2022 wird es in Oranienburg endlich wieder eine richtige Lichternacht geben. Nach Corona-Zwangspause und einer abgespeckten Variante im Vorjahr soll Ende Oktober die Innenstadt nicht nur leuchten – sie soll auch Besucherinnen und Besucher in die Läden locken. Die City-Gemeinschaft Oranienburg (CGO) organisiert die Veranstaltung – und ist voller Vorfreude. Auch wenn ein markantes Zeichen der Lichternacht erneut fehlen wird.
Zwei Jahre lang durften oder konnten sie das Event nicht so ausrichten, wie die Oranienburgerinnen und Oranienburger es schätzen und lieben gelernt haben, sagt Christiane Podkowa als CGO-Vorsitzende. Die Lichternacht lockte Jahr für Jahre Tausende Besucher in die Innenstadt.

Umzug durch Oranienburg mit Lampions

Nun soll die lichte Nacht für Shopping, Kulinarik und Geselligkeit definitiv am Freitag, 28. Oktober, stattfinden. „Der Alltag ist voller schlechter Nachrichten und Stimmungen, die aufs Gemüt schlagen“, so die Fotografin. „Wir hoffen, mit unserer Veranstaltung Licht und Freude auf die Bernauer Straße und in die Herzen der Menschen zu bringen.“
Klingt pathetisch, ist aber ehrlich gemeint. CGO-Mitglied Sebastian Lagatz von der Schloßparfümerie überbringt eine Nachricht, die besonders Familien freuen durfte: Es wird wieder einen Umzug geben, angeführt von einer Musikkapelle, die es noch zu finden gilt. „Mit Fackeln, Kindern, Lampions“, sagt er. Start ist um 18 Uhr am Bötzower Platz. Der Umzug führt durch die Innenstadt. Der Bötzower Platz ist in diesem Jahr wieder verstärkt Teil der Lichternacht. Die illuminierte Einkaufsnacht liegt damit nicht nur zwischen Schlossbrücke und Bahnbrücke. „Es ist das größte Event für die Händler nach Weihnachten“, sagt Sebastian Lagatz.

Geschäfte bis 22 Uhr offen

Überall in der Innenstadt sollen von 18 bis 22 Uhr kleine Lichtinstallationen für Atmosphäre sorgen, in den Läden warten teilweise diverse Köstlichkeiten auf die Abend- und Nachtschwärmer. Eines ist anders: Das Schloss wird aufgrund von Energiesparmaßnahmen der Stadt Oranienburg nicht illuminiert sein. Laut Christiane Podkowa habe aber die Staatsyacht „Sehnsucht“ zugesagt, vor dem Schloss anzulegen – und damit einen Lichtpunkt zu setzen.
Die Köpfe hinter der 14. Auflage der Lichternacht in Oranienburg. Die City-Gemeinschaft sei voller Vorfreude, so die Vorsitzende Christiane Podkowa (Mitte).
Die Köpfe hinter der 14. Auflage der Lichternacht in Oranienburg. Die City-Gemeinschaft sei voller Vorfreude, so die Vorsitzende Christiane Podkowa (Mitte).
© Foto: Marco Winkler
Auf dem Boulevard wird Musik zu hören sein. Hatte die Musiktruppe der Hochschule der Polizei in Oranienburg zu „Koofen & Schwoofen“ ihren ersten Eintritt, wurde laut Geschäftsstraßenmanager Stefan Wiesjahn die Zusammenarbeit intensiviert. Eingerahmt in Lichtzipfel, sorgt die Hochschule für musikalische Höhepunkte. Parallel sorgt erneut der Stelzenläufer für Luftballon-Spaß, an dem sich besonders die jungen Gäste erfreuen dürften. Die Tanzschule des Familiensportvereins führt ein Programm auf, Lux-Augenoptik bereitet auf dem Fischerplatz eine Brillenfassungsmesse vor. Kulinarisch soll von Bratwurst bis Event-Gastronomie alles geboten werden. „Es wird ein anspruchsvolles Niveau“, ist sich Sebastian Lagatz sicher.
„Wir haben es geschafft, nach zwei Jahren Pause das übliche Programm auf die Beine zu stellen“, so Wiesjahn. Nur auf eines werden die Oranienburgerinnen und Oranienburger auch 2022 verzichten müssen: die große Disco-Kugel. Sie sei abhandengekommen, hält sich die CGO etwas bedeckt über den Verbleib der gigantischen Kugel.
Auch ohne Disco-Feeling strahle die Lichternacht nicht nur in die Ortsteile Oranienburgs, sondern inzwischen auch in die umliegenden Gemeinden, sagt Stefan Wiesjahn. „Es kommen Leute in die Stadt, die sonst nicht kommen“, bekräftigt Sebastian Lagatz aus Ladeninhabersicht. Es gehe an dem Abend nicht zwingend darum, den dicken Umsatz zu machen (auch wenn einige mit Mehreinnahmen rechnen). „Es geht um Kontakte und Gespräche, die Verbindung zu den Kunden.“
2019 fand die letzte reguläre Lichternacht statt. Danach gab es Corona-Absagen oder abgespeckte Varianten.
2019 fand die letzte reguläre Lichternacht statt. Danach gab es Corona-Absagen oder abgespeckte Varianten.
© Foto: Klaus D. Grote
Laut Wiesjahn würden einige auch immer wieder neue Läden entdecken. Gerade für Neu-Oranienburger sei die Lichternacht eine gute Gelegenheit, die „City“ kennenzulernen. „Es ist wie eine private Einladung“, sagt Christiana Podkowa. Es werde quasi der Teppich ausgerollt. „Das stärkt das Wir-Gefühl der Stadt“, sagt sie. Die Nacht ist durchaus auch Image-Politur. Der Ruf der Innenstadt ist schließlich nicht der beste.
Stefan Wiesjahn weist darauf hin, dass der stationäre Einzelhandel in Oranienburg die Corona-Zeit gut überstanden habe – und nach wie vor gut aufgestellt ist. „Es ist eine andere Welt als die im Netz“, sagt er. „Wenn die Innenstadt lebendig bleiben soll, ist Vor-Ort-Shopping wichtig.“ Die 14. Lichternacht steht unter dem Motto: „Bummeln, shoppen – Freunde treffen“.