Tod auf Autobahn A111: Kommt es nach Rennen mit Quad bei Stolpe zur Anklage?

Immer wieder kommt es auf der Autobahn A111 zu schweren Verkehrsunfällen wegen überhöhter Geschwindigkeiten. Häufig finden auch illegale Rennen statt. Im April 2024 endete solch ein Vergleich tödlich.
Stefan Puchner/dpa- Illegales Rennen auf der A111 führt zu tödlichem Unfall im April 2024; Ermittlungen fast abgeschlossen.
- 45-jähriger Quadfahrer stirbt, 58-jährige Begleiterin überlebt schwer verletzt; Motorradfahrer unverletzt.
- Fahrzeuge beschlagnahmt; Entscheidung über Anklage noch offen.
- Wiederholte Unfälle und illegale Rennen auf A111; Polizei greift durch.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Neun Monate nach einem tragischen Unfall auf der Autobahn A111 vor Stolpe stehen die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss. Im April 2024 gab es in Richtung Oranienburg ein illegales Rennen zwischen einem Motorrad und einem Quad, bei dem ein 45-jähriger Mann starb. Er fuhr ein Quad, das in Oberhavel gemeldet war.
Noch ist nicht entschieden, ob in dem Fall Anklage erhoben wird. Wichtige Erkenntnisse zu dem Unfall hat die Staatsanwaltschaft in Berlin aber bereits gewonnen.
Demnach war der Quadfahrer am 6. April 2024 mit einer damals 58–jährigen Begleiterin auf der A111 in Richtung Stolpe unterwegs. Mit einem damals 26–jährigen Motorradfahrer, der in die gleiche Richtung fuhr, soll er sich im Tunnel Tegel per Handzeichen auf das Rennen geeinigt haben.
Begleiterin rutscht beim Beschleunigen vom Rücksitz
Beim Beschleunigen für einen Spurwechsel rutschte dann die Begleiterin von der Sitzbank des Quads und wurde ein kurzes Stück mitgeschleift. Dadurch abgelenkt, hat der Fahrer offenbar die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und ist frontal gegen die Mittelleitplanke geprallt. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er noch vor Ort starb.
Die Frau musste im Krankenhaus notoperiert werden, hat den Unfall laut Staatsanwaltschaft aber überlebt. Der Fahrer des Motorrades aus dem Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) blieb unverletzt. Die Autobahn war mehrere Stunden gesperrt.
Quad aus Oberhavel weiterhin beschlagnahmt
Beide Fahrzeuge sind nach dem Unfall zunächst beschlagnahmt worden. Das Motorrad wurde mittlerweile herausgegeben, da es sich laut Staatsanwaltschaft um ein altes Modell handelte, aus dem keine Daten ausgelesen werden konnten und es daher zu Beweiszwecken nicht mehr benötigt wurde. Das Quad ist weiterhin sichergestellt. Beide Fahrzeuge waren verkehrstauglich.
Wann und ob überhaupt über eine Anklage entschieden wird, ist noch offen.
Einen Tag nach dem tödlichen Quad-Unfall gab es auf der A111 auf Höhe der Raststätte Stolper Heide erneut einen schweren Unfall mit Beteiligung von mehreren Motorrädern. Dabei wurde ein 65-jähriger Mann aus Oberhavel so schwer verletzt, dass er mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Er war mit zwei weiteren Motorradfahrern mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs, als ein 46-jähriger Autofahrer die Spur wechselt. Offenbar hatte er das Tempo falsch eingeschätzt. Es kam zur fatalen Kollision.
Die Autobahn A111 scheint bei Motorradfahrern mit Hang zu überhöhter Geschwindigkeit beliebt zu sein. Vier Monate nach dem tödlichen Unfall erwischte die Polizei in Reinickendorf gleich fünf Motorradfahrer, die sich ein illegales Rennen auf der Autobahn geliefert hatten. Die Beamten stoppen die zwei Frauen und drei Männer im Alter von 20 bis 37 Jahren. Die Fahrzeuge und die Führerscheine aller fünf Beteiligten wurden beschlagnahmt.

