Sommerbeginn
: Lebensretter der DLRG Oranienburg raten zur Vorsicht in Seen – und erhalten Geld

Die geschlossenen Bäder haben bei Schwimmern Trainingsrückstände hinterlassen, sagt die DLRG Oranienburg.
Von
Tilman Trebs
Oranienburg
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Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) unterstützt in diesem Jahr das Sommercamp der DLRG Oranienburg. Die Zuwendungsbescheid brachten MBS-Marktdirektor Olaf Neupert (rechts) und Landrat Ludger Weskamp (links) am Montag beim DLRG-Ortsvorsitzenden Martin Jülich vorbei.

Tilman Trebs

Warum, erklärt Kathleen Pieper, die die Oranienburger Geschäftsstelle der DLRG managt. „Das ausgefallene Training hat zu konditionellen Rückständen bei vielen Freizeitschwimmern, aber auch bei unseren Rettungsschwimmern geführt. Deshalb sollten vor allem die vorsichtig sein, die jetzt wieder längere Strecken zurücklegen wollen.“

Auch die DLRG, die in Oranienburg 230 Mitglieder zählt und vor allem Kinder und Jugendliche zu Rettungsschwimmern ausbildet, ist erst in den vergangenen Tagen wieder ins Training eingestiegen. Der Zugang zum Sportbad der Turm-Erlebniscity blieb den Lebensrettern seit Mitte März genauso verwehrt, wie allen anderen Freizeit- und Vereinssportlern. Seit dieser Woche wird im Freiwasser trainiert. Der Turm stünde der DLRG momentan nur einmal pro Woche zur Verfügung.

Trainingsrückstand aufholen wollen die Oranienburger DLRG-Schwimmer außerdem Ende August beim diesjährigen Sommercamp im Jugenddorf Gnewikow am Ruppiner See. Dort werden die 16 Teilnehmer auch im Umgang mit den Rettungsbooten, der Funktechnik und sonstigen Aufgaben bei der Lebensretttung im Wasser geschult. Und seit Montag ist auch die Finanzierung des fast 4000 Euro teuren Sommercamps geklärt. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) wird den größten Teil der Kosten übernehmen. Oberhavels MBS-Marktleiter Olaf Neupert und Landrat Ludger Weskamp (SPD) brachten den Zuwendungsbescheid am Montag persönlich in die Geschäftsstelle der DLRG-Ortsgruppe an der Lehnitzstraße. „Wir wollen die DLRG auch in dieser Zeit nicht im Regen stehen lassen“, sagte Neupert, der die konkrete Spendensumme nicht nennen wollte. Kreisweit schüttet die MBS zurzeit 96 000 Euro an 45 Vereine im Landkreis aus. Auf eine zentrale Veranstaltung zur Übergabe der Fördermittel hatten Kreis und MBS in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie verzichtet. Neben der DLRG haben unter anderem auch  die Waldschule in Briese, die Elterninitiative Selbsthilfe in Leegebruch, der RSV Wadenbeißer in Oranienburg oder auch der BBC in Birkenwerder, der Verein „Große für Kleine“ in Gransee und die evangelische Kirche in Löwenberg Geld erhalten.

Die DLRG hofft, dass die Sparkasse den Verein auch bei einem viel größeren Projekt nicht im Regen stehen lässt. Die Lebensretter arbeiten an der Lehnitzstraße unter beengten Verhältnissen. Die Geschäftsstelle ist in die Jahre gekommen. Ein Umzug ist deshalb geplant. Wie Kathleen Pieper, die das Projekt „Neue Geschäftsstelle“ für den Verein leitet, am Montag berichtete, sei die DLRG mit der Oberhavel Holding über einen Standort auf dem früheren Lehnitzer Kasernengelände im Gespräch. "Die Bedingungen dort wären gut für uns“, sagte Kathleen Pieper und bat Olaf Neupert um Gespräche zur Finanzierung des Projektes.

Zeit für Gespräche hätten die Lebensretter momentan jedenfalls. In der Regel sichern sie größere Veranstaltungen auf und am Wasser ab, übernehmen dort auch den Sanitätsdienst. Doch in diesem Sommer gibt es kaum etwas zu tun. Das Oranienburger Drachenbootrennen, das am vergangenen Wochenende geplant war, ist in diesem Jahr ebenso wegen Corona abgesagt worden, wie das Baumblütenfest in Werder bereits im April  – um  zwei Beispiele zu nennen. Zeit für die Oranienburger, ihre Zukunft zu planen.