Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Lehnitz konnte entschärft werden. Wegen der Corona-Pandemie und des Lockdowns war der Termin für die Bombenentschärfung umstritten. Nun ist sie geschafft.
Hier geht es zur ausführlichen Nachlese.
Lesen Sie hier im Liveticker wie der Tag verlief:
+++16:03: Sprengmeister André Müller ist zufrieden mit der Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg.

Youtube Bombenentschärfung in Oranienburg

+++15:19: Und nun ist es soweit – die Sirene ist soeben ertönt. Damit ist der Sperrkreis offiziell aufgehoben und die Anwohner können zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Unterdessen wird am Bombenfundort der Abtransport des entschärften Blindgängers vorbereitet.
+++15:11: Noch ist der Sperrkreis nicht aufgehoben, doch die Streckenposten entlang der Straßensperren in der Kreisstadt bereiten sich bereits auf die anstehende Freigabe vor. In wenigen Minuten müsste dann die Sirene ertönen.
+++14:56: Wie die Stadtverwaltung Oranienburg soeben bestätigt hat, ist die 212. Bombe in Oranienburg erfolgreich entschärft worden. Dabei verliefen die Arbeiten am Sprengkörper offenbar ganz nach Plan, wodurch die Entschärfung der 500 Kilogramm schweren Bombe sogar schneller abgeschlossen werden konnte als ursprünglich geplant. Aus Sicherheitsgründen wird der Sperrkreis jedoch noch nicht sofort, sondern erst in ein paar Minuten wieder freigegeben. Eine Sirene signalisiert anschließend den bereits wartenden Anwohnern die endgültige Aufhebung des Sperrkreises.
+++14.48: Lange wird es wohl nicht mehr dauern: „Die Entschärfung dauert noch an, befindet sich aber in der Endphase“, teilte die Stadtverwaltung gerade mit.
+++14:19: Insgesamt sind übrigens heute 186 Personen im Einsatz. 46 Polizei, 94 Feuerwehr, der Rest städtische Mitarbeiter - zur Absicherung und Kontrolle des Sperrbereiches und in den Anlaufstellen.
Insgesamt sind übrigens heute 186 Personen im Einsatz.
Insgesamt sind übrigens heute 186 Personen im Einsatz.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++13:53: Wenig los ist heute auf den Bahnsteigen am Bahnhof Oranienburg. Regionalzüge starten nur in Richtung Rostock, Stralsund und Templin oder kommen von dort an. Zwischen Oranienburg und Berlin ist der Zugverkehr unterbrochen, weil ein Teil der Bahnstrecke im Sperrkreis liegt. Die S-Bahnen fahren zurzeit wegen Bauarbeiten ohnehin nicht nach Oranienburg....
Wenig los ist heute auf den Bahnsteigen am Bahnhof Oranienburg....
Wenig los ist heute auf den Bahnsteigen am Bahnhof Oranienburg....
© Foto: Tilman Trebs
…die Pendler zwischen Berlin und Oranienburg gehören heute deshalb den Busfahrern. Die müssen sich die Straßen in und zur Kreisstadt mit den Autofahrern teilen. Busfahrer berichten bereits von Staus auf den Zufahrtsstraßen.
…die Pendler zwischen Berlin und Oranienburg gehören heute deshalb den Busfahrern.
…die Pendler zwischen Berlin und Oranienburg gehören heute deshalb den Busfahrern.
© Foto: Tilman Trebs
+++13.33: Rund 5500 Menschen mussten heute in Oranienburg und Lehnitz ihre Wohnungen verlassen. Weil wegen des Corona-Lockdowns viele Freizeiteinrichtungen und Lokale geschlossen sind und die Menschen Abstand halten mussten, hatte die Stadt die Kapazitäten in den Notunterkünften verdoppelt. „Platz hätten wir heute für 300 Menschen gehabt“, sagt Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer. Tatsächlich haben sich bislang nur rund 60 Menschen in den Anlaufstellen aufgehalten. Abstandhalten sollte dort als kein Problem sein.
Das Warten auf die Entwarnung, hier im Saal des Bürgerzentrums Oranienburg
Das Warten auf die Entwarnung, hier im Saal des Bürgerzentrums Oranienburg
© Foto: Volkmar Ernst
+++13:01: Erste Information von den Bombenentschärfern des KMBD: der Bombenkörper wurde gereinigt. Jetzt wird die Wasserschneidanlage installiert, mit der die Bombe entschärft werden soll.
+++12:41: Die Straßen im Sperrkreis sind menschenleer, das Entschärfungsteam am Inselweg in Lehnitz ist an der Arbeit. Zeit für ein paar unwichtige Zahlen am Rande: Die Sperrkreisgrenze ist ziemlich genau acht Kilometer lang. Das hat jedenfalls ein Kollege von uns am Computer ausgemessen. Also, wer jetzt einmal um den Sperrkreis joggen will, weiß nun, worauf er oder sie sich einlässt. Außerdem hat der Kollege ermittelt, dass der Sperrkreis eine Fläche von 3,65 Quadratkilometer ausmacht.
Die Straßen im Sperrkreis sind menschenleer, das Entschärfungsteam am Inselweg in Lehnitz ist an der Arbeit.
Die Straßen im Sperrkreis sind menschenleer, das Entschärfungsteam am Inselweg in Lehnitz ist an der Arbeit.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++12:10: Die Vorbereitung der heutigen Evakuierung war vor allem wegen der Corona-Pandemie eine Herausforderung. Eine problematische Frage war: Was passiert eigentlich mit Menschen im Sperrkreis, die wegen Corona unter häusliche Quarantäne gestellt wurden und eigentlich ihre Wohnung nicht verlassen dürfen? Nach Angaben der Kreisverwaltung wohnen im Sperrkreis zehn Infizierte und zwölf Kontaktpersonen. Stadtverwaltungssprecherin Eike-Kristin Fehlauer berichtete auf Nachfrage, dass die Betroffenen, die sich zuvor bei der Stadtverwaltung gemeldet haben, alle nicht in unmittelbarer Nähe der Bombe wohnen. In Absprache mit dem KMBD durften sie ausnahmsweise in ihren Häusern bleiben. Sie hätten aber bestimmte Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Nicht geräumt wurde zudem des Seniorenwohnheim „domino world“ an der Villacher Straße, das ebenfalls knapp im Sperrkreis liegt. Senioren mit Fenstern in Richtung Lehnitz zogen für die Zeit der Entschärfung in sicherere Räume innerhalb des Gebäudes um?
+++11.32: Jetzt darf sich außer den Bombenentschärfern niemand mehr im Sperrkreis aufhalten. Feuerwehr und Polizei halten sich jetzt jenseits der Sperrkreisgrenzen auf. Ebenso Bürgermeister Alexander Laesicke, der sich am Vormittag von der Arbeit der Einsatzkräfte vor Ort informiert hatte. Er lobt deren Arbeit: „Ich konnte mich davon überzeugen, dass die Kontrolle des Sperrbereiches sehr gut verläuft. Jeder weiß genau was zu tun ist, Kompliment an die vielen fleißigen Einsatzkräfte, die ihre Arbeit mit großer Gewissenhaftigkeit machen. Danke auch an die vielen Oranienburger, die ihre Wohnungen auch unter diesen besonderen Bedingungen verlassen haben und dazu beitragen, dass bislang alles nach Plan verläuft.“
+++11:25: Die Kontrolle des Sperrkreises ist abgeschlossen, nun beginnen die Experten des KMBD mit der Entschärfung der Bombe.
+++11:13: Ein Großteil der Feuerwehrleute hat die Kontrolle des Sperrkreises schon abgeschlossen: „Wir stehen kurz davor, den Sperrbereich freimelden zu können“, sagt Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer. An zwei Stellen, an der äußeren Grenze des Sperrbereiches, wurden noch Personen gesichtet, beides konnte aber schnell und reibungslos gelöst werden.“
Ein Großteil der Feuerwehrleute hat die Kontrolle des Sperrkreises schon abgeschlossen.
Ein Großteil der Feuerwehrleute hat die Kontrolle des Sperrkreises schon abgeschlossen.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++11:04: Im Oranienburger Bürgerzentrum hielten sich gegen 10 Uhr genau 18 Personen auf. Alle an Einzeltischen und auf Abstand. „Wir wurden wie früher zu DDR-Zeiten in den Gaststätten sozusagen platziert“, zeigt Petra Dallmann ihre Tischnummer vor. Sie hat sich, um sich die Zeit zu vertreiben, Wolle mitgebracht und häkelt einen Schal. Wer ihn bekommt, das steht nicht fest. „Aber da findet sich bestimmt jemand“, ist sie sich sicher.
Ins Oranienburger Bürgerzentrum hat sich Petra Dallmann Wolle mitgebracht und häkelt einen Schal. Wer ihn bekommt, das steht nicht fest.
Ins Oranienburger Bürgerzentrum hat sich Petra Dallmann Wolle mitgebracht und häkelt einen Schal. Wer ihn bekommt, das steht nicht fest.
© Foto: Volkmar Ernst
Gleich nebenan sitzt Christiane Protze. Sie hat sich ein Tablet mitgebracht, auf dem sich mehrere Spiele befinden. „Irgendwie muss man sich die Zeit ja vertreiben“, sagt sie. Das Problem ist, dass im Saal des Bürgerzentrums immer nur eine Person oder nur Personen aus einem Haushalt an einem Tisch sitzen dürfen. Da können wir nicht einmal Skat spielen, so Protze.
Christiane Protze hat sich ein Tablet mitgebracht, auf dem sich mehrere Spiele befinden. "Irgendwie muss man sich die Zeit ja vertreiben", sagt sie.
Christiane Protze hat sich ein Tablet mitgebracht, auf dem sich mehrere Spiele befinden. „Irgendwie muss man sich die Zeit ja vertreiben“, sagt sie.
© Foto: Volkmar Ernst
Die Tischnummern haben übrigens den Sinn, dass die Gäste ihre Sachen am Platz lassen können, wenn sie sich die Beine vertreten wollen. Sie müssen dann nur die Nummer Vorzeigen und werden dann wieder eingelassen.
Da sich in der Turnhalle der Havelschule bis zirka 9.30 Uhr niemand meldete, hat die Stadt sich kurzerhand dazu entschlossen, die Halle zu schließen. Ob die Turnhalle der Torhorstschule ebenfalls geschlossen wird, solle im Laufe des Vormittags noch entschieden werden. Auch dort hatte sich niemand gemeldet.
+++10:54: Bislang haben rund 60 Oranienburger aus dem Sperrkreis Zuflucht in einer der Anlaufstellen der Stadt außerhalb des Sperrkreises gesucht. Bürgermeister Alexander Laesicke stattete einigen am Vormittag einen Besuch ab: „Alles Gute und halten Sie durch!“, sagte Laesicke. Diese Anlaufstellen stehen heute zur Verfügung:
Regine-Hildebrandt-Haus (Sachsenhausener Straße 1)
Bürgerzentrum (Albert-Buchmann-Straße 17)
Sporthalle der Havelschule (Albert-Buchmann-Straße 11)
Sporthalle der ehemaligen Torhorstschule (Walther-Bothe-Straße 30-32)
Sporthalle der Waldschule (Kölner Straße 21)
Sporthalle in Germendorf (Germendorfer Dorfstraße 59a, OT Germendorf)
Es gilt Maskenpflicht. Menschen mit Krankheitssymptomen erhalten allerdings keinen Zutritt.
Bislang haben rund 60 Oranienburger aus dem Sperrkreis Zuflucht in einer der Anlaufstellen der Stadt außerhalb des Sperrkreises gesucht.
Bislang haben rund 60 Oranienburger aus dem Sperrkreis Zuflucht in einer der Anlaufstellen der Stadt außerhalb des Sperrkreises gesucht.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++10:45: Patrick Pilz von einer Sicherheitsfirma in Schöneiche sichert die Einfahrt in die Werrastraße in Oranienburg-Süd. Seit 7 Uhr ist er vor Ort und wird ausharren, bis die Sirenen die Aufhebung des Sperrkreises ankündigen. „Eigentlich ist unsere Firma mehr im Einsatz, um bei Filmaufnahmen den Drehort abzusichern. Aber da läuft derzeit auch noch kaum etwas.“ Für ihn ist das die erste Bombenentschärfung. Verpflegung und wärmende Getränke hat er mitgebracht und sich warm angezogen. Die Zeit wird er sich mit einem Hörbuch vertreiben. „Da kann ich parallel dazu meinen Abschnitt immer noch im Auge behalten“, so Pilz.
Patrick Pilz von einer Sicherheitsfirma in Schöneiche sichert die Einfahrt in die Werrastraße in Oranienburg-Süd.
Patrick Pilz von einer Sicherheitsfirma in Schöneiche sichert die Einfahrt in die Werrastraße in Oranienburg-Süd.
© Foto: Volkmar Ernst
+++10:23: In diesem Fahrzeug koordiniert die Oranienburger Feuerwehr den Einsatz ihrer Kräfte. Zeitlich läuft es weiterhin gut. Die Kontrollen im Sperrkreis gehen voran. Alle Straßen werden jeweils zweimal abgelaufen. In Runde zwei wurde die Hälfte schon geschafft.
In diesem Fahrzeug koordiniert die Oranienburger Feuerwehr den Einsatz ihrer Kräfte.
In diesem Fahrzeug koordiniert die Oranienburger Feuerwehr den Einsatz ihrer Kräfte.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++09:53: Bisher läuft die Kontrolle des Sperrbereiches nach Plan: "Wir liegen gut in der Zeit", sagt Stadtverwaltungssprecherin Eike-Kristin Fehlauer. "Nur ganz wenige Personen wurden bislang noch im Sperrbereich angetroffen, zeigen sich aber kooperativ und haben den Sperrbereich verlassen."


Bisher läuft die Kontrolle des Sperrbereiches nach Plan.
Bisher läuft die Kontrolle des Sperrbereiches nach Plan.
© Foto: Volkmar Ernst
+++ 09:35: Die Außengrenzen des 1000-Meter-Sperrkreises sichern heute 44 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung. Sie achten darauf, dass niemand mehr in den Sperrkreis fährt oder ihn betritt. Wer das trotzdem heimlich tut, riskiert ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.
Die Außengrenzen des 1000-Meter-Sperrkreises sichern 44 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung. Im Bild: David Förster und Michelle Schmidt
Die Außengrenzen des 1000-Meter-Sperrkreises sichern 44 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Stadtverwaltung. Im Bild: David Förster und Michelle Schmidt
© Foto: Volkmar Ernst
+++09:30: Bürgermeister Alexander Laesicke (auf dem Beifahrersitz) und Stadtbrandmeister Sven Marten (am Steuer) informieren sich bei KMBD-Truppführer Heino Borchert über den Stand der Dinge. Und Borchert hat momentan gute Nachrichten: Die 500 Kilogramm schwere Bombe liegt annähernd waagerecht und ist weitgehend in einem guten Zustand. Das lässt auf eine zügige Entschärfung hoffen. Die Entschärfung leitet heute Borcherts Chef André Müller.
Bürgermeister Alexander Laesicke (auf dem Beifahrersitz) und Stadtbrandmeister Sven Marten (am Steuer) informieren sich bei KMBD-Truppführer Heino Borcher.
Bürgermeister Alexander Laesicke (auf dem Beifahrersitz) und Stadtbrandmeister Sven Marten (am Steuer) informieren sich bei KMBD-Truppführer Heino Borcher.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++09:21: Wie angekündigt unterstützt die Polizei die Kontrolle des Sperrkreises heute mit einem Drohnenkommando. Hier lassen die Beamten gleich eine Wärmebildkamera aufsteigen, die Menschen orten soll, die den Sperrkreis nicht verlassen haben.
Die Polizei unterstützt die Kontrolle des Sperrkreises in Lehnitz.
Die Polizei unterstützt die Kontrolle des Sperrkreises in Lehnitz.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++09:08: Am Inselweg in Lehnitz läuft die Vorbereitung für die Entschärfung auf Hochtouren. Die Bombe soll später mit einem Wasserschneidgerät unschädlich gemacht werden. Die Sprengmeister haben dafür bereits einen Hydranten angezapft und eine Leitung zur Fundstelle gelegt. Im Hintergrund sieht man die Containerwand, die den benachbarten Häuser vor den Schäden einer möglichen Detonation schützt.
Am Inselweg in Lehnitz läuft die Vorbereitung für die Entschärfung auf Hochtouren.
Am Inselweg in Lehnitz läuft die Vorbereitung für die Entschärfung auf Hochtouren.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++08.59: Hier laufen die Fäden zusammen. Die Evakuierung des Sperrkreises wird seit dem Morgen vom Einsatzstab unter der Leitung von Oranienburgs Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm (hinten links) koordiniert.
Hier laufen die Fäden zusammen.
Hier laufen die Fäden zusammen.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++08:47: 94 Einsatzkräfte sind an der Kontrolle des Sperrkreises beteiligt. Sie klingeln an jeder Wohnungstür, um zu schauen, ob sich darin noch Personen aufhalten. Hinzu kommen noch technischen Einsatzkräfte sowie Mitarbeiter der Polizei und des Ordnungsamtes. Da ein Teil des Sperrbereiches auch in Hohen Neuendorf liegt, sind auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung Hohen Neuendorf zur Absicherung des Sperrbereiches im Einsatz.
94 Einsatzkräfte sind an der Kontrolle des Sperrkreises beteiligt.
94 Einsatzkräfte sind an der Kontrolle des Sperrkreises beteiligt.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++08:19: Oranienburgs Stadtbrandmeister Sven Marten (links) und Bürgermeister Alexander Laesicke machen sich jetzt ein persönliches Bild von der Kontrolle des Sperrkreises. Normalerweise dürfen auch Journalisten die Tour durch den Sperrkreis begleiten. Wegen Corona ist das dieses Mal nicht möglich.
Oranienburgs Stadtbrandmeister Sven Marten (links) und Bürgermeister Alexander Laesicke machen sich ein persönliches Bild von der Kontrolle des Sperrkreises.
Oranienburgs Stadtbrandmeister Sven Marten (links) und Bürgermeister Alexander Laesicke machen sich ein persönliches Bild von der Kontrolle des Sperrkreises.
© Foto: Stadtverwaltung Oranienburg
+++ 08:15: Am Inselweg läuft der Countdown für die Bombenentschärfung Nummer 212 in Lehnitz. Die Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) sind schon seit dem frühen Morgen vor Ort. Nun fahren Polizei und Feuerwehr durch den Sperrkreis und prüfen, ob auch alle ihre Wohnungen verlassen haben. Wenn es gut läuft, müssten sie bis 10 Uhr durch sein. Erst wenn die Feuerwehr den Sperrkreis als vollständig geräumt meldet, dürfen die Sprengmeister mit der Entschärfung beginnen.
Am Inselweg läuft Countdown für Bombenentschärfung Nummer 212 in Lehnitz.
Am Inselweg läuft Countdown für Bombenentschärfung Nummer 212 in Lehnitz.
© Foto: Tilman Trebs
Einen Drohnenkommando der Polizei unterstützt am Mittwoch, 18. November, die Bombenentschärfung im Oranienburger Ortsteil Lehnitz. Aus der Luft sollen mit Wärmebildkameras Menschen aufgespürt werden, die sich unerlaubt im Sperrkreis aufhalten.

Bombe liegt in vier Metern Tiefe

Die Bombe liegt am Lehnitzer Inselweg in rund vier Metern Tiefe. Sie ist 500 Kilogramm schwer und mit einem chemischen Langzeitzünder ausgestattet. Sie war im Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Fliegern abgeworfen worden.

Wer Sperrkreis nicht verlässt, riskiert hohes Bußgeld

Für die Entschärfung müssen rund 5500 Menschen im Umkreis von einem Kilometer bis 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Danach kontrollieren Feuerwehr und Polizei den Sperrkreis.
Wer danach noch angetroffen wird und sich den Anweisungen der Ordnungshüter widersetzt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 1000 Euro.
Erst, wenn sich niemand mehr im Sperrkreis befindet, können die Sprengmeister vom Kampfmittelbeseitigungsteam mit der Entschärfung beginnen. Der S-Bahn-Ersatzverkehr fährt Lehnitz ab 8 Uhr nicht mehr. Die Regionalbahnen verkehren noch bis 10 Uhr zwischen Berlin und Oranienburg.

Schon mehr als 200 Blindgänger seit der Wende entschärft

Die Bombe in Lehnitz ist die 212., die seit der Wende vor 30 Jahren in Oranienburg unschädlich gemacht werden. Mehr zu den Bombenentschärfungen in Oranienburg gibt es auf einer Themenseite.