Inklusion: Fußball ohne Grenzen

Gegner nur auf dem Fußballplatz: Heiko Parpat von den Glüxrittern, Denisa Baese vom FSV Forst Borgsdorf und Marcel Krüger vom Ooranienburger FC III
Daria DoerDer 2016 in Oranienburg gegründete gemeinnützige Verein „Glüxritter“ hatte keine Mühe, Teilnehmer für das Turnier zu finden, um sein Anliegen bekannter zu machen. „Wir wollen Kindern mit Down-Syndrom und ihren Eltern ein Gesicht und eine Stimme geben“, sagt Mareike Blume, die den Verein als Eltern-Kind-Treff gegründet hat.
Mit dem Cup zeigen die Glüxritter, wie Inklusion funktionieren kann. Hier spielen Mannschaften wie der Oranienburger FC III, die Mannschaft der Caritas Oranienburg, die in der Landesliga des Behindertenverbandes Brandenburg führt, Freizeitmannschaften wie „Fischis and friends“, die Frauenmannschaft des FSV Borgsdorf, die Firmenmannschaft von Takeda, ein Team der Polizei Oranienburg und natürlich die Glüxritter selbst. „Die haben alle ihre eigenen Ligen, würden sich sonst nie auf dem Fußballplatz begegnen und treiben hier doch ernsthaft Sport miteinander“, sagt der zweite Vorsitzende Martin Lenarth.
Nach der Eröffnung durch die Cheerleader des TSV Wittenau beginnen die 20 Spiele der Vorrunde. Mathias Wagner, der wegen einer gebrochenen Hand nicht bei der Caritas-Werkstatt St. Johannesberg mitspielen kann, schaut gebannt zu: „Hier sieht man Spielfreude, Spaß und kann sein Können beweisen“, sagt er. Für seinen Trainer Johannes Falke ist das Turnier der Brandenburgischen Landesliga im Behindertensport am 8. Februar wichtiger: „Schließlich sind wir Titelverteidiger und halten dort seit zwei Jahren den ersten Platz“. Aber er freut sich dennoch über jedes Tor seiner Mannschaft. Andreas Kols von der Polizei Oranienburg findet, das Menschliche tritt hier gegenüber dem Sport in den Vordergrund. Dem stimmt Denisa Baese zu. Sie spielt seit 2013 in der Frauenmannschaft des FSV Borgsdorf: „Dieses Turnier ist etwas Besonderes. Man kennt sich, versteht sich und hat Spaß miteinander. Für die jungen Frauen ist die Thematik Behindertensport ganz neu. Hier verschwinden Berührungsängste.“ Trotzdem wird auf dem Spielfeld hart gekämpft und schnell gespielt.
In den Spielpausen lassen sich nicht nur die zahlreichen Kinder vom Rahmenprogramm, das viele Kooperationspartner ehrenamtlich und freiwillig gestalten, verführen.
Neben dem Sport erinnert der 3. Glüxritter-Cup auch ein wenig an ein Familienfest. Es geht bunt und laut zu, immer wieder werden die Gewinner der Tombola ausgerufen. Martin Lenarth freut sich über den Beweis, dass sich so verschiedene Mannschaften miteinander messen können, ohne dass jemand benachteiligt ist.
Um 20 Uhr endet das Turnier, die Sieger stehen fest. Gewonnen hat die Mannschaft Takeda, den zweiten Platz belegt die Polizei Oranienburg und die Glüxritter selbst erkämpfen sich einen dritten Platz.
An diesem Nachmittag wurde eingelöst, was sich Alexander Pläp, der als Jobcoach bei der Caritas arbeitet, für den Alltag wünscht: „Die Verknüpfung von Menschen mit und ohne Behinderung und noch mehr öffentliches Interesse für solche Veranstaltungen.“