Spurensuche mit Smartphone
: Ortsgeschichte lässt sich jetzt mit QR-Codes erkunden

Die ersten historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten in Glienicke sind jetzt mit einem QR-Code versehen worden.
Von
Heike Weißapfel
Glienicke
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Dezente Tafel, mit der unteren Denkmalbehörde abgesprochen: Pfarrer Christian Leppler (links) und Bürgermeister Dr. Hans Günther Oberlack probieren den neuen QR-Code.

MOZ/Heike Weißapfel

„Die Glienicker Dorfkirche wurde als Saalbaukirche im neogotischen Stil 1864/65 erbaut.“ Dieser und wenige weitere erläuternde Sätze stehen auf einer kleinen Tafel vor dem Gotteshaus direkt nachzulesen. Darüber ist ein Foto des Gebäudes zu sehen, daneben das Gemeindewappen und ein schwarzweißes Viereck – der QR-Code.

„Es soll eine Anregung für Glienicker und Besucher sein, etwas über unseren Ort zu erfahren“, sagt Bürgermeister Dr. Hans Günther Oberlack (FDP). Der wetterfeste, widerstandsfähige, aber optisch unauffällige Aufsteller ist auch mit der unteren Denkmalbehörde besprochen.

Rathaus, Grundschule, der Gedenkstein für Gerhard Weiß und eben die Kirche sind bisher mit den dezenten Aufstellern ausgestattet worden. Meistens führt der QR-Code auf die Glienicker Homepage. Im Fall der Kirche war der „Wikipedia“-Eintrag aber so umfangreich, dass gleich dorthin geleitet wird.

Die Idee sei einmal in einer Klasse im Neuen Gymnasium Glienicke aufgekommen, so Oberlack. Doch nach Ende des Schuljahres sei sie erst einmal verloren gegangen. „Aber es ist eine gute Idee, die wir als Gemeinde aufgegriffen haben“, sagt er. „Sie ist nun Teil der Öffentlichkeitsarbeit.“ Gemeindesprecher Arne Färber hat sich mit dem Ortschronisten Joachim Kullmann, der auch Fotografien zur Verfügung stellte, über den Inhalt der Tafeln verständigt.

Oberhavel

Alles Wichtige aus dem Landkreis Oberhavel.

Im Laufe des Jahres sollen weitere Sehenswürdigkeiten oder Wissenswertes über die Gemeinde hinzukommen, kündigt der Bürgermeister schon mal an. Dazu gehöre dann auch die Friedhofskapelle, bestätigte er auf Nachfrage von Christian Leppler. „Ich finde das als erweiterbares System gut“, sagt der Pfarrer. Mit Jugendlichen hat er selbst schon einmal temporär in der Glienicker Kirche QR-Codes beispielsweise an Altar und Taufbecken angebracht, um zum Nachlesen anzureizen.

Die Eichwerder Moorwiesen könnten als touristisches Entdeckergebiet verzeichnet werden, nannte Oberlack ein weiteres Beispiel. Sogar das Seniorenheim am Angerhof könnte mit einem QR-Code versehen werden, wenn es selbst auch kein historischer Bau ist: Der Vorbau des Hauses erinnert an den alten Glienicker Tanzsaal, und der wiederum wäre auf jeden Fall einen eigenen QR-Code wert.