Solch einen Einsatz erleben die Beamten der Polizei auch nicht alle Tage. Am Mittwochmorgen erwischten sie bei einer Radarkontrolle am Autobahndreieck Oranienburg sechs schwedische Autofahrer, die allesamt viel zu schnell unterwegs waren.
Die fünf Fahrer und eine Fahrerin saßen alle in hochwertigen Mercedes-Fahrzeugen der AMG-Reihe. Die Polizei vermutete ein illegales Autorennen und setzte zur Verfolgung an.

Erlaubt war Tempo 100

Die Geschwindigkeit der sechs in Schweden zugelassen Fahrzeuge, die über die A111 aus Berlin kamen und über die A10 und die A24 in Richtung Heimat steuerten, wurde gegen 9.37 Uhr am Autobahndreieck durch eine mobile Geschwindigkeitsüberwachung der Verkehrspolizei gemessen. Die Beamten staunten sicherlich nicht schlecht, als sie das Ergebnis sahen. Bei erlaubten 100 Kilometern pro Stunde (Km/h) lagen die gemessenen Geschwindigkeiten bei 263 Km/h, 214 Km/h, 211 Km/h, 197 Km/h, 192 Km/h sowie 176 Km/h, teilte Carola Haase von der Polizeiinspektion Oranienburg am Donnerstag mit.

Verfolgung mit dem Videowagen

Durch Beamte der Autobahnpolizei sowie durch Polizisten des Videofahrzeuges konnten alle Fahrzeuge rund 60 Kilometer später auf dem Raststättengelände Walsleben-West an der A24 angehalten werden. Zunächst lag die Vermutung nahe, dass die sechs Schweden sich ein illegales Autorennen lieferten. „Aber eine auffällige Fahrweise war nicht feststellbar“, so die Polizeisprecherin. Dennoch wurde wegen der erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen Rücksprache mit einer Staatsanwältin in Neuruppin gehalten. Aufgrund der polizeilichen Beobachtungen sowie der Tatsache, dass teilweise auf der A111 keine Geschwindigkeitsbeschränkung vorlag, wurde dann in der Raserei kein Renncharakter gesehen.

Rundreise auf Einladung aus Malmö

Bei der Befragung stellte sich dann heraus, dass die schwedische Reisegruppe mit Fahrern im Alter von 55, 52, 52, 51, 45 Jahren und einer Fahrerin im Alter von 34 Jahren auf Einladung von AMG Malmö an einer dreitägigen Rundreise mit Besichtigung von Sehenswürdigkeiten teilnahmen. Sie befand sich auf der Rückreise nach Schweden.
Die Schweden erwartet jetzt ein Ordnungswidrigkeitenverfahren. Zur Sicherung des Verfahrens musste sie eine Gesamtsumme in Höhe von 8641 Euro entrichten. „Anschließend konnten sie mit mäßiger Geschwindigkeit ihre Reise fortsetzen“, so Polizeisprecherin Carola Haase. In Schweden darf auf Autobahnen maximal 120 Kilometer pro Stunde gefahren werden.