Sturmtief Sabine
: Orkanböen sorgen für Dutzende Feuerwehreinsätze in Oberhavel

Mit der Kettensäge mussten Feuerwehrleute in der Nacht zu Montag abgebrochene Äste und umgekippte Bäume von Radwegen und Fahrbahnen beseitigen.
Von
Roland Becker,
Jürgen Liebezeit,
Tilman Trebs
Oberhavel
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  • Die Feuerwehrleute in Oberhavel hatten es vor allem mit abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen zu tun.

    Die Feuerwehrleute in Oberhavel hatten es vor allem mit abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen zu tun.

    Julian Stähle
  • Die Feuerwehrleute in Oberhavel hatten es vor allem mit abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen zu tun.

    Die Feuerwehrleute in Oberhavel hatten es vor allem mit abgebrochenen Ästen und umgestürzten Bäumen zu tun.

    Julian Stähle
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Insgesamt waren es im Einsatzgebiet der Rettungsleitstelle Eberswalde, die neben Oberhavel auch den Barnim und die Uckermark betreut, 88 Alarmierungen, sagte ein Sprecher. Vorrangig seien es jedoch „Kleinigkeiten“ gewesen, abgebrochen Äste oder Bäume, die auf Radwege oder Fahrbahnen gestürzt waren. Weder habe es Tote noch Verletzte zu beklagen gegeben, so der Sprecher. Straßensperrungen seien ebenfalls nicht nötig gewesen.

Im Liebenwalder Ortsteil Neuholland mussten die Feuerwehrleute zu zwei Einsätzen ausrücken, in Oberkrämer waren es fünf, drei am Sonntag und zwei Montagfrüh. Auch hier mussten Bäume oderDachteile gesichert werden. Die Wensickendorfer Feuerwehr rückte am Montagmorgen aus, um Sturmschäden in der Gegend zu beseitigen.

Auf vier durch den Sturm bedingte Einsätze brachte es die Nacht zu Montag die Hennigsdorfer Feuerwehr. Zumeist habe es sich um das Beseitigen abgebrochener Äste gehandelt, so zum Beispiel in der Marwitzer Straße hinter dem Krankenhaus. In Stolpe–Süd war allerdings eine Fichte auf das Dach eines Hauses gestürzt und hatte es beschädigt. Das Haus blieb bewohnbar, verletzt wurde niemand. Im Laufe des Montags sollten städtische Mitarbeiter prüfen, ob in den Grünflächen Schäden entstanden sind. Völlig ruhig blieb es hingegen in Velten. Dort verzeichnete die Feuerwehr bis Montag, 11 Uhr, keinerlei Einsatz.

Auf der L 21 kollidierte am Sonntag kurz vor 18 Uhr zwischen Krewelin und Siedlung 2 ein Subaru mit einer abgestürzten Baumkrone.Durch die Kollision wurde der rechte Außenspiegel abgerissen und das Fahrzeug im Bereich der Motorhaube sowie des rechten Kotflügels beschädigt. Das Fahrzeug blieb nach der Unfallaufnahme fahrbereit. Die Baumkrone wurde durch die Kreweliner Feuerwehr von der Fahrbahn entfernt.

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Dass das Bildungsministerium den Eltern für den Montag freigestellt hatte, ihre Kinder wegen des Sturm zu Hause zu behalten, war zwar zu spüren, hatte auf den Unterrichtsbetrieb jedoch kaum Auswirkungen."Wir können bestätigen, dass pro Klasse einige Kinder fehlen. Aber wir müssen deshalb keine Klassen zusammenlegen“, so der Konrektor der Oranienburger Havelgrundschule auf Nachfrage. Ähnliche Angaben gab es auch von den Schulen in Liebenwalde und dem Löwenberger Land. Einfluss auf den Unterrichtsablauf gab es auch dort nicht.

An der Hohen Neuendorfer Waldgrundschule, die 550 Kinder besuchen, fehlten am Montag etwa einhundert Mädchen und Jungen. „Normalerweise sind es montags durchschnittlich zehn Kinder“, sagte Schulleiter Holger Mittelstädt. In einige Klassen kam etwa die Hälfte der Kinder nicht. Mittelstädt führte das auf den Sturm und auch die Winterferien zurück. „Einige Eltern haben auf eine Rückfahrt aus dem Urlaub am stürmischen Sonntag verzichtet oder sind wegen des Ausfalls von vielen Zugverbindungen gar nicht erst weggekommen.“

Die Bahn hatte am Sonntag den Verkehr auf zahlreichen Linien den Verkehr vorsorglich eingestellt. Im Regionalverkehr betraf das laut Bahnsprecher Burkhard Ahlert den Prignitz–Express (RE 6), nicht aber den RE 5 Richtung Oranienburg. Betroffen war auch die RB 55 zwischen Hennigsdorf und Kremmen. Die Entscheidung, ob eine Zuglinie nicht mehr befahren wurde, sei von der potenziellen Gefahrensituation auf der Strecke abhängig. AmMontagvormittag, so Ahlert, erfolgten auf der Prignitz–Express–Strecke Erkundungsfahrten. Sollten dabei keine großen Schäden, wie umgestürzte Bäume, entdeckt werden, könnte der Verkehr wieder aufgenommen werden. Laut Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn soll der erste Zug wieder 12.52 Uhr ab Hennigsdorf fahren. Allerdings sollte die Verbindung um 15.52 Uhr ab Hennigsdorf nochmals ausfallen. Am Sonntagabend hatte kurzzeitig einen Stillstand auf der S–Bahn–Strecke zwischen Tegel und Hennigsdorf gegeben. Um 20.13 Uhr war ein Zug bei Schönholz auf eine Baumkrone gefahren. Der leicht beschädigte Zug konnte seine Fahrt eine halbe Stunde später fortsetzen.

Ahlert rät Reisenden, sich vor Fahrtantritt auf der Internetseite der Deutschen Bahn (www.bahn.de) oder über die eingerichtete Sturm–Hotline (0800 996633 / Anrufe sind kostenlos) über die aktuelle Lage zu informieren.

Obwohl die Sturmböen ab dem Morgen kaum noch zu spüren waren, bleibt der Schlosspark in Oranienburg auch am Montag geschlossen. „Sicher ist sicher“, sagte Urte Voigt von der Schlossparkverwaltung am Montagvormittag. „Schließlich kann selbst eine einzelne starke Böe noch genug Schaden anrichten.“ Die Tourismus und Kultur Oranienburg (TKO) gGmbH, die den Schlosspark betreibt, bat dafür um Verständnis: „Wir hoffen sehr, den Park morgen wieder für unsere Besucherinnen und Besucher öffnen zu können“, sagte TKO–Geschäftsführer Jürgen Höhn.

Die Schäden im Wald sind überschaubar. „Wir haben vereinzelnd umgefallene Bäume auf Wegen und eingedrückte Zäune“, sagte Henry Repkow, Leiter der Borgsdorfer Forstamtes., nach einer ersten Übersicht. In den nächsten Tagen müsste der Wald abgelaufen werden, um das endgültige Ausmaß kennenzulernen. „Großflächigen Schaden haben wir aber nicht.“