Kontrollen
: Corona-Virus muss in den S-Bahn-Gemeinden draußen bleiben

In den S-Bahn-Gemeinden halten die Geschäftsleute die Verordnung zu Ladenöffnungszeiten in der Corona-Krise ein.
Von
Heike Weißapfel,
Jürgen Liebezeit
S-Bahn-Gemeinden
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In Hohen Neuendorf unterwegs: Ordnungsamtschef Wolfgang Rettig und seine Leute achten darauf, dass die Geschäfte die Verordnung des Landes einhalten.

Heike Weißapfel

Ein Händler darf als DHL-Service die Ladentür aufschließen, aber keine Waschmaschine verkaufen. Beratung findet online oder am Telefon statt. „Der Blumenladen bleibt zu, der Gartenmarkt nicht – da gibt es schon Diskussionsbedarf“, sagt Rettig. Die Verordnung, die vorerst bis zum 19. April gilt, sei aber bindend. „Wir kontrollieren vorerst täglich und in Schichten“, sagt Wolfgang Rettig. Die meisten Geschäftsinhaber seien vernünftig, Restaurants hielten den geforderten Tischabstand von anderthalb Metern ein und schlössen pünktlich um 18 Uhr ihre Gasträume. Abhol- und Lieferservice sind erlaubt. „Der Döner-Laden befestigt abends ein Absperrband, damit die Leute sich nicht an die Tische setzen“, so Rettig.

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Gute Erfahrungen machen auch die Ordnungsamtskräfte in Glienicke. „Die Gewerbetreibenden zeigen generell sehr viel Verständnis“, ist Jana Klätke, Fachbereichsleiterin für Soziales und Ordnung, erleichtert. Ein einziges Geschäft habe am Mittwoch nach 18 Uhr noch geöffnet gehabt – aus Versehen. Die Ordnungsamtsmitarbeiter würden auch von Bürgern auf der Straße angesprochen. Bei Problemen könnten die Ordnungsämter theoretisch die Polizei um Hilfe bitten. „Aber es gibt zum Glück überhaupt keine Anfeindungen.“ Abends habe auch Bürgermeister Hans Günther Oberlack (FDP)  eine Runde gedreht und nachgesehen, ob die Gaststättentüren zu seien.

Ähnlich ist es in den Nachbarkommunen: Im Mühlenbecker Land verschafft sich die Verwaltung einen genauen Überblick über den Einzelhandel, sagt Gemeindesprecherin Rita Ehrlich. Bei den Kontrollen in den ersten Tagen seien keine gravierenden Verstöße festgestellt werden.

In Birkenwerder musste am Mittwoch ein Blumenhändler in Bahnhofsnähe angemahnt werden, zu schließen. Bei den Restaurants im Ort gab es nach Angaben von Bürgermeister Stephan Zimniok keine Probleme.