Spargelhof Kremmen: Saison-Ende naht – so genießen Sie Spargel bis Weihnachten

Fleißarbeit am Fließband: Erntehelferinnen sortieren die Spargelstangen, die frisch vom Feld angeliefert werden. In wenigen Tagen endet die aktuelle Spargelsaison.
Jürgen Liebezeit- Spargelsaison endet am 24. Juni, nach etwa 100 Tagen Ernte.
- Malte Voigts aus Kremmen erzielt gute Erntemengen und Rekorde.
- Spargel kann bis Weihnachten genossen werden, wenn richtig bevorratet wird.
- Besuch der rumänischen Botschafterin zur Überprüfung der Arbeitsbedingungen.
- Preise könnten wegen Mindestlohn steigen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Endspurt beim Edelgemüse: Nach nicht einmal 90 Tagen endet am 24. Juni die Spargelsaison 2025. Bereits jetzt geht die Erntemenge auf dem Spargelhof in Kremmen zurück, weil die ersten Pflanzen schon Erholung brauchen. „Wir wollen auch in der nächsten Saison wieder qualitativ hochwertigen Spargel anbieten können“, begründet Spargelbauer Malte Voigts die langsame Reduzierung der Erntemengen.
Doch pfiffige Gourmets können auch nach dem Ende der Ernte die beliebten Stangen aus regionalem Anbau genießen. Der Spargelbauer weiß, wie die Saison verlängert werden kann – sogar bis Weihnachten.
Gut 1000 Tonnen Spargel werden bis zum Saisonende auf den Feldern rund um Kremmen gestochen und vermarktet worden sein. „Damit liegen wir dann leicht über unserer Prognose, aber im Durchschnitt der vergangenen Jahre“, ist Voigts zufrieden. Besonders erfreulich sei, dass der Hofladen und das Restaurant besser frequentiert wurden als in den Vorjahren.
Spargelhof Kremmen beschäftigt mehr als 500 Menschen
Durchschnittlich werden zwischen 25 und 35 Tonnen pro Tag geerntet. Zum Saisonstart Ende März waren es täglich gerade einmal 100 Kilogramm. An einem Rekordtag in dieser Saison wurden dagegen 55 Tonnen Spargel gestochen. „Das ist logistisch aber kaum noch zu bewerkstelligen“, drosselt Voigts dann das Tempo seiner Erntehelfer, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Sortierhalle die Mengen nicht mehr verarbeiten können. Auch Vertrieb und Verkauf kämen an ihre Grenzen.
Malte Voigts und sein Team bauen den Spargel auf einer Fläche von rund 200 Hektar an. In der Hauptsaison beschäftigt der Betrieb, der 2007 gegründet wurde, mehr als 500 Menschen, darunter etwa 150 Erntehelfer aus Rumänien und gut 100 Helfer aus Polen. Sie bekommen den Mindestlohn und bei guter Arbeit eine zusätzliche Leistungsprämie.
Ein Höhepunkt der nun ablaufenden Saison auf dem Spargelhof war für Malte Voigts Anfang Juni der Besuch der rumänischen Botschafterin in Deutschland, Adriana-Loreta Stănescu. Sie wollte sich über die Arbeitsbedingungen ihrer Landsleute informieren und inspizierte die Unterkünfte sowie die Sortieranlage.
Preis für Spargel aus Kremmen ist konstant
Malte Voigts konnte in den vergangenen Jahren den Kilo-Preis für Spargel konstant halten. Muss er künftig aber den Mindestlohn von 15 Euro zahlen, kommt der Direktvermarkter nach aktueller Einschätzung im Verkauf, aber auch im Restaurant um eine Preiserhöhung nicht herum.
In der Hauptsaison wird das Stangengemüse aus Kremmen an 150 Ständen zwischen Elbe und Oder sowie in der Hauptstadt angeboten. An den letzten Wochenenden vor dem Saisonende können aufgrund der zurückgehenden Mengen nur noch der Hofladen, das Restaurant sowie rund 30 Stände bestückt werden. Malte Voigts rät Kunden, sich auf der Homepage des Hofes zu informieren, welche Stände dann den Spargel verkaufen.
„Spargel-Silvester“ am 24. Juni – das ist der Grund
Am 24. Juni, dem Johannistag, endet sechs Monate vor Weihnachten traditionell die Spargelsaison.
Das hat mitten im Sommer mit dem bevorstehenden Winter zu tun. Die Pflanzen haben bis zum Ende der Vegetationszeit und dem Beginn der Frostperiode in zirka 100 Tagen genug Zeit, um sich zu erholen und genug Nährstoffe für den Austrieb im nächsten Frühjahr einzulagern. Die Pflanze bildet einen grünen Busch, mit dem sie Photosynthese betreibt und Kraft tankt.
In manchen Regionen Deutschlands wird der 24. Juni auch „Spargel-Silvester“ genannt.
Aktuell werden zwei Kilogramm Bruchspargel für zwölf Euro angeboten. Ein Kilo Spargel in bester Qualität kostet 14,99 Euro. Krumme und dünnere Stangen gibt es günstiger. Voigts will zum Saisonende trotz des knapperen Angebots die Preise nicht erhöhen.

Noch gibt es Spargel satt: Doch das Ende der Ernte ist nah. Am 24. Juni werden traditionell die letzten Stangen gestochen und sortiert. Danach kann sich die Pflanze regenerieren.
Jürgen LiebezeitWer auch nach Saisonschluss nicht auf Spargel verzichten kann, muss nicht auf fade Kost aus dem Discounter-Glas zurückgreifen. Malte Voigts rät, den letzten Spargel der aktuellen Ernte in der Gefriertruhe zu bevorraten. Dazu sollte das Gemüse vor dem Einfrieren geschält, aber nicht gekocht werden. „Besonders geeignet ist Bruchspargel“, so der Landwirt.
Der lasse sich gut in Suppen oder beim Frikassee verarbeiten. Eine Spargelsuppe vor der Weihnachtsgans sei doch eine kulinarische Überraschung zum Fest, macht Voigts einen Menüvorschlag. Vom Einfrieren ganzer Stangen rät er ab. „Die verlieren leider zu viel an Geschmack“, weiß er aus eigener Tests.

Spargel aus Kremmen: Landwirt Malte Voigts hat erstmals dokumentiert, wie viel Spargel er in einer Saison isst. Das Ergebnis ist erstaunlich.
Jürgen LiebezeitNach der Saison ist vor der Saison. Nach dem Ernteende beim Edelgemüse werden die Felder für die nächste Saison vorbereitet. Gleichzeitig startet Ende Juni die Heidelbeer-Ernte in Kremmen. Zudem muss die Gerste eingebracht werden. „Zeit zum Durchschnaufen haben wir nicht“, so Voigts, der in diesem Jahr erstmals seinen eigenen Spargelkonsum dokumentiert hat.
In der laufenden Saison hat er demnach an 51 Tagen seinen Spargel gegessen, also nicht an jedem Tag. Bislang kommt er so auf eine Gesamtmenge von 15,3 Kilogramm. „Damit liege ich deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt“, zeigt sich Voigts allerdings nicht überrascht. Der beträgt 1,4 Kilogramm pro Jahr. Bis zum Johannistag will er die 20-Kilo-Grenze erreicht. Damit liegt er gut zehn Kilo unter dem zum Start prognostizierten persönlichen Spargelkonsum.

