Rückstellung
: Straßenbau und Beleuchtung weiter umstritten

Mit vier Petitionen zu Straßenbau und Erneuerung der Straßenbeleuchtung befassen sich die Gemeindevertreter von Mühlenbecker Land.
Von
Heike Weißapfel
Schildow
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Im Bauausschuss wurde eifrig diskutiert.

Heike Weißapfel

Das Interesse an der Bauausschusssitzung des Mühlenbecker Landes war am Montagabend mindestens ebenso groß wie in der Schildower Ortsbeiratssitzung. Kein Stuhl im Bürgersaal blieb unbesetzt. Und es kam zu den drei Petitionen, die zurzeit diskutiert werden, sogar noch eine weitere hinzu, die Anwohner der Viktoriastraße übergaben.

Viele Bewohner des „Dichterviertels“ wünschen eine Reparatur der Beleuchtung statt einer 400 000 Euro teuren Erneuerung, von der sie Dreiviertel der Kosten tragen sollen. In der Elisabethstraße und der Straße Lindeneck bleibt das geplante Kammerpflaster Stein des Anstoßes. Es ist teurer als Asphalt, und es wird bezweifelt, dass es für die Versickerung des anfallenden Regenwassers bei Stark­regen geeignet ist. So sehen es auch die Anwohner an der Viktoriastraße.

Auch wenn aus dem Publikum noch eine Anwohnerversammlung gewünscht und ein Gutachten zum Lindeneck gefordert wurde, scheinen die Argumente doch weitgehend ausgetauscht, wobei einzelne Sprecher mal dem Planungsbüro, mal den Gemeindevertretern, mal der Verwaltung die Kompetenz absprachen und sich dafür sehr selbstsicher über das ihrer Ansicht nach richtige und preisgünstige Vorgehen äußerten.

„Ich bitte darum, keine Falschmeldungen zu verbreiten“, erklärte denn auch Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky auf die wiederholte Äußerung seitens der Freien Wähler, in einer bestimmten anderen Gemeinde sei es problemlos möglich gewesen, einfach neue Leuchtmittel in die alten Laternen zu schrauben. Sehr wohl seien dort auch die alten Betonmasten durch Stahlmasten ersetzt worden, habe er nachgefragt. Labitzky erklärte, er halte eine Instandsetzung auf Dauer nicht für haltbar: „Es kann ja sein, dass es irgendwo noch sinnvoll war, Leuchtmittel auszutauschen – hier aber nicht.“

Insgesamt überwiegt bei diesen Vorhaben aber auch bei den Bauausschussmitgliedern vorerst die Skepsis. Mit der Verlegung des Kammerpflasters werde auch die Straßenreinigung teurer, prophezeite Werner Haberkern (Freie Wähler). Der Straßenbau habe so viel Widerspruch hervorgerufen, „dass wir das nicht reinen Gewissens empfehlen können“.

„Das Kammerpflaster funktioniert nicht“, sprach Jens Berschneider (Freie Wähler) für die Hubertusallee in Summt aus Erfahrung und schlug Sickermulden sowie entsprechend schmaler gebaute Straßen vor. Auch der Bauausschussvorsitzende Klaus Brietzke (CDU) war der Ansicht, dass das Kammerpflaster in Anbetracht von konzentrierten Niederschlägen auf die Dauer ungünstig sei. Er sprach sich für den Bau von Rigolen und Rückhaltebecken aus, eine Ableitung des Regenwassers sei an den Enden dieser Straßen möglich. Eine preiswertere Lösung als das Pflaster sei dies allerdings nicht.

Ebenso wie der Schildower Ortsbeirat votierten die Bauausschussmitglieder mehrheitlich dafür, die Reparatur oder Erneuerung der Beleuchtung wie der Straßen zu verschieben. Die Antwortschreiben zu den Petitionen wurden abgelehnt und sollen noch einmal überarbeitet werden.

Auch die Prioritätenliste für den Ausbau von Straßen in allen vier Orten der Gemeinde in den kommenden zehn Jahren bekam keine Empfehlung der Gemeindevertreter. Sie soll weiter beraten werden.

Regenwasser

Die Satzungen zum Oberflächenwasser sollen in Mühlenbecker Land neu gefasst werden, um mehr Beitragsgerechtigkeit zu schaffen. Eckgrundstücke oder Grundstücke mit oder ohne Gehweg sollen beispielsweise nicht mehr gesondert veranlagt werden. „Das Regenwasser kann keiner beeinflussen“, so der Ausschussvorsitzende Klaus Brietzke (CDU). „Aber nicht alle Straßen sind gleichermaßen in der Lage, das Wasser abzuleiten.“ ⇥(hw)