Umfrage
: Wer ist der größte Sportler aller Zeiten?

Er ist der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte: Michael Schumacher wird heute 50. Ist er der größte Sportler aller Zeiten? Wir haben uns umgehört.
Von
Steffen Kretschmer,
Stefan Zwahr
Oberhavel
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Michael Schumacher wurde sieben Mal Weltmeister in der Formel 1.

dpa/Harry Melchert

Oliver Richter maßt sichkeine Vergleiche an

Eine Frage, die Oliver Richter nicht zu beantworten vermag. „Das müsste man schon ein bisschen einengen“, sagt der Trainer des Fußball-Brandenburgligisten TuS 1896 Sachsenhausen. Getreu dem Motto „Jeder zu seiner Zeit und in seiner Sportart“ habe es viele Legenden gegeben, die ihre jeweilige Sportart vorangetrieben hätten. „Jesse Owens hat die Leichtathletik in den 1930er Jahren dominiert, Ole Einar Björndalen bis vor kurzem die Biathlon-Szene und Franziska van Almsick einst das Schwimmen. Ich tue mich ganz schwer, mir da Vergleiche anzumaßen.“ Ohne Leute wie Fritz Walter oder Helmut Rahn hätte sich der Fußball in Deutschland aus Sicht von Richter nicht so entwickelt, wie er es tat. Spätere Quervergleiche seien unangebracht. „Erich Kühnhackl und Marco Sturm waren tolle Eishockey-Spieler, aber zu völlig verschiedenen Zeiten. Ich würde auch nie ,Katsche’ Schwarzenbeck“ und Mats Hummels miteinander vergleichen.“ Für Richter lässt sich auch Michael Schumacher in einer Rangliste schwer einordnen. „Ayrton Senna war ein genauso guter Rennfahrer. Und der Hype um Schumacher ist mir ein bisschen viel. Man sollte respektieren, dass die Familie ihr Leben so leben kann, wie sie es nach dem Unfall leben muss.“

„Michael Jordan war einAusnahmesportler“

,Schumi’ habe auf jeden Fall zu den Größten gezählt, sagt Fabian Fischer. Der Basketball-Trainer des Oberligisten Oranienburger BV war glühender „Formel-1-Fan als Michael noch gefahren ist. Danach habe ich irgendwie eine kleine Pause gemacht. Sebastian Vettel hat das dann aber wieder dahingehend gerettet, dass mir dieser Sport wieder Spaß macht.“ Dass ein Basketballer wie Fischer bei seinen Überlegungen zur Wahl des größten Sportlers aller Zeiten auch in die NBA (National Basketball Association) schaut, ist logisch. Ebenso wie die Tatsache, „dass man an Michael Jordan dann nicht vorbeikommt. Er war ein Ausnahmesportler und ist noch immer die Ikone schlechthin. Jordan war jemand, den ich unwahrscheinlich gerne mal live bei einem Spiel gesehen hätte.“

Jemanden, den Fischer schon einmal in einer Basketball-Halle erlebte, ist Dirk Nowitzki. Und an diesen Moment bei der Basketball-Europameisterschaft 2015 in Berlin kann sich der Oranienburger noch genau erinnern. Wenn er an seine Sportart denke, müsse Nowitzki – der als „German Wunderkind“ bezeichnet wurde – aus deutscher Sicht auch in einem Atemzug mit Michael Jordan genannt werden. „Dirk hat viel mehr geleistet als zum Beispiel ein Detlef Schrempf. Er ist der erste Deutsche, der wirklich erfolgreich in der NBA ist.“

Auf den einen ganz großen, den alles überstrahlenden Athleten, will sich Fabian Fischer aber nicht festlegen. Es gebe diesbezüglich einfach zu viele Blickwinkel. Schon alleine wegen der vielen Sportarten. „Deshalb gibt es immer wieder Diskussionen. Best of all time? Das ist auch eine Frage von Generationen. Es gibt immer einen Großen, und dann jemanden, der später in die Fußstapfen tritt.“

OHC-Kapitän nenntNikola Karabatić

Ähnlich sieht das Robin Manderscheid vom Oranienburger HC. Die Sichtweise sei bei einer solchen Wahl bedeutend. „Aus der der Deutschen würde mir auch sofort Dirk Nowitzki einfallen. Wenn man sich seine Karriere anschaut und was er als Individualist geleistet hat, ist das schon Wahnsinn“, sagt der Kapitän des Handball-Drittligisten aus der Kreisstadt. „Er ist eine Persönlichkeit und wirkt sehr bodenständig.“ Dies sei aber nur die eine sportliche Sicht. Aus der des Handballers würde seine Wahl auf Nikola Karabatić fallen. „Ob das aber alles die Größten waren oder sind, ist für mich schwierig zu sagen.“

„Schweini“ punktetdurch Sympathie

Carolin Ulbrich erbat sich zunächst Bedenkzeit – präsentierte dann aber doch schnell einen Namen:  „Eigentlich ist es für mich Sebastian Schweinsteiger“, bemerkt die Landesstützpunktleiterin vom Löwenberger SV. Sie sei zwar „nicht so mega affin beim Thema Fußball“, aber Schweinsteiger sei Champions-League-Sieger und Weltmeister und werde ihr immer in Erinnerung bleiben, „wie er für uns und die Mannschaft im WM-Endspiel gegen Argentinien mit einem Cut am Auge gefightet hat“. Der langjährige Bayern-Profi sei ein Megasportler. „Ich war bei seinem Abschiedsspiel. Da hat das ganze Stadion gefeiert. Ich weiß nicht, ob es so viele Fußballer gibt, die diese Rolle eingenommen haben. Solche Sympathiewerte erreicht kein anderer.“

Lothar Latzke: „Ali warsportlich ein Ass“

Nicht nur Sympathien schlugen Cassius Marcellus Clay entgegen, der sich selbst als „The Greatest“ bezeichnete. Zu recht, findet Boxtrainer Lothar Latzke aus Velten. Muhammad Ali sei damals der alleinige Weltmeister im Schwergewicht gewesen. „Nun gibt es zig Verbände und dadurch vier bis sechs Weltmeister in jeder Gewichtsklasse. Das ist schade, denn im Fußball, beim Handball oder in der Formel 1 ist auch nur einer Weltmeister.“ Ali sei sportlich ein Ass gewesen. „Er hat eine gewisse Gabe gehabt und engagierte sich auch politisch. Das war noch ein Typ, der seinen Weg gegangen ist mit direkten und spritzigen Worten.“