Landratsamt Oranienburg
: Abschied Matthias Rink – Dezernent will Oberhavel verlassen

Matthias Rink ist als Dezernent des Landkreises Oberhavel auch für den Bereich Finanzen zuständig. Die Frage: Wie lange noch? Der Mann aus Hohen Neuendorf hat für die Zukunft andere Pläne.
Von
Stefan Zwahr; Marco Winkler
Oranienburg
Jetzt in der App anhören

Matthias Rink ist Dezernent in der Kreisverwaltung Oberhavel in Oranienburg. Er sucht jetzt eine neue Herausforderung.

Landkreis Oberhavel/Karsten Schirmer

Matthias Rink machte sich in Oranienburg und Umgebung nicht erst in seiner Rolle als Dezernent des Landkreises Oberhavel einen Namen. Der 52-Jährige brachte sich in der Kommunalpolitik von Hohen Neuendorf ein, wo er sich ebenso erfolglos um das Amt des Bürgermeisters bewarb wie später bei der Landratswahl. Nun will der Familienvater eine neue Herausforderung annehmen.

„An diesem Donnerstag steht im Rat die Besetzung der Dezernatsleitung Finanzen auf der Tagesordnung“, berichtet die Landeszeitung (LZ) für die Lüneburger Heide. Gemeint ist der 29. Juni. Der Stadtrat wird über die Position entscheiden, laut LZ die „wohl wichtigste Personalentscheidung“.

Landrat zwischen Bedauern und Verständnis

Die neue Stelle wird der gebürtige Bernauer Matthias Rink, der in Borgsdorf aufgewachsen ist, bei erfolgreicher Stadtratsentscheidung schon zum 1. September 2023 antreten, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch (28. Juni) mit. Erst am Montag (26. Juni) sei Rink nach einer nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses der Hansestadt Lüneburg als neuer Stadtkämmerer und Leiter des Dezernats für Finanzen und Innere Verwaltung vorgeschlagen worden.

Das CDU-Mitglied informierte Landrat Alexander Tönnies (SPD) schon im Vorfeld der Bewerbung. Tönnies bedauert den Weggang. Der Landkreis könnte einen „ausgesprochen klugen und versierten Verwaltungsfachmann“ verlieren. Rink ist Diplom-Verwaltungswirt und saß ab 2008 sieben Jahre im Kreistag, leitete den kreislichen Finanzausschuss und war Chef des Aufsichtsrats der Oberhavel Holding, bevor er 2015 ins Kreisdezernat wechselte. „Ich schätze seine persönliche Beratung und seine Expertise sehr“, so Tönnies. Er könne aber verstehen, dass sich Rink dieser „Aufgabe in einer ganz neuen Umgebung stellen und sich persönlich weiter entwickeln möchte“.

Sollte Matthias Rink vom Stadtrat in Lüneburg gewählt werden, will der Landkreis die Stelle „schnellstmöglich“ neu besetzen. „Gleiches gilt für weitere Dezernatsleitungen, die aufgrund der neuen Struktur der Kreisverwaltung vakant sind“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Alexander Tönnies setzt mit der neuen Struktur seine Verwaltungsreform um. Aus vier werden sechs Dezernate, aus aktuell knapp 1300 Jobs sollen rund 1700 werden. Die Personalaufstockung sorgte für Kritik. Die CDU wollte vor der Einstellungsoffensive eine externe, unabhängige Untersuchung vornehmen lassen – und scheiterte damit. Rink, der das Dezernat für Service, Finanzen und Sicherheit leitet, würde nach der Reform den Aspekt Finanzen verlieren – der Bereich soll ein gesondertes Dezernat samt Dezernenten bekommen.

UPDATE: Am Donnerstag war es dann amtlich. Der Stadtrat votierte deutliche für Matthias Rink als neuen Kämmerer.