Das Oranienburger Logistikzentrum von Rewe im Gewerbepark Süd ist mit dem Ausbildungszertifikat der Neuruppiner Arbeitsagentur ausgezeichnet worden. Rewe bilde in Oranienburg nicht nur kontinuierlich aus. Das Unternehmen betreue seine Azubis auch gut, begründeten Patrick Marquardt und Robert Stahlberg vom Arbeitgeber-Service der Agentur.

Rewe zählt fast 30 Azubis in Oranienburg

Rewe bildet zurzeit 27 junge Menschen im Logistikzentrum zu Fachlageristen und Fachkräften für Lagerlogistik aus. Pro Jahr werden rund zehn junge Leute eingestellt. Die Übernahmequote liegt zwischen 85 und 90 Prozent.

Logistikzentrum braucht Personal für Erweiterung

„Wir brauchen den Nachwuchs“, sagt Betriebsleiter Mattias Menzel. Denn Rewe expandiere weiter. Ständig eröffnen in der Region neue Filialen. Entsprechend steigt auch der Umschlag im Oranienburger Logistikzentrum. 220 bis 250 Touren gehen inzwischen pro Tag hier raus. An den Verladetoren herrscht permanenter Hochbetrieb. Rewe erweitert deshalb seine Lagerkapazitäten. Im Herbst kommenden Jahres soll die neue Frischehalle in Betrieb gehen. „Dann werden wir hier die 600-Mitarbeiter-Marke knacken“, sagt Matthias Menzel. Zurzeit sind 580 Menschen am Standort beschäftigt.

Probleme mit einigen Jugendlichen

Rewe will sein Personal möglichst selbst beschäftigen und ausbilden. Doch das wird zunehmend schwieriger. „Es mangelt immer häufiger an grundlegenden Werten wie Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit“, sagt der Azubibetreuer im Logistikzentrum, Olaf Helmich. „Wir fangen hier nicht selten mit der Erziehung von 16-Jährigen an.“ Menzel attestiert seinem Ausbilder aber eine ganz gute Erfolgsquote. Einige Lehrlinge blieben dennoch auf der Strecke.

Rewe will Theorie am OSZ Oranienburg

Was die Rewe-Manager außerdem stört. Noch immer können sie nicht alle Azubis am Oranienburger Oberstufenzentrum theoretisch ausbilden lassen. Um dem Nachwuchs den 70 Kilometer langen Weg nach Werder/Havel zu ersparen, setzt Rewe deshalb auch auf die Dienste einer privaten Berufsschule in Berlin. „Das ist nicht optimal“, sagt Menzel. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte er vor einiger Zeit gebeten, prüfen zu lassen, ob die angehenden Fachlageristen für die Theorie auch ans Oranienburger OSZ gehen könnten. „Wir sind ja nicht die Einzigen, die in dem Bereich ausbilden. Auch Takeda würde das begrüßen“, sagt Menzel. Der Landrat sei zwar auf der Seite der Unternehmer. Im Land tue sich in dieser Frage aber nichts. Von der Ministerin hat er nichts wieder gehört. „Das ist enttäuschend“, so Menzel. Es sei nicht nötig, jungen Menschen solch lange Wege zuzumuten.