und gegen Politikverdrossenheit. Deshalb hat er die Kundgebung, an der am Freitag in den ersten beiden Unterrichtsstunden mehr als 400 Jugendliche teilgenommen haben, ausnahmsweise erlaubt. „Das Thema geht uns doch alle an“, sagte er. Er machte den Jugendlichen aber auch klar, dass regelmäßiges Demonstrieren während der Schulzeit nicht infrage kommt. „Was nützt es, die Welt zu retten, wenn die Schülerinnen und Schüler nichts lernen?“ Pünktlich nach der zweiten Stunde seien alle wieder in der Schule gewesen.

„Es entscheidet sich, ob unsere Generation noch auf einem lebenswerten Planeten leben kann“, heißt es in dem Aufruf der Glienicker Schülerschaft. „Jeder Tag, an dem nichts geschieht, ist gegen unser Interesse, eine wirkliche Zukunft zu haben.“

Bundesweit finden derzeit jeden Freitag während der Schulzeit Demonstrationen von Schülern statt, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und gegen das Nichthandeln der Politiker zu protestieren. Viele Jugendliche aus Oberhavel machen sich dann auf den Weg nach Berlin. Sie bekommen aber Probleme an ihren Schulen, weil das Fernblieben als unentschuldigtes Schwänzen gewertet wird.

Wer dem Aufruf der Glienicker Schülervertretung am Freitag nicht folgen wollte, konnte regulär zum Unterricht gehen. Etwa hundert Mädchen und Jungen sind am Freitag in der Schule geblieben oder waren krank.

Die Kundgebung wurde von Lehrern der Schule, die frei hatten, als Privatpersonen und Ordner begleitet. Auch einige Lokalpolitiker waren vor Ort. Unterwegs haben die Gymnasiasten von Glienicker Einwohnern Applaus für ihren Protest bekommen. „Das ist doch ein super Feedback“, so Schulleiter Bork.