Der Ausstieg aus der Atomenergie sei beschlossene Sache, bemerkt der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann aus Oranienburg. Dem SPD-Politiker ist klar, „dass ein Standort gefunden werden muss, an dem der strahlende Atommüll sicher gelagert werden kann“. Seine Forderung formulierte er in einer Pressemitteilung: „Das Auswahlverfahren für ein Endlager muss so transparent wie möglich sein und muss unter aktiver Bürgerbeteiligung erfolgen.“

Geeignete Flächen in Oberhavel

Lüttmann erinnert daran, dass auch weite Flächen in Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz zu potenziell geeigneten Flächen für ein Endlager für radioaktive Abfälle zählen. Gesteuert werde das Auswahlverfahren durch den Bund, der auch die Entscheidung über den Standort trifft. „Öffentliche Fachkonferenzen zur Standortsuche bieten jedoch Möglichkeiten zum Mitmachen, Mitdiskutieren und Mitarbeiten an.“

Online-Fachkonferenz steht an

Daher ruft er Bürgerinnen und Bürger sowie kommunalpolitisch Aktive dazu auf, sich zu informieren und in die Diskussion zur Standortsuche einzubringen. „Auf diesem Weg können Hinweise gegeben und auch eventuelle Bedenken geäußert werden.“ Die nächste Online-Fachkonferenz findet vom 10. bis 12. Juni statt. Informationen und Anmeldung gibt es hier.
Björn Lüttmann, Landtagsabgeordneter der SPD aus Oranienburg
Björn Lüttmann, Landtagsabgeordneter der SPD aus Oranienburg
© Foto: Klaus D. Grote

So läuft die Suche nach einem Endlager

Seit 2017 läuft die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland. Lüttmann unterstreicht, dass bis 2031 ein geeigneter Standort gefunden und ab 2050 für eine Million Jahre genutzt werden soll. Von 90 potenziellen Gebieten in ganz Deutschland würden 17 im Land Brandenburg liegen. „Erst seit einigen Tagen informiert das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg auf seiner Internetseite über den Prozess zur Standortsuche.“ Angeregt hatte dies Björn Lüttmann selbst, der in einem Schreiben an Ministerin Nonnemacher mehr Information und Öffentlichkeitsarbeit für die Brandenburgerinnen und Brandenburger forderte.

Aufruf zur Bürgerbeteiligung

„Wenn wir ehrlich sind, wäre sicher niemand begeistert, radioaktiven Müll in seiner Region zu haben“, so der Oranienburger. Noch stehe das Verfahren der Standortsuche ziemlich am Anfang. „Jeder, der sich einbringen möchte, kann dies tun. Ich hoffe, dass viele Brandenburgerinnen und Brandenburger die existierenden Beteiligungsformate nutzen.“ Die neuen Hinweise auf den Internetseiten des Verbraucherschutzministeriums seien dabei sehr hilfreich und würden eine gute Orientierung geben. „Ich werde die Endlagersuche auf jeden Fall begleiten und auch an der Online-Fachkonferenz in der nächsten Woche zeitweise teilnehmen.“