Verkehrstote 2025 in Oberhavel
: Mysteriöser Unfall an B96 gibt weiter Rätsel auf

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Oberhavel geht 2025 zurück. Aber auch wenn die Polizeistatistik weniger Tote als 2024 ausweist – jeder Fall ist tragisch. Ein Unfall bleibt rätselhaft.
Von
Jürgen Liebezeit
Oranienburg
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Verkehrsunfall-Statistik: ARCHIV - 29.02.2024, Hessen, Biebesheim: Ein Holzkreuz erinnert an einer Straße an das Opfer eines Verkehrsunfalls. (zu dpa: «Männer verursachen die meisten Verkehrsunfälle in Hessen») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Kreuze, Kerzen und Blumen erinnern am Straßenrand oft an tödliche Verkehrsunfälle. Hinterbliebene pflegen die Gedenkstelle (Symbolbild) oft über Jahre. Auch im Jahr 2025 gab es wieder mehrere tödliche Verkehrsunfälle auf den Straßen von Oberhavel.

Boris Roessler/dpa
  • Zahl der Verkehrstoten in Oberhavel sank 2025 auf fünf – sieben weniger als 2024.
  • Mysteriöser Todesfall in Nassenheide am 27. März – Ermittlungen weiterhin ungelöst.
  • Tragischer Unfall am 12. Mai auf der B96: Säugling stirbt, drei weitere Personen schwer verletzt.
  • Schwerer Unfall am Vatertag: Kia-Fahrer prallt gegen Baum und stirbt noch am Unfallort.
  • Weitere tödliche Unfälle in Velten und Seilershof – teils ungeklärte Ursachen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im abgelaufenen Jahr 2025 gab es viele traurige Momente auf den Straßen in Oberhavel. Fünf Menschen starben bei Verkehrsunfällen. Das sind sieben weniger als im Vorjahr. 2024 wurden zwölf Männer und Frauen bei elf Unfällen getötet. Hauptunfallursachen waren auch 2025 überhöhte Geschwindigkeit und Unachtsamkeit.

Der erste tödliche Unfall ereignete sich am 6. März auf der A10 bei Oberkrämer. Nach einer Kollision mit mehreren Fahrzeugen kam es in Richtung Oranienburg im morgendlichen Berufsverkehr zum Stau. Das hatte ein Lkw-Fahrer, der Papierrollen geladen hatte, offenbar zu spät bemerkt. Er war nahezu ungebremst auf einen anderen Lkw aufgefahren. Der Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

Die Autobahn war stundenlang gesperrt. Weil es Folgeunfälle auf der A10 und auch auf der A111 gab, kam es damals zu einem Verkehrschaos in der Region. Nicht nur der Verkehr auf den Autobahnen kam zum Stillstand, auch die Umleitungsstrecken und Schleichwege in Oberkrämer, Velten, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf und Frohnau waren total verstopft.

Mysteriöser Vorfall in Nassenheide bliebt weiter rätselhaft

Besonders viel Aufmerksamkeit erregte ein mysteriöser Vorfall vom 27. März auf der B96 in Nassenheide. Dort wurde am Teerofener Weg nahe der Tankstelle gegen 22.30 Uhr ein bewusstloser Mann entdeckt. Er war mit zwei Hunden unterwegs. Der schwer verletzte 59-Jährige kam mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus, wo er wenig später starb.

Unfall mit Todesfolge in Nassenheide Kerzen und Blumen für den Verstorbenen

Unfall mit Todesfolge in Nassenheide: Kerzen und Blumen wurden nach dem mysteriösen Vorfall im März 2025 für den Verstorbenen an den Unfallort gebracht.

Martin Risken

Die Ermittlungen der Polizei sind auch acht Monate nach dem Vorfall immer noch nicht abgeschlossen. Zunächst schloss die Polizei ein Fremdverschulden aus und sprach von einem tragischen Sturz beim Gassigehen. Später korrigierte sie diese Einschätzung. Die Polizei schließt inzwischen einen Unfall mit Fahrerflucht nicht aus. In der TV-Sendung „Täter, Opfer, Polizei“ wurde sogar von einem Mordversuch durch Unterlassung spekuliert. „Die Ermittlungen wegen eines Tötungsdeliktes sind noch nicht abgeschlossen“, teilte Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord, Ende des Jahres auf Nachfrage mit. Details nannte sie mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Mögliche Zeugen zu dem Unfall werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 03301 8510 bei der Polizeiinspektion Oberhavel zu melden oder das Hinweisportal unter www.polizei.brandenburg.de zu nutzen.

Säugling kommt kurz vor Fürstenberg auf der B96 ums Leben

Besonders tragisch war ebenfalls ein schwerer Unfall auf der B96, der sich am 12. Mai kurz vor der Landesgrenze bei Fürstenberg ereignete. Eine 33-jährige Mercedes-Fahrerin aus Berlin war samt Beifahrerin (20 Jahre) von Neustrelitz aus kommend Richtung Oberhavel unterwegs. Beim Überholen vor einer Kuppe übersah sie offenbar einen BMW im Gegenverkehr, der nicht mehr ausweichen konnte.

Alle drei Personen wurden bei dem Horror-Unfall schwer, aber laut Polizei nicht lebensbedrohlich verletzt. Das Tragische: Im Mercedes der zwei Frauen befand sich zudem noch ein Säugling. Der kleine Junge wurde beim Unfall so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort starb.

Auto kollidiert am Vatertag mit Straßenbaum

Am späten Donnerstagabend (29. Mai), dem Vatertag, kam es gegen 21.37 Uhr auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Großmutz und Hoppenrade zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem ein 50-jähriger Mann tödlich verunglückte. Der Kia-Fahrer war aus unbekannten Gründen mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Der Wagen muss mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. Trümmerteile verteilten sich über eine große Strecke – der Motorblock wurde komplett aus dem Fahrzeug herausgerissen. Der Fahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Die Ortsverbindungsstraße war für mehrere Stunden voll gesperrt.

Frau gerät in Velten in den Gegenverkehr und stirbt

Am 20. Oktober ist eine 68-jährige Frau nach einem Frontalzusammenstoß auf der Hohenschöppinger Straße in Velten gestorben. Sie geriet mit ihrem in Oberhavel zugelassenen Wagen aus unbekannten Gründe in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn, wo es zur tödlichen Kollision kam. Die Polizei musste die Straße sperren, auch weil mehrere Autofahrer an den Unfallfahrzeugen vorbeifuhren und so die Rettungsarbeiten behinderten.

In Seilershof auf der B96 krachte am 10. Dezember kurz vor Mitternacht aus ungeklärter Ursache ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern mit seinem BMW zunächst gegen eine Steinmauer und dann gegen eine Hauswand. Der 31-jährige Fahrer wurde am Steuer eingeklemmt. Er erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.

Auf den Straßen des Kreises Oberhavel starben 2025 noch mehr Menschen, als in diesem Jahresrückblick aufgeführt sind. Diese tragischen Unfälle fließen aber nicht in die offizielle Statistik der Polizei ein, da es einen suizidalen oder medizinischen Hintergrund gab.

Hinweis der Redaktion:

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche – außer, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Die Beratung erfolgt anonym und vertraulich – auch per Mail oder Chat unter www.telefonseelsorge.de.