Versprechen
: Radweg soll bis Ende 2020 fertig sein

Seit 15 Jahren fordern Wensickendorfer einen Radweg nach Stolzenhagen zwischen ihren Orten. nun könnte der Bau bald starten.
Von
Hans Still
Wensickendorf
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Langes Warten auf den Radwegebau: Bei einem Vor-Ort-Termin mit Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) ließ Wensickendorfs Ortsvorsteher Heinz Ließke (im gelben Hemd) im vergangenen Oktober mächtig Dampf ab.

Tilman Trebs

„Wir werden mit dem Vorhaben 2020 fertig, das ist versprochen“, sagte der für Bauüberwachungen zuständige Sachgebietsleiter. Zugleich sprach er über den Umfang der Arbeiten, der über den normalen Radwegbau weit hinausreiche. „Die Ausschreibung erfordert noch viel Gehirnschmalz. Es gibt weitere Untersuchungen und Abstimmungen mit Grundstückseigentümern, all das muss in die Ausschreibung einfließen, um keine Nachträge zu riskieren.“ Wird die Ausschreibung veröffentlicht, bekommen die Firmen drei Monate Zeit zum Reagieren. „Anfang März erfolgt die Submission, weitere drei Wochen später sollten die Arbeiten beginnen“, so Otte.

Da die Hauptarbeiten ins kommende Jahr fallen werden, erwartet Otte keine Probleme mit den Bewerbungen der Baubetriebe. „Unsere Ausschreibung kommt recht früh auf den Markt, damit treffen wir sicher auf Interesse der Betriebe, die ihre Vorhaben für 2020 zeitig festlegen wollen“, kommentiert Otte und spricht über Details.

Kreuzung wird entschärft

Demnach falle das Vorhaben deutlich größer aus, als das womöglich in der Region erwartet wurde. Beispielsweise werde unter Vollsperrung die Verbindungsstraße von Stolzenhagen nach Wensickendorf erneuert. Zudem verändern die Baufachleute die Kreuzungssituation an der Ecke Stolzenhagen/B273. Aus dem gegenwärtigen Dreieck  basteln die Straßenbauer dann eine T–Kreuzung, was der Sicherheit zuträglich sein sollte. „Das ist gegenwärtig eine gefährliche Ecke, diese soll entschärft werden“, begründet Otte.

Über die Höhe der Baukosten will Otte nicht spekulieren, Baufirmen könnten sich sonst mit ihren Angeboten an seinen Aussagen orientieren. Nur so viel: „Es wird teuer, weil nicht nur der Radweg gebaut wird. Wir benötigen eine Radwegebrücke in diesem Bereich und erneuern zwei Durchlässe. Außerdem drehen wir an der Straße am Rahmersee das Gefälle und bauen eine Sedimentationsanlage. Das Regenwasser soll von der Straße nicht ungefiltert in die freie Natur fließen.“ Während der Vollsperrung werde die komplette Decke von der Stolzenhagener Kreuzung an erneuert.

Schon vor der ersten Kritik an dieser Sperrung verteidigt Otte die Maßnahme. „In der Presse wurde ja einmal behauptet, mein Hobby seien die Vollsperrungen. Das stimmt aber nicht, denn es geht uns um die Sicherheit der Bauleute.“ Die so genannte Arbeitsstätten–Richtlinie fordert 3,15 Meter lichten Raum sowie Sicherheitsabstände für Warnbaken. Zudem müsse es für die Gräben freie Streifen geben. „Bei Straßen ab einer Breite von acht Metern können wir frühestens über eine halbseitige Sperrung nachdenken, die haben wir dort aber nicht“, so Ottes.

Einige Arbeiten fallen noch ins aktuelle Jahr. So werde der Brückenbau begonnen, die schon geschobenen Teile des Radweges sollen den notwendigen Unterbau erhalten. Diese Arbeiten seien bei einseitiger Sperrung mit einer Baustellenampel erledigt.