Sperrung in Oranienburg: Abriss von drei Brücken steht an, die Bahn informiert

Eine von drei Bahn-Brücken in Oranienburg, die erneuert werden sollen, ist die Bahnüberführung in der Bernauer Straße. Wann erfolgen Abriss und Neubau? Wo gibt es Sperrungen? (Archivfoto)
Marco Winkler- In Oranienburg sollen drei Bahnbrücken erneuert werden – Byk-, Bernauer und Heidestraße.
- Die Bahn informiert am 22. September, 18.30–20 Uhr, im Runge-Gymnasium ohne Anmeldung.
- Aktuell laufen Gleisarbeiten am elektronischen Stellwerk an der Byk-Straße, mit nächtlichem Lärm.
- Schallschutzwände sind geplant, um Anwohnende entlang der Strecke besser zu schützen.
- Byk- und Bernauer Brücken werden neu gebaut, Heidestraße könnte instand gesetzt werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dass auch die Brücken in Oberhavel in die Jahre gekommen sind, ist kein Geheimnis. Seit Jahren gibt es Pläne, drei Brückenbauwerke der Deutschen Bahn in Oranienburg zu erneuern. Die Bahn informiert jetzt über die Vorhaben.
Das gesamte Bauprojekt „Oranienburg Bahnhof“ umfasst nicht nur die drei Brücken an der Heinrich-Byk-Straße, Bernauer Straße und Heidestraße. Die Bahn hat im März 2025 zudem mit Arbeiten am elektronischen Stellwerk an der Byk-Straße begonnen, das voraussichtlich im Dezember 2026 in Betrieb genommen werden soll.
Aktuell werden Gleisbauarbeiten durchgeführt. „Eingesetzt werden unter anderem Zweiwegebagger, Schraubmaschinen und Schienentrennschleifer“, teilt die Bahn mit. Die Arbeiten verursachen noch bis zum 19. September sowie erneut vom 21. bis 26. September nächtlichen Lärm.
Aussagen zu Abriss und Neubau von Brücken in Oranienburg
Das Projekt beinhaltet zudem die Errichtung von Schallschutzwänden, „um Anwohnende entlang der Bahnstrecke besser vor dem Lärm vorbeifahrender Züge zu schützen“, so die Bahn. Die Angaben dazu, wann der Bau beginnt, welche Arbeiten am Bahnhof geplant sind und wann die drei Brücken erneuert werden, waren bislang etwas grob gefasst.
Im April 2022 sagte ein Bahnsprecher, dass mit einem Baustart für die drei Brückenbauwerke erst nach 2025 zu rechnen sei. Ende 2024 hieß es: nicht vor 2029. Eine Inbetriebnahme werde für 2033 erwartet, teilte die Stadt Oranienburg derweil mit. Die Bahn wiederum nannte 2031 als Fertigstellungsdatum. Dabei ist es geblieben. „Wir planen eine stufenweise Inbetriebnahme ab Dezember 2031“, so ein Bahnsprecher auf Nachfrage am Mittwoch, 16. September.
Damit steht fest, wann die Arbeiten an den Brücken beginnen: ab Juni 2030. Stufenweise, betont die Bahn. „Neben den Arbeiten an den Eisenbahnüberführungen finden auch Arbeiten innerhalb der Bahnhofsinfrastruktur statt.“ Dazu zählen Arbeiten am Ober- und Tiefbau, der Oberleitung, Stützwänden, Weichenverbindungen sowie der Bau von vier Schallschutzwänden.
Deutsche Bahn informiert zu Bahnhof und Brücken in Oranienburg
Die Deutsche Bahn veranstaltet am Dienstag, 22. September, einen Info-Abend. Die Veranstaltung findet von 18.30 bis 20 Uhr in der Mensa des Runge-Gymnasiums, Willy-Brandt-Straße 20, statt.
Eine Anmeldung zur Informationsveranstaltung ist nicht notwendig.
„Unser Projektteam stellt Ihnen die geplanten Arbeiten am Bahnhof Oranienburg vor und beantwortet Ihre Fragen“, heißt es. Dabei geht es auch um die geplanten Schallschutzwände und die drei Eisenbahnüberführungen.
Fragen und Anmerkungen können im Vorfeld direkt an bauprojekte.ost@deutschebahn.com geschickt werden.
Die Bahn unterteilt ihre Brücken in Zustandskategorien von eins bis vier, wobei vier der schlechteste Wert ist. Die Bahnbrücke in der Heidestraße (eine Stahlbrücke) hat mit einer Drei abgeschnitten, die Brücken an der Byk-Straße (Walzträger in Beton) und der Bernauer Straße (Stahlbrücke) fallen in die schlechteste Kategorie. Aufgrund der besseren Note könnte es sein, dass die Bahnüberführung in der Heidestraße nur instand gesetzt und nicht abgerissen wird.
Brücken in Oranienburg in schlechtestem Zustand
Wie lange die Brücken in diesem Zustand schon sind, ist nicht ganz klar. Laut Deutscher Bahn kann eine Brücke in der schlechtesten Kategorie bis zu 15 Jahre oder sogar länger verharren, bevor Baumaßnahmen beginnen. Rund 1000 Bahnbrücken in Deutschland (vier Prozent aller Brücken) fallen in diese Kategorie. „Ein Sicherheitsrisiko besteht nicht“, so die Bahn.
Die notwendigen Straßensperrungen dürften zu Verkehrseinschränkungen führen. Die Byk-Straße ist die direkte Verbindung vom Bahnhof zur Turm-Erlebniscity, zum Georg-Mendheim-OSZ und zur Orafol-Arena des OFC. Auch eine Sperrung der Bernauer Straße wäre nur schwer zu umfahren. Die Brücke trennt die Innenstadt von der Neustadt.
Die Bahn will die Sperrzeiten und Auswirkungen auf den Straßen- und Bahnverkehr möglichst geringhalten. „Der Straßen- und Schienenverkehr soll während der Bauzeit bis auf kürzere Totalsperrungen zumindest einspurig/-gleisig aufrechterhalten werden.“ Eine Ausnahme ist die Eisenbahnbrücke in der Byk-Straße. Die Straße wird über den gesamten Bauablauf gesperrt. „Aufgrund der Komplexität des Bauwerks“, begründet das die Bahn.
Während der Sperrungen dürfte erneut die Forderung laut werden, die einen Durchbruch am Bahnhof Oranienburg in die Neustadt forciert. Die Bahn lehnt das vielfach gewünschte Vorhaben seit Jahren aus Kostengründen ab. Es scheint so unrealistisch wie eine ebenfalls immer wieder diskutierte dritte Havelquerung. Zuletzt brachte der ehemalige Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) die dritte Brücke über die Havel wieder ins Spiel.


