Kita-Geburtstag
: Mehr Platz in der Räuberhöhle

Staffelde feiert den zehnten Geburtstag der Kita „Räuberhöhle“. Die Erweiterung soll bald abgeschlossen sein.
Von
Marco Winkler
Staffelde
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  • 10 Jahre Kita Räuberhöhle: Am Montag wurde in Staffelde gefeiert.

    10 Jahre Kita Räuberhöhle: Am Montag wurde in Staffelde gefeiert.

    Marco Winkler
  • Beim Schminken ist höchste Konzentration gefragt: Den Kita-Geburtstag feierten am Montag die Kinder mit ihren Eltern und den Erziehern. In wenigen Wochen sollen die Arbeiten an der Erweiterung im Dachgeschoss abgeschlossen sein.

    Beim Schminken ist höchste Konzentration gefragt: Den Kita-Geburtstag feierten am Montag die Kinder mit ihren Eltern und den Erziehern. In wenigen Wochen sollen die Arbeiten an der Erweiterung im Dachgeschoss abgeschlossen sein.

    Marco Winkler
  • Wohnt nun in Kremmen: Helga Hörnick verließt freiwillig ihre Wohnung in Staffelde, um den Kindern Platz zu verschaffen.

    Wohnt nun in Kremmen: Helga Hörnick verließt freiwillig ihre Wohnung in Staffelde, um den Kindern Platz zu verschaffen.

    Marco Winkler
  • Freut sich auf die zusätzlichen Funktionsräume für ihre Einrichtung: Leiterin Sabine Schmitt hat viele Ideen für die Erweiterung.

    Freut sich auf die zusätzlichen Funktionsräume für ihre Einrichtung: Leiterin Sabine Schmitt hat viele Ideen für die Erweiterung.

    Marco Winkler
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22 Kindern umgezogen

Zehn Jahre später haben sich zumindest die Kinder nicht groß verändert. Sie scheinen wetterresistent. Ein tief hängender Himmel trübt weder den Spaß auf dem Karussell noch die Aufregung, mit bunten Lampions durchs Dorf zu ziehen. Peter Ott dreht Helene Fischer und Tim Toupet ("Heut ist so ein schöner Tag") auf, ein Papa steht am Grill und wendet die Würste. „Mit 22 Kindern sind wir damals umgezogen“, übertönt Sabine Schmitt die Musik. Mittlerweile werden 52 Null- bis Sechsjährige betreut.

„Die Kinder fühlen sich hier wohl, haben Raum zum Toben und Lernen.“ In wenigen Wochen wird der Platz um 80 Quadratmeter im Dachgeschoss erweitert. „Wir können dann wahrscheinlich 75 Kinder betreuen“, sagt die Leiterin. Anmeldelisten gebe es seit einer Weile. „Wir werden schnell ausgebucht sein.“

Betriebserlaubnis steht aus

Zur Frage, wann die Erweiterung bezugsfähig sein wird, kann zum Jubiläum niemand der anwesenden Rathausmitarbeiter Auskunft geben. Auch die finalen Handgriffe der Bauarbeiter in den neuen Räumen dürfen nicht fotografiert werden. Sicher ist jedoch: Noch hat die Stadt die vom Landkreis auszustellende Betriebserlaubnis nicht vorliegen. Kremmen lässt sich die Erweiterung – abgesegnet von den Stadtverordneten – 135 000 Euro kosten.

„Wir freuen uns schon und haben viele Ideen“, verströmt Sabine Schmitt Optimismus. Die Kita bekommt so eine neue Küche sowie mehrere Funktionsräume. Auf der unteren Etage sollen die Krippen-, auf der oberen Etage die Kita-Kinder künftig getrennt betreut werden können. Einen Gruppenraum sowie das Büro von Sabine Schmitt gibt es im Dachgeschoss schon seit zehn Jahren. Daneben auf der Etage: eine Wohnung, bisher privat vermietet.

Mieterin Helga Hörnick wohnt nun in Kremmen, im Neubau der Wohnungsbaugesellschaft. Seit 1971 hat die heute 79-Jährige in Staffelde gelebt. Bis zu ihrem Umzug am 4. Juli dieses Jahres. „Ich musste nicht raus“, betont sie, während sie sich ein Stück Erdbeerkuchen holt. Sie selbst habe ihren Auszug angeboten. „Im Prinzip zeitgleich mit dem Bürgermeister.“ Beide hätten die Idee zur selben Zeit gehabt. „Ich wollte die Wohnung der Kita zur Verfügung stellen.“ Das Kinderlachen werde ihr wohl etwas fehlen. „Mir hat das nie etwas ausgemacht“, sagt sie.

Die aktive Seniorin Helga Hörnick, die sich in diesem Jahr für die Liste „Die Unabhängigen Bürger“ zur Stadtverordneten wählen lassen wollte, aber knapp scheiterte, war selbst über Jahrzehnte Lehrerin in Kremmen. Sie erinnert sich an die Zeit, als in Staffelde die erste und zweite, in Flatow die dritte und vierte Klasse unterrichtet wurden. In Staffelde war sie beliebt. „Die Kinder wussten immer genau, wo meine Bonbons stehen“, verrät sie. „Natürlich habe ich das mit den Eltern abgesprochen, sie waren alle einverstanden, dass ich ihren Kindern mal etwas Süßes gebe.“

Der Umzug bietet für sie auch die Lösung eines sich vermehrt bemerkbar machenden Problems: „Ich werde im nächsten Jahr 80, die Treppen in Staffelde wurden langsam lästig.“ Jetzt wohnt sie Parterre, hat einen Supermarkt direkt nebenan. „Ich bin zufrieden.“

Ortsvorsteher Heino Hornemann (CDU), mit Bratwurst in der Hand, ist ebenfalls zufrieden. „Mit dem Wohnpark kamen die jungen Familien“, sagt er. Der ehemalige Ortsvorsteher Helmut Glanzer hat den Park mit auf den Weg gebracht. „Mit den Familien kamen Kinder und damit Leben in den Ort“, sagt Glanzer. Die Kita besteche durch ihre Lage. „Es sind Kinder auch aus Groß-Ziethen und Flatow bei uns“, sagt Heino Hornemann. Die Verkehrsanbindung, direkte an der Autobahn gelegen, sei ideal – vor allem für Berufspendler-Kinder.

Helmut Glanzer geizt, wie immer, nicht mit direkten Worten: „Es war gut für uns, dass die Erweiterung der Montessori-Schule damals nicht funktioniert hat“, sagt er. Das alte Schulgebäude sei ein geschichtsträchtiges im Dorf. „Dass die Schule dann umgezogen ist, war schon überraschend für uns“, erinnert sich Räuberhöhlen-Leiterin Sabine Schmitt. Überraschung und Segen. Staffelde blicke schließlich auf eine lange Tradition der Kinderbetreuung: „Seit 1951 gibt es im Ort eine Kita.“

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel