So soll ab 2020 ein kompletter Zug aus fünf Tanklöschfahrzeugen (TLF 4000) zur Brandbekämpfung angeschafft werden. Dazu gehört zudem ein Kommando-Fahrzeug. Aktuell gehen die Planer davon aus, dass die Kosten für den Landkreis bei 925 000 Euro liegen. Ob es bei der Summe bleibt, ist nicht sicher, da unklar ist, wie hoch die Förderung des Landes Brandenburg dafür sein wird. Das geht aus einer aktuellen Beschlussvorlage aus dem Ordnungsdezernat IV von Matthias Rink (CDU) hervor.
Überdurchschnittlich gefordert
"Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich spürbar und die sich ableitenden Folgen für die Feuerwehr in den vergangenen Jahren sind deutlich zu Tage getreten", heißt es in der Beschlussbegründung. So sei nicht nur das Einsatzaufkommen stetig gestiegen, auch Dauer und Aufwendungen für die Einsätze hätten "ein bisher nicht gekanntes Maß erreicht". Als Klimafolgen führt das Dezernat die Unwetter (Starkregen und Stürme) im Jahr 2017 an, die die Feuerwehren im gesamten Landkreis "überdurchschnittlich forderten". Gleiches gelte für die lang anhaltende Trockenheit von 2018 und 2019. Vor allem die Waldbrand-Bekämpfung habe die Feuerwehren im Kreis Oberhavel und im ganzen Land gefordert. Mehrere Großbrände mit hunderten vernichteter Hektar Wald besonders im Süden des Landes, mussten durch die Feuerwehren  bekämpft werden. Die Katastrophenschutz-Einheit aus Oberhavel war innerhalb eines Jahres sechs Mal außerhalb Oberhavels im Einsatz: in Fichtenwalde, Treuenbrietzen und in der Lieberoser Heide (siehe Hintergrund).
Ungleich verteilt
Die neuen TLF 4000 sollen aber nicht nur bei großen Bränden zum Einsatz kommen, sondern auch zu alltäglichen Einsätzen der Feuerwachen ausrücken. Aus der Beschlussvorlage geht hervor, dass die Löschfahrzeuge vorrangig im Norden  Oberhavels stationiert sein sollen. Aktuell gebe es eine ungleiche Verteilung von großen Löschfahrzeugen der Feuerwehr. Südlich der Linie Kremmen – Oranienburg gebe es 16 Tanklöschfahrzeuge, nördlich davon 13, wovon fünf teils erheblich älter als 20 Jahre alt sind.
Um auf das veränderte Gefahrenrisiko durch den Klimawandel zu reagieren, soll die Brandschutzeinheit erweitert werden. Die drei Züge, die in Zehdenick, Birkenwerder und Oranienburg stationiert sind, sollen in der festgelegten Struktur und Besetzung unverändert bleiben.

Löscheinsätze in Brandenburg


Die Katastrophenschutzeinheiten aus Oberhavel waren in den vergangenen zwei Jahren häufig außerhalb des Landkreises für die Waldbrandbekämpfung im Einsatz.

So rückten Feuerwehren zum Beispiel vom 27. bis 28. Juli 2019 nach Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark) aus. Vom 23. bis 28. August 2018 halfen sie in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). Vom 6. bis 7. Juni sowie vom 29. bis 30. Juni 2019 brannte es in der Lieberoser Heide und einige Oberhaveler Einsatzkräfte waren wieder im Einsatz. bu