Übung der Polizei in Oranienburg
: Amoklauf an einer Schule – das steckt hinter dem Einsatz

UPDATE (7.2.): Die Polizei Brandenburg rückt zu einer sogenannten „Amoklage“ an einer Schule in Oranienburg aus. Der simulierte Terror-Anschlag wird an zwei Tagen geprobt. Das ist bislang bekannt.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
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Amoklauf an einer Schule in Oranienburg: Wie muss sich die Polizei verhalten – und das ohne SEK? Das soll jetzt geübt werden, wie hier 2015 in Berlin.

Bernd Von Jutrczenka/dpa

Die islamistisch motivierten Terroranschläge auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und das Konzerthaus Bataclan in Paris 2015 fallen der Pressestelle des Brandenburger Polizeipräsidiums ein, wenn sie über die Bedeutung einer anstehenden Polizeiübung informiert. In Oranienburg wird am Mittwoch (7. Februar) und Donnerstag der Ernstfall an Schulen geübt. Das ist bislang bekannt.

Die Pressestelle informierte, dass in den Winterferien an Schulen in Potsdam und Oranienburg sogenannte „Amoklagen“ simuliert und trainiert werden, „wobei Teile der Übungen auch außerhalb der Schulgelände stattfinden“. Die Übung in Potsdam fand am Montag (5. Februar) statt.

Polizei will Panik in Bevölkerung vermeiden

Orte und Inhalte seien „ohne konkreten Anlass“ gewählt worden. Die Übungen „dienen der Vorbereitung von Einsatzkräften in kritischen Situationen an Schulen oder in vergleichbaren Gebäuden“. Die Polizei informiert vorab, um Irritationen in der Bevölkerung zu vermeiden, da die Übungen echt aussehen und Öffentlichkeit erzeugen wird. Aber: „Es besteht keine Gefahr für Unbeteiligte, die Schulen oder ihre Umgebung.“

Auf Nachfrage war am Dienstag (6.02.) in der Potsdamer Pressestelle nicht viel zu erfahren. Mögliche Oranienburger Schulen, an denen die Übungen stattfinden, wurden nicht genannt. Auch eine Uhrzeit war nicht in Erfahrung zu bringen. Am Mittwoch war dann klar: Die Polizei übt den Ernstfall – einen terroristischen Anschlag – im Runge-Gymnasium, direkt am Bahnhof. Straßen wurden dafür nicht gesperrt. Die Bereitschaftspolizei soll lernen, mit einer lebensbedrohlichen Einsatzlage umzugehen – auch ohne auf das Spezialeinsatzkommando (SEK) zu warten.

Der Einsatz soll für die Brandenburger Polizei so realistisch wie möglich ablaufen. Die Polizei übte laut einem Medienbericht beim fingierten Szenario in Potsdam mit rund 70 Beamten unter anderem das Vorgehen in Gebäude, wie Täter in dieser Ausnahmesituation gestellt werden sowie die taktische Kommunikation. Die Ferienzeit sei wegen der leerstehenden Schulen ideal, hieß es aus dem Polizeipräsidium.