"Wir sollten mit dem NWA ins Geschäft kommen und die Ortsteile so schnell wie möglich rauskaufen", forderte Dirk Blettermann (SPD). Er habe nie verstanden, warum darüber nicht ernsthaft verhandelt würde. "Viele Probleme hätten wir dann nicht."
In den beiden vergangenen Sommern galt im Bereich des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverbandes (NWA) ein Sprengverbot für Gärten. Aber selbst außerhalb trockener Sommer reicht der Druck in den Trinkwasserleitungen manchmal nicht für den Betrieb eines Geschirrspülers, wenn nebenan im Bad geduscht wird. Das Netz sei für die heutige Einwohnerzahl im Verbandsgebiet nicht ausgelegt, sagte Antje Wendt (FWO). Doch Investitionen ins Netz wurden über Jahre nicht getätigt. Wensickendorfs Ortsvorsteher Heinz Ließke (FWO) erinnerte daran, dass die drei Ortsteile schon 2011 aus den Investitionsplänen des NWA geflogen seien, weil damals über einen Wechsel der Zuständigkeiten nachgedacht worden sei. "Wir wären sonst ordentlich versorgt", sagte Ließke.
Zehlendorfs Ortsbeirat hatte zunächst lediglich den Bau zweier Löschwasserbrunnen beantragt. Oranienburgs Feuerwehrchef Sven Marten hält dagegen sechs neue Entnahmestellen für erforderlich und bevorzugt den Bau von Zisternen. Insgesamt müssten in den drei Dörfern 32 Zisternen gebaut werden. Das würde zusammen fast fünf Millionen Euro kosten. Dabei würde sich an der Trinkwasserversorgung noch nichts verändern.
"Das öffentliche Netz muss auch für das Löschwasser zuständig sein", sagte Heinz Ließke und forderte, die Verbandssatzung müsse entsprechend geändert werden, damit sich der NWA "nicht mehr rausreden kann". Betroffen seien ja auch andere Orte im Verbandsgebiet. Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) kündigte an, mit den Gemeinden Wandlitz und Mühlenbecker Land darüber sprechen zu wollen, "wie wir uns in Zukunft neu ordnen". Näheres wollte er dazu nicht sagen.
Heinz Ließke erinnerte daran, dass die drei Ortsvorsteher von Schmachtenhagen, Zehlendorf und Wensickendorf den Bürgermeister schon einmal gebeten hätten, dass für Wasser und Abwasser auch die Stadtwerke und der EBO zuständig sein sollen. "Damit wir auch technisch und nicht nur in der Verwaltung endgültig zur Stadt gehören", sagte Ließke.
Stadtwerke-Geschäftsführer Alireza Assadi sagte am Rande der Ausschusssitzung, dass dazu eine Machbarkeitsstudie erforderlich wäre. Die Kosten für einen Leitungsbau aus der Kernstadt und den Bau eines neuen Netzes in die Ortsteile schätze er auf 20 bis 30 Millionen Euro. Frühere Schätzungen zur Ertüchtigung des NWA-Netzes beliefen sich auf bis zu 20 Millionen Euro. Das Thema Trink- und Löschwasser wird als nächstes die Stadtverordneten am 7. September beschäftigen. Der Hauptausschuss traf keine Entscheidung.