Kabel defekt: 7000 Einwohner am Dienstagabend nach Netzstörung ohne Strom

Zahlreiche Stromzähler in den S-Bahn-Gemeinden standen am Dienstagabend still. Es kam zum Stromausfall.
Jan WoitasDie erste Störung umfasste ab 19.52 Uhr Teile von Birkenwerder und Hohen Neuendorf. Die Einsatzkräfte des Versorgers waren unverzüglich vor Ort, um die Störung zu beheben. „Die Stromversorgung wurde durch Umschaltmaßnahmen sukzessive wiederhergestellt. Schritt für Schritt konnten die Kunden wieder mit Strom versorgt werden“, so Fox. Etwa 2 000 Personen waren in den beiden Orten betroffen. Um 22 01 Uhr seien dann auch die letzten vom Ausfall betroffenen Kunden wieder am Netz gewesen, teilte Fox mit..
Weil es sich um eine unterirdische Mittelspannungsstörung handelte, musste Spezialtechnik angefordert werden. Gebraucht wurde ein Kabel-Messwagen. „Nach umfangreichen Messungen konnten unsere Monteure dann die Schadstelle an der Hohen Neuendorfer Ecke Bästlein-/Birkenwerderstraße genau verorten. Als Ursache gehen wir von einer Vorbeschädigung durch Dritte aus. Häufig ist es so, dass im Zuge von Tiefbauarbeiten durch Drittfirmen unterirdische Leitungen beschädigt werden. Dabei genügt oft ein leichtes Ankratzen der Isolierung, wodurch dann im Laufe der Zeit Feuchtigkeit ins Kabel eindringt und einen Kurzschluss auslöst“, erklärte Fox.
Zeitgleich kam es am Dienstagabend zu einer zweiten Störung in Schildow im Bereich Schönfließ, Glienicke-Nord und Schildow. Auch dort wurden umgehend die Leitungen so umgeschaltet, dass um 21.45 Uhr alle betroffenen Kunden – hier waren es etwa 5 000 Personen – wieder am Netz waren.
Die genaue Ursache für diese Störung konnte die Edis am Mittwoch noch nicht benennen, da das betroffene Mittelspannungskabel in der Bergfelder Hochwaldallee,Ecke Seestraße noch untersucht werde. Die Reparaturen an beiden Stellen erfolgen zeitnah. Edis bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten.
In den sozialen Netzwerken sorgte der Stromausfall am Dienstagabend für große Aufmerksamkeit. Viele beschwerten sich, dass sie das Fußballspiel Schalke 04 gegen Bayern München nicht sehen konnten. „Wir hatten pünktlich zum Tor der Bayern wieder Strom“, berichtete Glienickes Bürgermeister Hans-Günther Oberlack (FDP).
Bürgermeister hilft Mutter
Einen besonderen Einsatz hatte Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF), der am Abend an der Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses im Rathaus teilnahm. Über Facebook bekam er mit, dass eine Mutter dringend Hilfe brauchte, weil ihr Sohn durch eine Maschine beatmet wird. Das Gerät wird mit Strom betrieben und kann für einige Zeit einen Ausfall durch Akku-Betrieb überbrücken. Da unklar war, wie lange der Strom weg ist, organisierte Zimniok von der Feuerwehr einen Stromgenerator, den er der Mutter am Abend brachte und anschloss. Die Kameraden der Feuerwehr konnten den Einsatz nicht übernehmen, da sie schon zu einem anderen Notfall gerufen worden waren. „Das ist Bürgerpflicht, zu helfen“, kommentierte Zimniok, der sich selber ein „Helfersyndrom“ attestierte. „Da haben mich 20 Jahre Polizeiarbeit geprägt.“
