2020 war leider für viele Menschen mit mehr oder weniger großen Entbehrungen verbunden. Astronomisch gesehen war es dagegen recht ereignisreich, wie sich auch beim Blick zum Nachthimmel über dem Sternenpark Westhavelland offenbarte.

Mars so gut zu sehen wie in den nächsten 15 Jahren nicht mehr

Der Planet Mars war so gut zu beobachten wie in den nächsten 15 Jahren nicht mehr. Die Sternschnuppen der Perseiden waren endlich einmal unter besten Wetterbedingungen zu sehen, und im Sommer erschien ein heller Komet mit einem schönen Schweif am Himmel. Aufgrund des Aberglaubens in früheren Zeiten wurden Kometen oft als böses Omen betrachtet, als Vorbote für Kriege oder Seuchen.

Komet als böses Omen?

Der ein oder andere Abergläubische sieht diesen Glauben in Corona-Zeiten vielleicht bestätigt. Dann hätte jedoch der Komet schon im letzten Jahr auftauchen müssen. Denn als er erschien, war der erste Höhepunkt der Pandemie zumindest bei uns bereits vorbei. Zudem war der Komet zwar recht schön anzusehen, von einem Jahrhundertereignis war er jedoch noch weit entfernt.

Jupiter, Saturn und eine Große Konjunktion

Am 21. Dezember 2020 fand die nahe Begegnung (auch als „Große Konjunktion“ bezeichnet) von Jupiter und Saturn statt, und mit etwas Wolkenglück war sie sogar zu beobachten. Nun dauert es wieder 20 Jahre, bis sich die Planeten erneut nahe kommen. Im Laufe des Januars verschwinden die beiden für einige Wochen im Licht der Sonne und werden unsichtbar.

Morgenstern Venus verabschiedet sich

Auch die Venus beendet ihre lange Phase als Morgenstern und wird erst im späten Frühjahr wieder am Abendhimmel auftauchen. Der rötliche Planet Mars ist zwar noch leicht am Himmel zu sehen, er ist jedoch schon wieder soweit von der Erde entfernt, dass sich selbst eine Teleskopbeobachtung kaum mehr lohnt.

Merkur gut zu beobachten

Einzig der Planet Merkur kann im Januar 2021  für seine Verhältnisse relativ leicht beobachtet werden. Er erreicht in der zweiten Monatshälfte seine beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr. Knapp über dem Horizont im Südwesten ist er etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang am besten mit einem Fernglas zu erspähen. Dabei sollte er jedoch nicht mit Jupiter verwechselt werden, der sich nicht weit entfernt befindet.
Einfach ist die Sichtung am Abend es 14. Januar, wenn die zunehmende Mondsichel etwa vier Grad südöstlich von Merkur steht und als Orientierungshilfe dient. Anfang Februar verschwindet der Planet wieder in den Strahlen der Sonne.

Höchste Aktivität der Quadrantiden

Am 3. und 4. Januar erreicht einer der ergiebigsten Sternschnuppenströme des Jahres seine höchste Aktivität, die Quadrantiden. Leider sind die Beobachtungsbedingungen in diesem Jahr sehr ungünstig, da das Maximum nur wenige Stunden dauert und am Nachmittag des 3. Januar stattfindet. Zudem beeinträchtigt der noch recht volle abnehmende Mond die Beobachtung stark. Wenn der Himmel klar sein sollte, kann jeweils am frühen Morgen dieser beiden Tage versucht werden, einige Sternschnuppen zu beobachten. 15 bis 20 Stück könnten dann pro Stunde sichtbar sein. Abergläubische Leute könnten also durchaus eine Menge Wünsche äußern. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Bärenhüter herauszuströmen.