Seit September 2020 verbreitete sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) von Osten her im Land Brandenburg. Jetzt droht dem Havelland auch von Norden her ein möglicher Ausbruch. Laut Angaben der Kreisverwaltung habe es in der vergangenen Woche  erstmals Positiv-Befunde bei Frischlingen in Mecklenburg-Vorpommern gegeben, rund 200 Kilometer entfernt von der polnischen Grenze und drei Kilometer entfernt von der Ländergrenze zu Brandenburg. Der Landkreis Prignitz sei Teil der ASP-Sperrzone II und in die neu einzurichtende Kernzone involviert. Zwischen dem Ausbruchherd in der Nähe der Autobahn 24 und dem Havelland würden ungefähr 150 Kilometer liegen.

Aufwandsentschädigung für Jäger

Im Landkreis Havelland besteht schon seit längerem ein ASP-Krisenstab. Dieser  ruft alle Jäger, Schweinehalter und Naturfreunde erneut zu erhöhter Vorsicht auf. Seit 2020 sind Jäger ohnehin verpflichtet, ihre Reviere auf totes Schwarzwild hin regelmäßig zu kontrollieren und bei Totfunden Tupferproben zur Untersuchung zu entnehmen. Hierfür erhalten Jäger eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro. Sollten Spaziergänger durch Zufall tote Wildschweine entdecken, sollen sie das dem Veterinäramt oder in einem kreislichen Bürgerservicebüro melden, so aktuell die Bitte der Kreisverwaltung. Das Veterinäramt werde dann Proben veranlassen.

Amtstierärztin ermahnt zur Anmeldung von Schweinehaltung

Auch Schweinehalter sind nunmehr zur Vorbereitung auf eine Schweinepestsituation aufgerufen. „Wenn Schweinehaltungen noch nicht beim Veterinäramt angemeldet sind, sollte das umgehend nachgeholt werden“, so Amtstierärztin Dörte Wernecke. Umzäunungen von Grundstücken sollten zudem wilddicht instandgesetzt werden. „Grünfutter aus Gebieten, in denen sich Schwarzwild aufhalten kann, soll nicht mehr verfüttert werden und auf Kleidungswechsel und Schuhwechsel sowie Schuhdesinfektion beim Betreten der Ställe muss geachtet werden“, so Wernecke weiter. „Im zurückliegenden Jahr mussten in Brandenburg bereits mehrere Hausschweinebestände gekeult werden, weil der Erreger aus dem Schwarzwildbestand in die Schweinehaltungen eingeschleppt wurde.“

Landkreis Havelland kann auf 100 Kilometer Zäune zurückgreifen

Der Krisenstab sieht sich auf die Afrikanische Schweinepest insgesamt gut vorbereitet. Anfang des Jahres wurde in 100 Kilometer Zaunmaterial investiert. Ein Teil lagert im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) in Friesack.
Im Ausbruchsfall soll zunächst im Umkreis von rund vier Kilometern um einen Positiv-Fund herum ein Zaun gezogen werden. Das wird als Kernzone bezeichnet. Der Zaun soll eine Weiterverschleppung des Virus in die nähere Umgebung („Weiße Zone“) verhindern. Diese „Weiße Zone“ ist ein Bereich im Abstand von fünf Kilometern um die Kernzone, wo ein weiterer Zaun das Auswandern erkrankter Wildschweine verhindern soll.

Sogar Hunde und Drohnen stehen zur Verfügung

Ferner hat der ASP-Krisenstab havelländische Teams zur Bergung und Beprobung von Schwarzwild ausgebildet. Inzwischen besteht sogar eine Spürhundestaffel, und Drohnen können bei der  Suche nach Kadavern auch zum Einsatz kommen, wie es aus der Kreisverwaltung aktuell heißt.
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