Kaffee in Brandenburg
: Welche Röstereien die verrücktesten Ideen haben

Guten Kaffee gibt es vielerorts in Brandenburg. Aber welche Röstereien haben wirklich außergewöhnliche Einfälle?
Von
Elisabeth Voigt,
Sandra Ketterer
Frankfurt (Oder)/Schmachtenhagen
Kalte Kaffeegetränke Waldstadtrösterei Eberswalde

Ob Espresso Tonic (vorne) oder Cold Brew (hinten) – die Kundinnen und Kunden der Waldstadtrösterei in Eberswalde erwarten immer etwas Neues.

Elisabeth Voigt
  • Brandenburgs Röstereien bieten innovative Kaffee-Ideen für Enthusiasten.
  • Maisto Caffé in Schmachtenhagen röstet dunkel und setzt auf co-fermentierte Bohnen.
  • Waldstadtrösterei in Eberswalde serviert Espresso Tonic und braut ein Cauca Coffee Ale.
  • Markt 15 in Senftenberg kreierte den Fünf-Seen-Kaffee aus fünf Arabica-Sorten.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wer Wert auf wirklich guten Kaffee legt, sollte ihn in einer Rösterei kaufen. Denn dort arbeiten oft Kaffee-Enthusiasten, die sich mit dem Handwerk des Röstens auskennen und beste Bohnen verwenden. Hervorragender Kaffee ist daher inzwischen vielerorts in Brandenburg zu finden. Aber wo gibt es die verrücktesten Innovationen für diejenigen, die von Kaffee nicht genug bekommen können?

In unserem Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden!“ haben wir, die Food-Reporterinnen Elisabeth Voigt und Sandra Ketterer, Röster Nico Maisto zu Gast.

Er erzählt uns von Kaffeebohnen, die zusammen mit Erdbeeren fermentiert wurden und so deren Aroma annehmen. Wie alle sogenannten „co-fermentierten“ Kaffees. Einen Begriff, den wir trotz wachsendem Kaffee-Wissen vorher noch nicht gehört hatten.

Maisto betreibt die Rösterei Maisto Caffé in Schmachtenhagen, einem Ortsteil von Oranienburg, die neapolitanische Experten zu einer der drei Top-Röstereien Deutschlands gekürt haben. Unter anderem wegen der ungewöhnlich dunklen, italienischen Röstung seiner Kaffees für Espresso.

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Kaffee, der Anklänge von Bergamotte hat

Als besondere Spezialität schenkt Maisto aber auch Filterkaffee aus – diesen allerdings aus Sorten mit floralen und fruchtigen Noten, denn gefilterter Kaffee schmeckt zarter und ähnelt darin eher einem Tee.

Nico Maisto klagt nicht über Personalmangel, warum das so ist.

Nico Maisto hat co-fermentierte Kaffeebohnen, die ohne künstliche Zutaten, beim Fermentieren zusätzliche Aromen annehmen.

Elisabeth Voigt

Der teuerste Kaffee, den Maisto in seiner Rösterei verkauft, ist der Geisha-Kaffee aus Kolumbien. Er kostet 300 bis 600 Euro das Kilo und schmeckt so gut, dass auch die erfahrene Food-Reporterin vom Stuhl aufsteht, weil sie nicht mehr weiß, wohin mit sich. Geisha-Kaffee ist bekannt für ein komplexes, nuancenreiches Geschmacksprofil mit Anklängen von Jasmin, Bergamotte und tropischen Früchten.

Der Kaffee hat eine deutliche Süße, ohne dass Zucker im Spiel ist, und eine lebendige Säure. Ganz besonders ist auch das seidige Gefühl, das er auf der Zunge hinterlässt. Für den Anbau sind besondere Temperaturen in ausgewiesenen Höhenlagen erforderlich. Das führt zu geringen Erträgen und einem entsprechend hohen Preis.

Maisto Caffé, Am Dorfanger 6, 16516 Oranienburg

Kunden in Eberswalde erwarten etwas Neues

„Wir sind auf Kaffee spezialisiert – deswegen erwarten die Kunden immer wieder etwas Neues von uns“, erklärt Zsombor Kozma, Röster, Barista und Inhaber der Waldstadtrösterei in Eberswalde. Zuletzt stand ein „Espresso Tonic“ auf der Karte. Der tiefschwarze Kaffee mit dem großen Eiswürfel schwebt im Glas über klarem, durchsichtigem Tonic Water. „Das Getränk erinnert an Gin Tonic“, erklärt Kozma. „Aber anders als der ist Espresso Tonic ein alkoholfreier Longdrink. Es geht bei ihm um das Spiel mit den verschiedenen Bitterstoffen des Tonics und des Kaffees.“

Auch ein neues Kaffee-Bier hat die Rösterei zusammen mit dem Barnimer Brauhaus in Niederfinow kreiert. Schon zum dritten Mal hatte das Brauhaus die Idee zu einem Bier, dem im Laufe des Brauprozesses Kaffee hinzugefügt wird.

Nora von Billerbeck schenkt das Kaffee-Bier aus Niederfinow aus.

Nora von Billerbeck vom Barnimer Brauhaus in Niederfinow schenkt das Kaffee-Bier aus Niederfinow aus.

Elisabeth Voigt

Das „Cauca Coffee Ale“ ist rotbraun. Dieses vollmundige und gleichzeitig fruchtige Bier erinnert an Karamell, Schokolade und Orangen. „Es ist ein Pale Ale, also ein obergäriges Bier“, erzählt Nora von Billerbeck vom Barnimer Brauhaus. „Helles, hopfiges Bier mit Kaffee zu kombinieren, ist sehr ungewöhnlich – oft werden eher die Röstaromen malziger Biersorten mit Kaffee gepaart“, erklärt sie.

Waldstadtrösterei, Eisenbahnstraße 7, 16225 Eberswalde

Fünf-Seen-Kaffee aus Senftenberg

Seit Sommer 2026 sind fünf Seen des Lausitzer Seenlandes schiffbar miteinander verbunden. Als der Tourismusverband Lausitzer Seenland aus diesem Anlass bei Rösterei-Betreiber Martin Hengst von Markt 15 in Senftenberg anfragte, ob er sich als regionaler Produzent etwas einfallen lassen könne, musste der nicht lange überlegen.

Martin Hengst, Chef Kaffeerösterei Senftenberg Markt 15, 11.10.2024, vor der neuen Röstanlage im Gewerbegebiet

Martin Hengst, Chef Kaffeerösterei Senftenberg Markt 15, hat sich den Blend aus fünf verschiedenen Bohnensorten einfallen lassen.

Sandra Ketterer

Die Idee des „Fünf-Seen-Kaffees“ war schnell geboren. Die Mischung soll für die schiffbar verbundenen Seen stehen. „Fünf Seen, fünf Bohnen – das hat einfach gepasst“, sagt Martin Hengst.

Mehrere Monate arbeitete der Röster an der Mischung. Verschiedene Mengenverhältnisse wurden ausprobiert, bis das Ergebnis stimmte. Herausgekommen ist ein Blend aus fünf Arabica-Sorten aus Brasilien, Äthiopien, Mexiko, Kenia und Kolumbien.

Rösterei Markt 15, Markt 15, 01968 Senftenberg