Die sechs vorrangig zu erfüllenden Aufgaben aus dem umfassenden Entwicklungskonzept, das Rother ausführlich erläuterte, seien bewusst nicht nummeriert worden. Allerdings sei die Erweiterung der Grundschule das allerwichtigste Vorhaben. 120 bis 140 Kinder seien zusätzlich in der Grundschule zu erwarten. Den größten Zuwachs werde es 2024 geben. Die Grundschule solle einen zusätzlichen Flügel mit sechs Klassenräumen an der südlichen Stirnseite erhalten. Außerdem werde ein Ganzstagsmodell geplant. Dann würden weniger zusätzliche Hortplätze benötigt, sagte Rother.
Auch mehr Kitaplätze braucht Leegebruch. Die Kita "Sonnenschein" solle um 80 Plätze erweitert werden. Der starke Zuwachs ergebe sich aus der unerwartet schnellen Bebauung von "Fritzens Hut". Das Baugebiet ist voll.
Einige Probleme lassen sich nicht optimal lösen, weil die Gemeinde nicht über die notwendigen Grundstücke verfügt. Die Sporthalle gehöre für den Sportunterricht eigentlich zur Schule. Weil dort kein Platz ist, soll am Kleeschlag eine moderne Halle entstehen. Auf diese Weise könnten auch die maroden Umkleide- und Sanitärräume des Platzes ersetzt werden. Der Sportplatz werde erneuert.
Verlegung des Bauhofs
Den Bauhof will Rother gern an den Rand der Gemeinde verlegen. Auf dem Grundstück an der Birkenallee solle stattdessen ein Medizinisches Versorgungszentrum mit Bushaltestelle direkt vor der Tür entstehen. Die bestehenden Arztpraxen seien räumlich eingeschränkt, es gebe daher Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden. In einem MVZ könne überdies mehr als die medizinische Grundversorgung abgedeckt werden. Davon könnten vor allem  Senioren profitieren, die dann für Arztbesuche nicht unbedingt den Ort verlassen müssen.
Ältere Leegebrucher sollen auch von einer dauerhaften Bus-Anbindung der Gartensiedlung profitieren. Die Umleitung des 824-er Busses während der Sperrung der Eichenallee hat den Bedarf gezeigt. Die Veltener Straße müsse für einen dauerhaften Busbetrieb grundhaft neu gebaut werden. Unter der zu schmalen und instabilen Straße befinde sich eine Torflinse, sagte Rother. Auch die Kreuzung Eichenallee/Birkenallee/Straße der jungen Pioniere müssen umgebaut werden, bevor dort dauerhaft Busse im 20-Minuten-Takt fahren.
Millionenschaden entstanden
Und natürlich bliebt der Gemeinde, die Folgen des Hochwassers zu beseitigen und eine Wiederholung zu verhindern. Rother wurde sehr emotional, als er daran erinnerte, wie nach dem Jahrhundertregen vor genau drei Jahren das Wasser nicht ab-, sondern in den Ort zurücklief und schließlich weiterer Regen aufkam. "Das war der schwärzeste Tag in der Zeit, in der ich Verantwortung in Leegebruch hatte", sagte Rother, der 2017 amtierender Bürgermeister war. Das Gefühl der Hilflosigkeit hat sich bei ihm festgesetzt, "das dürfen wir nie wieder erleben". Mit dem neuen Durchlass an der Eichenallee habe die Gemeinde einen wichtigen Schritt bei der Verbesserung der Situation erreicht. Die Gräben seien wieder als solche erkennbar. Durch die Auswertung von Luftbildern habe die Gemeinde außerdem die neue Erkenntnis, dass große Regenmengen vom Gelände der Rollrasen-Firma in die Ortslage liefen. Um solche Ereignisse zu verhindern, gebe es noch viel zu tun, so Rother.
Bei weit über zehn Millionen Euro liege der Gesamtschaden durch das Hochwasser. Auch viele Haushalte hätten die Schäden noch nicht behoben, zum Teil weil sie nicht versichert waren. Die Betroffenen würden auch keinen Versicherer mehr finden. "Leegebruch ist auf der Landkarte durchaus bekannt bei den Versicherern", sagte Rother.
Zur Verbesserung der Situation gehört deshalb auch der weitere Umbau der Schmutzwasserbeseitigungsanlagen. Für mehr Sicherheit solle eine zweite Abwasserleitung gebaut werden.
Zusätzliche Ausgaben
Das Entwicklungskonzept hatte die Verwaltung auf einer Klausurtagung mit den Gemeindevertretern erarbeiten. "Wir wollen festlegen, wo es mit der Gemeinde hingeht", sagte der Bürgermeister. Die festgelegten Prioritäten seien auch wichtig für die Haushaltsplanung. Außerdem könnten nun einfacher Fördermittel beantragt werden. In dem Konzept steht auch die Aufstellung eines Neuen Flächennutzungsplans, der allerdings nur mit großem Verwaltungsaufwand zu erreichen ist. Ebenfalls will die Gemeinde ihre Immobilien am Robert-Koch-Platz und an der Dorfaue grundhaft sanieren. Auch Gemeindestraßen müssen erneuert und ein Straßenkataster erstellt werden. Im Konzept steht zudem die Sanierung der denkmalgeschützten Kapelle auf der Dorfaue und eine Südanbindung der Gemeinde an die B96, um das nördliche Leegebruch von Verkehr zu entlasten.
Basis des einstimmig beschlossenen Konzeptes ist eine Einwohnerbefragung sowie eine Schätzung der Bevölkerungsentwicklung bis 2032. Da keine weiteren Baugebiete mehr ausgewiesen werden können, ist nur mit einem geringen Zuwachs zu rechnen. Anders als in vielen anderen Gemeinden komme es in Leegebruch zu keiner "Vergreisung", sagte Rother. Der Ort bleibt jung.

Zufriedene Leegebrucher


Eine Befragung von Neubürger ergab 2015 eine hohe Zufriedenheit mit deme Ort. 33,3 Prozent  der seit 2010 neu in den Ort gezogenen Bewohner gaben an, sehr zufrieen in Leegebruch zu sein. 83,6 Prozent sind zufrieden, 3,2 Prozent sind unzufrieden.

Positiv bewerten 53,5 Prozent der Befragten die ruhige, dörfliche und grüne Lage des Ortes.  Gute Werte erhalten auch die Einkausmöglichkeiten, Dienstleistungsangebote und die Gesundheitsversorgung. 22,5 Prozent sind zufrieden mit der Busanbindung.  Sport- und Kulturanbgebote erhalten dagegen schlechte Werte. kd