Rund 100 Familien hat das Gesundheitsamt des Landkreises Oberhavel darüber informiert, dass an der Grundschule in Lehnitz ein Kind an Windpocken erkrankt ist. Der Fall wurde am Mittwoch bekannt. Für 14 Mädchen und Jungen hat die Erkrankung des Mitschülers weitreichende Folgen. Sie dürfen vorerst den Unterricht nicht besuchen. Das liegt daran, dass entweder deren Eltern noch nicht erreicht werden konnten oder aber kein Nachweis zum Impfschutz vorliegt.
Die mittlere Inkubationszeit für Windpocken beträgt 16 Tage. Kinder, für die kein Impfnachweis erbracht werden kann, können den Präsenzunterricht frühestens wieder am 14. Oktober besuchen. „Windpocken sind eine sehr ansteckende Virusinfektion, an der vor allem Kinder erkranken“, erläutert Amtsärztin Simone Daiber. Typisch ist ein stark juckender Hautausschlag mit roten Bläschen und leichtem Fieber. Da mittlerweile die meisten Kinder geimpft werden, treten Windpocken heute viel seltener auf als früher.

Erste Symptome erst nach zwei Wochen

Nach einer Ansteckung dauert es meistens etwa zwei Wochen, bis sich die Symptome zeigen. Die ersten Beschwerden können aber auch schon eine Woche nach der Ansteckung auftreten. Bei den meisten Kindern heilt eine Windpocken-Erkrankung innerhalb von zwei Wochen aus.
„Wer an Windpocken erkrankt, ist bereits ein bis zwei Tage ansteckend, bevor ein Ausschlag zu sehen ist. Die Windpocken sind zwar unangenehm, haben aber bei ansonsten gesunden Kindern selten ernste Folgen“, so die Amtsärztin weiter. Bei Neugeborenen und Erwachsenen sowie Menschen mit geschwächten Abwehrkräften kann die Infektion allerdings auch schwer verlaufen.
Windpocken werden von Mensch zu Mensch durch eine Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt übertragen. Ansteckend ist auch die Flüssigkeit der Bläschen, wenn sie platzen oder aufgekratzt werden.

Babys können ab dem elften Monat geimpft werden

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Windpocken für alle Kinder ab elf Monaten, aber auch für Jugendliche, Frauen mit Kinderwunsch und Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie etwa Neurodermitis. Die Windpocken-Impfung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Sie besteht aus zwei Impfspritzen im Abstand von vier bis sechs Wochen.
Wer noch keine Windpocken hatte und nicht geimpft ist, kann sich nach Kontakt mit einer an Windpocken erkrankten Person noch innerhalb von fünf Tagen impfen lassen. Dies kann den Ausbruch verhindern oder zumindest den Verlauf abschwächen.