Nahverkehr: Kiezbus startet am 1. April

Test: Schon im Herbst 2016 fand eine erste Probefahrt statt.
Jürgen LiebezeitEigentlich sollte der Kiezbus schon im Dezember 2017 fahren. Bürokratische und organisatorische Probleme sorgten dann aber für die Verschiebung. So wurden beispielsweise die Unterlagen vom Berliner Senat an eine falsche Stelle im Reinickendorfer Rathaus geschickt. Erst nach einen Hinweis durch die Glienicker Verwaltung habe Berlin den Fehler beheben können, erklärt Arne Färber.
Der Kiezbus fährt – wie der derzeit eingesetzte Bus von Zühlsdorf/Mühlenbeck zum S-Bahnhof Hermsdorf – unter der Nummer 806. Die neue Linie verkehrt zwischen der Haltestelle Schildow-Kirche über Glienicke und dem S-Bahnhof Frohnau. „Durch die Kombination mit der bestehenden Linie 806 erhält der Busverkehr morgens und nachmittags an den Werktagen einen Zehn-Minuten-Takt“, informiert Färber. Im Gegensatz zum bereits existierenden 806er, der den S-Bahnhof Hermsdorf ansteuert, fährt der Kiezbus nicht auf der Bundesstraße 96, sondern über den Fürstendamm. So soll die neue Linie am täglichen Stau vorbeifahren. Am Wochenende wird ein 30-Minuten-Takt erreicht. An den Wochenenden fährt der Bus nach Angaben von SPD-Fraktionschef Uwe Klein ausschließlich zum S-Bahnhof Hermsdorf.
Die Buslinie 806 zum S-Bahnhof Frohnau gilt als normaler Linienbus, sodass für Schildower und Glienicker der C-Tarif gilt. Ein BC-Ticket kostet 3,10 Euro, für einen ABC-Fahrschein sind 3,40 Euro zu bezahlen. Um im Fahrplan des Berliner Verkehrsverbundes aufzutauchen, musste die Buslinie auch in das VBB-System integriert werden. „Leider ließ sich eine Ausweitung des AB-Tarifs auf Glienicke nicht erreichen“, verweist Färber auf einen früheren Vorstoß der Gemeinde. Selbst die Idee, dass Glienicke die Zusatzkosten für den C-Tarif übernimmt, wurde vom VBB abgelehnt.
Kommunalpolitiker haben den Start des „Frohnau-Expresses“, wie der Kiezbus auch genannt wird, begrüßt. „Ich freue mich sehr, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte Uwe Klein. FDP-Gemeindevertreter Jörg Rathmer hat bereits aktuelle Wahlplakate aufgehängt. Der Bus geht auf eine Idee seiner Partei zurück.
Probephase
■ Die Glienicker Gemeindevertretung hatte am 24. April 2018 beschlossen, den Kiezbus von Schildow/Kirche bis zum S-Bahnhof Frohnau zunächst für zwei Jahre fahren zu lassen.
■ Für diese Probezeit werden nach Angaben von Gemeindesprecher Arne Färber Haushaltsmittel in Höhe von 885 000 Euro zur Verfügung gestellt.
■ Sollte der Bedarf der neuen Linie nachgewiesen werden, könnte der Landkreis Oberhavel diese übernehmen und finanzieren.⇥(zeit)
