S-Bahnhof Hohen Neuendorf
: Kommt das fehlende S-Bahn-Logo bald zurück?

In Hohen Neuendorf fehlt vielen zur besseren Orientierung das markante S-Bahn-Logo am neuen Kulturbahnhof. Eine Aktivistin organisiert deshalb eine Spendenaktion. Aber es gibt offene Fragen.
Von
Jürgen Liebezeit
Hohen Neuendorf
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S-Bahn-Symbol spiegelt sich in einer Scheibe: ARCHIV - 11.07.2024, Hessen, Frankfurt/Main: DB Regio hat eine Partnerschaft mit Google bekanntgegeben. (zu dpa: «RMV sieht Personalsituation verbessert - Ausfälle bei S8») Foto: Andreas Arnold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wer in Brandenburg und Berlin das weiße „S“ im grünen Kreis sieht, weiß, dass ein S-Bahnhof in der Nähe ist. In Hohen Neuendorf fehlt das Schild aber. Es gibt am neuen Kulturbahnhof lediglich einen kleinen Aufkleber am Eingang. Das will Jutta Makowski jetzt ändern.

Andreas Arnold/dpa
  • In Hohen Neuendorf fehlt am Kulturbahnhof das bekannte S-Bahn-Logo – ein Aufkleber ersetzt es.
  • Bürgerin Jutta Makowski sammelt online Spenden für zwei neue, gut sichtbare Schilder.
  • Stadt und S-Bahn gaben keine Zusage, eine offizielle Genehmigung für die Schilder liegt nicht vor.
  • Der Bürgermeister erklärt: Das Logo kehrt nicht zurück, da es nun ein Kulturbahnhof ist.
  • Hintergrund: Das S-Bahn-Symbol mit weißem „S“ auf grünem Kreis wurde 1930 in Berlin eingeführt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jedes Kind kennt das typische Symbol für die Berliner S-Bahn, die auch in Hohen Neuendorf hält. Doch vielen Menschen in Hohen Neuendorf fehlt das markante Logo. Mit der Eröffnung des Kulturbahnhofs Anfang Juli ist das weiße „S“ auf grünem, kreisrunden Grund nicht zurückgekehrt. Es wurde im Zuge der Sanierung, Modernisierung und des Umbaus des Gebäudes zum Kulturbahnhof abgebaut.

Das will Jutta Makowski jetzt ändern. Die Hohen Neuendorferin hat eine private Spendenaktion gestartet. Ihr Ziel: „Unser Bahnhof soll als solcher wieder erkennbar sein.“ Deshalb sammelt sie jetzt über eine Online-Plattform Geld für zwei neue Schilder mit dem typischen Design.

„Das Schild über der Eingangstür ist nur zu sehen, wenn man direkt davorsteht“, kritisiert sie die ihrer Meinung nach zu klein geratene Ausschilderung. „Leider ist im Vorbeifahren nicht mehr erkennbar, dass auch der S-Bahnhof am selben Ort wie der Kulturbahnhof ist.“

Das fehlende S-Bahn-Logo ist Thema in Hohen Neuendorf

Weil ihre Anfragen zu einem neuen Schild weder bei der Stadt noch bei der S-Bahn GmbH Berlin zu einem positiven Ergebnis führten, nimmt sie die Sache nun selbst in die Hand. Sie initiierte vor wenigen Tagen eine private Spendenaktion, um zwei Schilder zu bestellen. Sie sollen an einem Mast auf der Brücke befestigt werden und so von der Straße sichtbar auf den S-Bahnhof hinweisen.

Pendeln

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Eine offizielle Genehmigung für die Aktion hat sie nicht. „Die S-Bahn toleriert solche privaten Initiativen wohl“, hat Jutta Makowski gehört. Auch die Stadtverwaltung sei nicht abgeneigt.

„Das Schild über der Eingangstür ist nur zu sehen, wenn man direkt davorsteht“
Jutta Makowski
Initiatorin einer Spendenaktion

Das fehlende S-Bahn-Logo spielte auch schon in der Stadtpolitik eine Rolle und war in der April-Sitzung der Stadtverordneten am Rande ein Thema. Horst Tschaut (AfD-Fraktion) kritisierte kurz vor Ostern, dass das „S“, das Emblem der Berliner S-Bahn, direkt am Bahnhof fehle. Dafür hatte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) eine einfache Erklärung: „Das kommt da nicht mehr hin, weil es kein reines Bahnhofsgebäude mehr ist. Es ist ein Kulturbahnhof.“

Das umstrittene Kunstwerk am Kulturbahnhof Hohen Neuendorf sorgt überregional für Schlagzeilen. Kritiker sprechen von „Buchstabensalat“, Befürworter loben die kreative Anordnung der Buchstaben in der Schriftart „Bahnhofsfutura“.

Das umstrittene Kunstwerk am Kulturbahnhof Hohen Neuendorf sorgt überregional für Schlagzeilen. Kritiker sprechen von „Buchstabensalat“, Befürworter loben die kreative Anordnung der Buchstaben in der Schriftart „Bahnhofsfutura“. An der rechten Eingangstür ist das kleine S-Bahn--Logo zu sehen.

Jürgen Liebezeit

Das 102 Jahre alte und denkmalgeschützte Gebäude ist für knapp neun Millionen Euro aufwendig saniert und zu einem modernen Treffpunkt für Kultur, Bildung und Begegnung umgebaut worden. Das Prestigeprojekt ist in der Stadt umstritten. Kritikpunkte sind die stark gestiegenen Baukosten sowie das neue, kontroverse Kunstwerk an der Fassade.

Hintergrund im Berliner S-Bahn-Symbol

Das klassische S-Bahn-Symbol (ein weißes „S“ auf rundem, grünem Grund) wurde am 1. Dezember 1930 in Berlin eingeführt.

Entworfen hat es der Berliner Gebrauchsgrafiker Fritz Rosen.

Das „S“ steht für Stadtbahn.

Die Initiatorin ist in Hohen Neuendorf keine Unbekannte. Sie engagiert sich in der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und sorgte vor zwei Jahren mit einer spektakulären Fahrradtour für Aufmerksamkeit.

Gemeinsam mit ihrem Mann Viktor fuhr sie ein knappes Jahr lang mit einem Tandem von Kalifornien bis nach Argentinien. Fast 20.000 Kilometer bewältigte das Duo, das sich mit der Reise durch Nord-, Mittel- und Südamerika einen Lebenstraum erfüllte.

Die Online-Spendenaktion „Wir sammeln für ein großes S-Bahn-Schild“ ist auf der Plattform von gofund.me zu finden. Jutta Makowski rechnet mit Kosten in Höhe von 700 Euro für das Projekt. Erste Spenden sind bereits eingegangen.