Klimawandel: Schüler demonstrieren erstmals vor dem Schloss

Auch in Oranienburg soll nun erstmals für den Klimaschutz gestreikt werden.
dpa.Die Idee, sich an den inszwischen weltweiten Protesten „Fridays for Future“ zu beteiligen, hatte eine Schülerin der vierten Klasse schon vor den Winterferien. Ein Dutzend Kinder hat nun die Demonstration einige Wochen lang vorbereitet, sagt Schulleiterin Anikke Knackstedt, die das Ansinnen grundsätzlich unterstützt: „Wir müssen sonst im Unterricht mit hohem pädagogischen Aufwand bei Kindern das Interesse für Politik und Wissenschaft wecken.“ Beim Kampf gegen den Klimawandel würden sich die Schüler dieses Interesse selber aneignen. Sie könne daher auch die rigide Haltung in einigen Schulen zum Schul–streik nicht nachvollziehen. Unteranderem am Louise–Henriette–Gymnasium werden Fehlstunden als unentschuldigt auf dem Zeugnis vermerkt, wenn Schüler zur Klima–Demo nach Berlin fahren. Die junge Generation zeige Interesse und setze sich für die Zukunft ein, das müsse unterstützt werden, so Anikke Knackstedt.
Die Edener Schulleiterin befürwortet sogar den Schülerstreik, also den bewussten Unterrichtsausfall, um für Maßnahmen gegen den Klimanwandel zu demonstrieren. Denn der sonst während der Proteste erzwungene Unterrichtsausfall mache die Kundgebungen so spektakulär. Mit dem Demo–Start nach Schulschluss um 13.30 Uhr werde den Schülern nun „fast der Stachel“ genommen.
Wer die Proteste und ihre schwedische Initiatorin Greta Thunberg mit persönlichen Angriffen diffamiere, belege damit nur den Mangel an Argumenten, sagt die Schulleiterin. Die 16–jährige Aktivistin Greta Thunberg hat eine weltweite Bewegung junger Menschen ausgelöst. „Fridays for Future“ heißen die Demonstrationen für effektive Maßnahmen gegen den Klimawandel. Am 15. März wollen sich daran 500 Städte in 57 Ländern beteiligen. „Jetzt können Schüler auch in Oranienburg demonstieren und müssen dafür nicht nach Berlin fahren“, sagt Anikke Knackstedt. Auch Eltern sollen mitmachen. Dazu wurde das Bündnis „Parents for Future“ eingeladen. Die erste Freitagsdemo in Oberhavel fand vor anderthalb Wochen in Glienicke statt. Dazu aufgerufen hatten Schüler des Neuen Gymnasiums.