Landtagswahlen: Familie und Demografie im Blick

Daniela Oeynhausen (AfD) sitzt bereits im Gemeindeparlament Birkenwerder. Sie tritt als Direktkandidatin für den Landtag an, hat aber mit Platz zwölf auch auf der Landesliste Chancen.
privatFamilien will sie möglichst in eigene vier Wände bringen, denn Wohnungseigentum oder Hauskauf schütze vor steigenden Mieten und vor Altersarmut. Die Grundsteuer zu senken und mittelfristig abzuschaffen, wie die AfD vorgeschlagen hat, sei dazu ein Instrument. Zudem soll ein "Landesbaukindergeld“ für Familien zur Stärkung des Eigenkapitals dienen.
Gleichzeitig spricht sich die 46-jährige Birkenwerderanerin gegen eine „Verstädterung“ des Berliner Umlands aus, für die der Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg die Ursache sei, weil er zentralistisch auf Berliner Bedürfnisse ausgerichtet sei. Allerdings sind es die jeweiligen Kommunen, die Bedarf an Wohnbebauung anmelden, oder eben nicht.
Die demografische Entwicklung in Brandenburg werde nie genügend mitbetrachtet, findet sie. Bestehende Immobilien und nicht nur Neubau müssten in Planungen einbezogen werden. Breitbandausbau und Digitalisierung nennt sie als vordringlich, um ländliche Gebiete attraktiv zu machen, zudem gebe es dann weniger Pendler. „Das Homeoffice sollte gestärkt werden, da hinken wir noch hinterher.“
Über die Junge Union der Christdemokraten sei sie als Schülerin zum ersten Mal mit Politik in Berührung gekommen, erzählt Daniela Oeynhausen. Von deren Politik habe sie sich aber als Erwachsene nicht mehr vertreten gefühlt. „Da wurde uns lang und breit versichert, dass wir für andere Staaten nicht die Schulden übernehmen müssen“, erinnert sie sich. Es habe sie „fassungslos“ gemacht, dass im Fall von Griechenland die Bundesregierung gegen diese Nichtbeistandsklausel verstoßen habe und dies beim Bundesverfassungsgericht auch durchgegangen sei. Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung habe sie dann vor drei Jahren schließlich dazu gebracht, in die AfD einzutreten.
Plakative Parolen ihrer Partei wie „Hol dir dein Land zurück!“ oder „Vollende die Wende!“ interpretiert Daniela Oeynhausen dahingehend, dass es dabei darum gehe, eine „Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen“. Populistische Sprüche, mit denen sich andere AfD-Politiker in eine rechte, fremdenfeindliche Ecke begeben, äußert sie im Gespräch aber nicht. „Ach, das kann auch passieren“, antwortet sie leichthin auf die Frage, ob für sie „Familie“ stets Vater, Mutter, Kind heiße oder auch Vater, Vater, Kind oder Mutter, Mutter, Kind bedeuten könne. „Familie ist es immer dann, wenn Kinder dabei sind.“ Vater, Mutter, Kind sei ja trotzdem eher die Regel.
Neu in der Kommunalpolitik
Dr. Daniela Oeynhausen ist Ärztin von Beruf. Sie habe in der Chirurgie und der Urologie sowie viel in der Wissenschaft gearbeitet und viel publiziert. Inzwischen Mutter von zwei Kindern, die noch nicht im schulpflichtigen Alter sind, wurde sie vor zwei Jahren wissenschaftliche Mitarbeiterin bei einem AfD-Bundestagsabgeordneten. Da sei es für sie zur logischen Folge geworden, selbst aktiv zu werden und sich zur Wahl zu stellen, sagt sie.
Als aktives Mitglied auf der kommunalpolitischen Bühne ist Daniela Oeynhausen noch ganz neu. Wie sie sachliche Mitarbeit im politischen Alltag gestaltet, kann sie auf jeden Fall in Birkenwerder zeigen, sobald das Wahlkampfgetöse verhallt ist. Seit Mai Gemeindevertreterin, ist Daniela Oeynhausen dort auch Mitglied im Sozial- und im Finanzausschuss.
ZurPerson
Daniela Oeynhausen wurde in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen) geboren. Sie ist 46 Jahre alt.
Als Jugendliche trat sie in die Junge Union ein. In der CDU sah sie ihre Ansichten später nicht mehr repräsentiert. 2016 wurde die Ärztin Mitglied der AfD.
In Birkenwerder ist Dr. Daniela Oeynhausen mit ihrem Mann seit fünf Jahren zu Hause. Sie hat eine vierjährige Tochter und einen Sohn, der acht Monate alt ist.⇥hw