Sieben Esel unterstützen die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg jetzt nun bei der Landschaftspflege auf den Eichwerder Moorwiesen.

Einsatz zweimal im Jahr

Die Tiere des Vereins „Esel-Freunde Havelland“ sollen bis Ende 2025 zweimal im Jahr für mehrere Wochen die Flächen abgrasen. „Denn Gräser und Gehölze rauben den hier vorkommenden und vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten das Licht“, erklärt Stiftungssprecher Marc Thiele den Hintergrund der ungewöhnlichen Maßnahme.
Der Eichwerder, ein eiszeitlicher Sandhügel inmitten der gleichnamigen Moorwiesen im Naturpark Barnim, bietet vielen seltenen und hochspezialisierten Pflanzen ein Zuhause. „Hier auf dem trockenen Magerrasen gedeihen Arten wie das Kleine Habichtskraut und das Berg-Sandglöckchen. Diese Pflanzen sind sehr gut an unwirtliche Umweltbedingungen angepasst. Sie ertragen Hitze und extreme Trockenheit und benötigen nur wenige Nährstoffe“, erläutert Max Jung in der Pressemitteilung. Er arbeitet für die Stiftung und betreut das Gebiet.
Gräser und Gehölze stellen jedoch zunehmend eine bedrohliche Konkurrenz für die Vielfalt auf dem Eichwerder dar. „Die sensiblen Magerrasenpflanzen werden von diesen kon-kurrenzstarken Pflanzen geradezu überwuchert. Einige stehen bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten und sind vom Aussterben bedroht“, beschreibt Jung die Situation und liefert auch eine Erklärung: „Das Problem sind die steigenden Einträge von Nitrat und Stickstoffverbindungen aus der Luft, die sich im Boden anreichern. Auf den ursprünglich nährstoffarmen Flächen können sich dadurch Gräser und Gehölze rasch ausbreiten“.

Vierbeinige Landschaftspfleger

Dass es auf dem Eicherwerder nicht so weit kommt, dafür sorgen seit dieser Woche die vierbeinigen Landschaftspfleger des Esel-Vereins. Auf der zwei Hektar großen Fläche sollen die sieben Esel den Grasbewuchs eindämmen und damit die Artenvielfalt erhöhen. Esel sind hierbei besonders hilfreich, weil ihr Verdauungssystem anders als das von Pferden oder Kühen an karge Kost angepasst ist. Eselmägen können auch harte Gräser und sogar verholzte Stauden verwerten. Zudem legen die Tiere durch Scharren und Suhlen sowie durch Verbeißen der Grasnarbe die Erde frei. So geben sie den schutzbedürftigen Pflanzen das Licht zum Keimen und zum Wachsen – denn diese benötigen viel Sonne.
„Es ist immer wieder überraschend, welche Farbenpracht aus gelbleuchtenden Sand-Strohblumen, violetten Grasnelken, bunten Schmetterlingen und vielen anderen Tier- und Pflanzenarten sich zur Sommerzeit auf dem eher kahlen Eichwerder entfaltet“, sagt Max Jung. Ein Paradies nicht nur für Bienen und andere Insekten, sondern auch ein Blickfang für Spaziergänger.

Esel nicht füttern und streicheln!

Der beliebte Moorlehrpfad in den Eichwerder Moorwiesen führt auch an der beweideten Fläche vorbei. Die Naturschützer weisen jedoch dringend darauf hin, dass die beweideten Flächen nicht betreten und vor allem die Esel nicht gefüttert werden dürfen.

Hintergrund


Die Eichwerder Moorwiesen befinden sich im Eigentum der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg und sind als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Die Stiftung ist hier seit Jahren aktiv. Im Rahmen ihres EU-LIFE-Projekts „Kalkmoore“ hatte die Stiftung bereits umfangreiche Wasserbaumaßnahmen zur Erhaltung des Moores umgesetzt sowie den beliebten Moorlehrpfad anlegen lassen.

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet.

Mehr als 900 Projekte mit einem finanziellen Umfang von rund 149 Millionen Euro hat die Stiftung seit ihrer Errichtung gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Betrieben oder Privatpersonen realisiert oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.