Tuberkulose in Hohen Neuendorf
: Ex-Pflegeheim-Mitarbeiterin erkrankt, die Folgen

Tuberkulose im Pflegeheim Amarita in Hohen Neuendorf? Eine ehemalige Mitarbeiterin ist erkrankt. Das Gesundheitsamt Oberhavel untersucht mehr als 100 Kontaktpersonen.
Von
Stefan Zwahr
Hohen Neuendorf
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Eine Frau beim Arzt: ILLUSTRATION - Die Grippeschutzimpfung wird Menschen ab 60 Jahren empfohlen, da bei ihnen das Risiko für schwere Verläufe größer wird. (zu dpa: «Sollte ich mich diesen Herbst gegen Grippe impfen lassen?») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Eine Frau beim Arzt: Grippeschutz-Impfungen werden Menschen ab 60 Jahren empfohlen, da bei ihnen das Risiko für schwere Verläufe größer wird. In Hohen Neuendorf ist ein ganz anderes Krankheitsbild Thema: Tuberkulose. Das ist über den Fall bekannt.

Christin Klose/dpa-tmn/dpa
  • In Hohen Neuendorf erkrankte eine Ex-Mitarbeiterin des Pflegeheims Amarita an Tuberkulose.
  • Das Gesundheitsamt Oberhavel testet diese Woche über 100 Kontaktpersonen im Heim.
  • Symptome sind bei Bewohnern und Beschäftigten derzeit nicht bekannt – Hygienemaßnahmen laufen.
  • Eine Infektion ist oft symptomlos, erklärt Amtsärztin Simone Daiber.
  • RKI: Ansteckung meist bei längeren Kontakten in geschlossenen Räumen; Behandlung reduziert Ansteckung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Deutschland gilt beim Thema Tuberkulose als Niedrig-Inzidenz-Land. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es etwa 4400 Fälle im Jahr. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb seit 1998 keine generelle Tuberkulose-Impfung mehr.

Daher lässt nun eine Nachricht aus der Kreisverwaltung in Oranienburg aufhorchen. Darin wird am Dienstag, 24. August, mitgeteilt, dass eine ehemalige Mitarbeiterin des Pflegeheims Amarita in Hohen Neuendorf erkrankt ist.

Die Frau, die außerhalb des Landkreises Oberhavel lebt, wird den Angaben zufolge derzeit stationär behandelt. Sie sei vorübergehend in der Einrichtung in Hohen Neuendorf beschäftigt gewesen.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberhavel kündigte an, in dieser Woche bei mehr als 100 Personen im Pflegeheim Blutproben entnehmen zu wollen. So soll festgestellt werden, ob Hinweise auf eine Infektion mit Tuberkulose-Erregern bestehen. Tuberkulose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die meist die Lunge befällt. In Eisenhüttenstadt waren vor einigen Monaten viele Fälle erfasst worden.

„Eine Infektion kann auch vorliegen, ohne dass Betroffene Symptome zeigen“, erklärt Amtsärztin Simone Daiber. „Deshalb untersucht das Gesundheitsamt innerhalb von zwei Tagen die ermittelten Kontaktpersonen direkt in der Einrichtung.“

Ziel sei es, mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls weitere erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Das Pflegeheim hat vorsorglich Hygienemaßnahmen getroffen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Beschäftigten keine tuberkulosetypischen Symptome bekannt.

„Eine Infektion kann auch vorliegen, ohne dass Betroffene Symptome zeigen.“
Simone Daiber
Amtsärztin

„Da mehrere Zuständigkeitsbereiche betroffen sind, stehen die zuständigen Gesundheitsämter, das Bezirksamt und die Pflegeeinrichtung Amarita in engem Austausch“, heißt es in der schriftlichen Mitteilung der Verwaltung. Das Gesundheitsamt Oberhavel koordiniere gemeinsam mit dem Pflegeheim die Untersuchung der dort ermittelten Kontaktpersonen.

Tuberkulose: Wann enger Kontakt zur Infektion führen kann

Tuberkulose kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ansteckend ist insbesondere eine offene Lungentuberkulose. Die Bakterien gelangen vorwiegend beim Husten in die Luft und können von anderen Menschen eingeatmet werden. Für eine Übertragung ist in der Regel ein längerer und enger Kontakt mit einer ansteckungsfähigen Person erforderlich.

Ob es zu einer Infektion kommt, hängt von Häufigkeit und Dauer des Kontakts ab. In der Regel bedarf es mehrerer Stunden in geschlossenen Räumen mit einer Person, die an ansteckungsfähiger Lungentuberkulose erkrankt ist, informiert das RKI weiter.

Wenn eine Lungentuberkulose wirksam behandelt wird, sind Erkrankte in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen nach Beginn der Behandlung nicht mehr ansteckend, weil sich die Bakterien nicht mehr vermehren können. Eine Tuberkulose, die andere Organe wie die Lymphknoten oder Knochen befallen hat, ist in der Regel nicht infektiös.