Was läuft gut in Ihrem Ortsteil?
Olaf Bendin: Wir können stolz auf unsere Feuerwehr und die zahlreichen Vereine im Ort sein. Die pflegen wirklich eine gute Zusammenarbeit, die in jüngster Zeit sogar noch besser geworden ist. Auch mit unserer sozialen Infrastruktur, wie Kita, Grundschule, Hort und Sporthalle, können wir ganz zufrieden sein.
Wo hakt es, welches Problem müsste vordringlich gelöst werden?
Ich sage nur Radwege, Radwege und nochmals Radwege. Die fehlen uns. Es ist beschämend, dass wir selbst 30 Jahre nach der politischen Wende es nicht geschafft haben, sichere Radwege im Ort und entlang den Landesstraßen nach Velten und nach Schwante zu bekommen. Das werte ich auch ein Stück weit als meine persönliche Niederlage. Trotz aller Bekenntnisse erwarten wir aber auch von der Stadt und den drei hiesigen Landtagsabgeordneten noch mehr nachhaltige Unterstützung, damit diese dringend nötigen Radwege endlich gebaut werden.
Halten Sie die Unterstützung durch die Stadt für ausreichend und angemessen?
Die Informationspolitik der Stadt ist einfach mangelhaft. Das sehe ich genauso, wie es mein Ortsvorsteherkollege Heinz Ließke aus Wensickendorf schon auf den Punkt gebracht hat. Ein aktuelles Beispiel dafür sind in Germendorf die Bauarbeiten des  Entwässerungsbetriebs in der Straße Am Bahndamm. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde auch die Annahofer Straße, die sich in einem tadellosen Zustand befindet, an mehreren Stellen aufgerissen. Ich kann nicht verstehen, warum ich darüber nicht genau informiert wurde. Ich hoffe, dass die Annahofer Straße vom Entwässerungsbetrieb wieder in den guten Zustand versetzt wird, den sie vorher hatte.
Erwarten Sie weiteren Zuzug in Ihrem Ortsteil?
Ja, Nachfragen gibt es regelmäßig. Allerdings kommt ein mögliches kleines Baugebiet im Bereich des Mühlensteigs nicht so recht voran. Auch in der zweiten Reihe gäbe es in der Ringstraße und der Hohenbrucher Straße noch Bauflächen. Doch dazu wäre ein vereinfachtes  Bebauungsplanverfahren nötig, das die Stadt bisher aber nicht auf den Weg bringen will. Vorstellen könnte ich mir zudem noch den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern am Birkenwäldchen. Dort könnten sowohl seniorengerechte Wohnungen als auch Wohnraum für junge Leute entstehen. Das wäre dann ein Angebot für ältere und jüngere Germendorfer, die möglichst im Ort bleiben wollen, bisher aber keine passenden Wohnungen finden.
Hat durch die Corona-Krise der Zusammenhalt im Ort gelitten?
Nein, ganz bestimmt nicht. Ich habe den Eindruck, dass der Zusammenhalt eher noch gewachsen ist. Im Ortsbeirat haben wir uns telefonisch ausgetauscht. Inzwischen haben wir uns aber auch schon mal wieder getroffen. Auch Glückwünsche zu Seniorengeburtstagen habe ich in jüngster Zeit wieder persönlich überbracht.
Welche Veranstaltungen, die traditionell in Ihrem Ort stattfinden, mussten oder müssen abgesagt werden?
Bisher sind alle Veranstaltungen ab März ausgefallen. Das wird wohl auch noch für das Tierparkfest gelten, das traditionell immer Ende August über die Bühne geht. Fraglich ist im Moment noch, ob und in welchem Rahmen unser Ortsteilfest Mitte September stattfinden kann. An den Vorbereitungen wird allerdings schon recht intensiv gearbeitet. Das sieht eigentlich ganz gut aus, sodass wir die Hoffnung haben, dass es doch stattfinden kann.
Wie haben Sie selber diese  Krise gemeistert?
Meine Familie und ich haben diese Krise bisher recht gut durchgestanden. Wir sind gesund geblieben und wünschen das auch allen anderen Menschen. Ich hoffe, dass das mit der Gesundheit auch so bleibt. Gefreut hat mich, dass ich gerade zum dritten Mal Opa geworden bin und auch da alles gesund ist.
Welches sind Ihre größten Wünsche für die Zukunft?
Gesundheit! Und natürlich die angesprochenen Radwege, um die wir schon solange kämpfen. Außerdem wünsche ich mir, dass die Stadt den maroden Kita-Altbau endlich abreißt, damit auf dem Gelände  - wie geplant – die Außenanlagen für die neue Kita erweitert werden können.
Was oder welchen Ort würden Sie Besuchern auf  jeden Fall zeigen und warum?
Natürlich den Tier-, Freizeit- und Saurierpark, der nun mal die größte Attraktion in Germendorf  ist, und der sich großer Beliebtheit erfreut. Ich liebe aber auch die Natur, freue mich, dass wir noch recht viel Wald rund um Germendorf haben. Da bin ich gern unterwegs, einfach um zu entspannen. Auch diese Orte würde ich Besuchern gern vorstellen.

Zur Person: Olaf Bendin


Olaf Bendin (57) ist selbstständiger Handwerksmeister der Heizungs- und Sanitärbranche. Da familiär vorbelastet, hat er seit vielen Jahren die Landwirtschaft zu seinem wichtigsten Hobby gemacht. Unter anderem hält er Zwergzeburinder.

Ortsvorsteher von Germendorf ist Olaf Bendin seit 2008. In der Kommunalpolitik mischt er aber schon seit 1993 mit, anfangs zunächst als CDU-Gemeindevertreter in seinem Heimatort Germendorf. Der Stadtverordnetenversammlung gehört er für die SPD seit 2003 an, als die Ortsteile eingemeindet wurden. Seit vorigem Jahr ist Bendin Vorsitzender des Bauausschusses. Für eine Wahlperiode saß er auch im Kreistag.

Der Ortsbeirat Germendorf besteht aus fünf Mitgliedern. Neben Olaf Bendin sind das Stefan Krüger (SPD) als sein Stellvertreter, Heino Sandig und Florian Birkholz (beide FDP) und Dietmar Wackrow (CDU). bren