Sieben-Punkte-Plan: SPD will eine attraktivere Innenstadt für Oranienburg

Da könnte der Schlüssel für eine attraktivere Innenstadt liegen: Matthias Hennig (l.) und Björn Lüttmann zeigen auf den Durchgang, der von der Bernauer Straße auf das frühere OVG-Gelände an der Rungestraße führt, wo ein Einkaufszentrum entstehen soll.
Friedhelm BrenneckeSie fordern, gerade jetzt in Zeiten von Corona, wo sich sowieso viel ändert, die Bernauer Straße und die neu zu entwickelnde Fläche des ehemaligen OVG-Verkehrshofs in der Rungestraße in den Fokus zu nehmen, um Oranienburg attraktiver zu machen. Dazu hat die Fraktion jetzt einen Antrag mit sieben Punkten für die Stadtverordnetenversammlung erarbeitet. Oranienburg habe zweifellos „enormes Potential“, wie der anhaltende Zuzug in die Oberhavel-Kreisstadt zeige. Gerade auch in diesem Wachstum durch kaufkräftiges Publikum liege eine große Chance, die Innenstadt noch attraktiver zu gestalten.
Fußgängerzone ja oder nein?
Zum einen erwarten die Sozialdemokraten, dass mit kurzfristig zu realisierenden Maßnahmen die Bernauer Straße aufgewertet werden könne. Sie denken dabei etwa an einladende Beleuchtungskonzepte, an einheitliche Stadtmöbel und an ein Parkleitsystem. Dafür sollten im Haushalt 2021 ebenso Mittel eingeplant werden, wie für eine professionelle Machbarkeitsstudie zu den Potentialen der Bernauer Straße.
Soll die zwischen Lehnitzstraße und Stralsunder Straße zur reinen Fußgängerzone werden? Oder nur zur Teil-Fußgängerzone? Oder ist das wegen der Bundesstraße 273 ohnehin unrealistisch? „Über dieses immer wieder diskutierte Thema wollen wir endlich mal Klarheit und überzeugende Antworten bekommen“, heben Hennig und Lüttmann hervor.
Neben einem attraktiven Einzelhandel gehe es aber auch um gastronomische Angebote und um eine deutlich verbesserte Aufenthaltsqualität. "Wir stellen uns die Innenstadt als Treffpunkt, als Ort des Zusammenkommens vor, mit dem sich die Oranienburger identifizieren. So wie das bei der Lichternacht funktioniert, nur verstetigt“, sagt Lüttmann. Mehr Grün, mehr regionale Angebote, mehr Plätze zum Verweilen und vielleicht auch weniger Autos oder gar keine mehr, wenn für sie um die Ecke in der Rungestraße eine Parkgarage entsteht.
Und das ist eine weitere Forderung: Von der Oranienburg Holding und Woba erwartet die SPD eine zeitnahe Umsetzungsstrategie für das ehemalige OVG-Gelände an der Rungestraße, das jetzt der Woba gehört. Dort soll laut Stadtverordnetenbeschluss ein Einzelhandels- und Wohnstandort entwickelt werden. Den gelte es, optimal an die Bernauer Straße anzubinden, sodass beide Seiten voneinander profitierten.
Weiter wünscht die SPD, dass Wirtschaftsförderung und Stadtplanung zur Innenstadtentwicklung einen regelmäßigen runden Tisch einberufen. Wie es bereits das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) vorsehe, sollten auch „Stadtdialoge“ veranstaltet werden, um möglichst alle Akteure auf dem Weg zu einer attraktiveren Innenstadt mitzunehmen.
Geprüft werden müsse außerdem, ob ein weiterentwickeltes Geschäftsstraßenmanagement in die Wirtschaftsförderung der Stadt zu integrieren sei. Ebenso, ob eine Standort- und Immobiliengemeinschaft (Business-Improvement-Districts) für die Innenstadt Sinn mache.
Schließlich erwartet die SPD-Fraktion, dass die Oranienburg Holding an einer Attraktivierung der Innenstadt, sowohl durch ihre eigene Arbeit als auch die der einzelnen Tochterunternehmen, mitwirken müsse. „Aufgabe der Holding sollte es zum Beispiel sein, eine übergreifende Marketingstrategie pro Oranienburg zu entwickeln“, sagt Björn Lüttmann.
„Für weitere Anregungen sind wir offen. Auch andere Fraktionen sind eingeladen, mit uns gemeinsam einen großen Schritt auf dem Weg für eine attraktivere Innenstadt zu beschreiten“, sagt Fraktionschef Matthias Hennig.
Ein Bebauungsplan existiert bereits
Planungsrechtlich haben die Stadtverordneten mit dem Aufstellungsbeschluss zum B-Plan Nr. 131 schon im Dezember 2018 Voraussetzungen für den ehemaligen OVG-Verkehrshof geschaffen.
Auf dem 11 000 Quadratmeter großen Gelände an der Rungestraße soll ein leistungsfähiger Einzelhandels- und Wohnstandort mit Verbindung zur Bernauer Straße entstehen.⇥bren