Tierquälerei: Acht Hunde bei brütender Hitze in Auto am Tierpark Germendorf zurückgelassen
Nach Angaben der Polizei waren die acht Chihuahua in einem Opel mit Thüringer Kennzeichen zurückgelassen worden. Passanten hatten am frühen Nachmittag lautes Hundegebell wahrgenommen und die Polizei alarmiert. Als die Beamten bei 33 Grad Celsius Außentemperatur eintrafen, waren die Scheiben des Autos nur einen Spalt von etwa fünf Zentimetern geöffnet. „Die Hunde befanden sich in Boxen im Kofferraum und waren zum Teil mit Plastiktüten und Gepäckstücken abgedeckt“, berichtete die Polizei am Montag."Die Hitze hatte sich schon extrem angestaut, so dass die Hunde stark hechelnd und nach Luft ringend aus dem Fahrzeug befreit werden mussten.“
Einsatzkräfte der Feuerwehr Germendorf versorgten die Tiere umgehend mit Wasser. „Es bestand auf Grund der extremen Hitze eine starke Gefahr für das Leben der Hunde. Die Hunde wurden in die Obhut des zuständigen Ordnungsamtes gegeben und bis zur weiteren Entscheidung in der Feuerwehrwache Oranienburg untergebracht“, sagte Polizeisprecherin Carola Haase. Zudem wurde das Veterinäramt verständigt.
Gegen 14.30 Uhr meldete sich der Besitzer des Fahrzeuges bei der Polizei. Er und seine Begleitung gaben auf Befragung an, dass diese annahmen, dass die Belüftung am Fahrzeug für den zweistündigen Ausflug zusammen mit ihren beiden Kindern ausreichend gewesen wäre. Warum die Besitzer ihre Hunde nicht in den Tierpark mitnahmen, obwohl dies erlaubt ist, ist unklar.
Gegen die Hundehalter erfolgte eine Anzeigenaufnahme wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Ihnen werden auch die Kosten für den Einsatz in Rechnung gestellt.
Die Besitzer äußerten gegenüber der Polizei den Wunsch, die Tiere zurückzubekommen. Um die Entscheidung abzuwarten, quartierten sie sich über Nacht in einem Oranienburger Hotel ein. Ob die Hunde zurückgegeben werden, entscheiden allerdings nicht die Behörden in Oberhavel. „Bei den Besitzern handelt es um Tierhalter aus dem Ilm–Kreis. Das dort zuständige Veterinäramt wurde von unserer Behörde umgehend informiert“, sagte Kreisverwaltungssprecherin Ivonne Pelz am Montagnachmittag. Mit dem dortigen Amtstierarzt sei vereinbart worden, dass weitere Verfahren von den Thüringer Kollegen geregelt wird. Die Hunde sollen zunächst im Tierheim in Tornow bei Fürstenberg untergebracht werden. Ein amtlicher Tierarzt des Oberhaveler Veterinäramtes hatte die Hunde am Vormittag bei der Oranienburger Feuerwehr begutachtet.
In den sozialen Medien wurde die Nachricht aus Germendorf mit großer Empörung aufgenommen. Etliche Kommentatoren forderten von den Behörden, die Tiere auf keinen Fall ihren Haltern zurückzugeben.
Ellen Schütze, die Vorsitzende des Tierschutzvereines Oberhavel, äußerte sich im Gespräch mit dem Generalanzeiger: „Ich bin fassungslos. Bei solchen Verfehlungen muss man ganz klar ein Tierhaltungsverbot aussprechen“, sagte die Vereinsvorsitzende am Nachmittag. „Autos sind im Sommer wahre Brutkästen und nicht nur für Tiere, sondern auch für Kinder, die in den Fahrzeugen zurückgelassen werden, lebensgefährlich. Jedes Jahr weisen Medien daraufhin. Ich habe kein Verständnis, dass so etwas dann trotzdem passiert.“ Ellen Schütze rät Hundehaltern, ihre Vierbeiner bei diesen Temperaturen grundsätzlich nicht ins Auto zu setzen. „Das ist bei diesem Wetter der blanke Stress für die Tiere. Am wohlsten fühlen sich Hunde, wenn sie zu Hause einfach im Schatten dösen können. Man sollte sie auch lassen.“
Die Betreiber des Tier– und Freizeitparkes Germendorf appellierten an ihre Besucher: „Bitte lasst eure Hunde bei der Hitze nicht in den Autos! Alle Vierbeiner sind in unserem Park herzlich Willkommen! Zudem haben wir auch einen Hundestrand, der bei diesem Wetter auch für die Fellnasen eine Abkühlung bietet.“ ⠀
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