Aktuell ist Planet Mars sehr gut sichtbar. Erst 2035 wird er noch näher kommen als in diesem Jahr. Wie erwartet sind die Beobachtungsbedingungen 2020 durch seine größere Horizonthöhe und die damit verbundene geringere Luftunruhe deutlich besser als bei seiner letzten Erdnähe vor zwei Jahren.
Auf einem Foto vom 1. Oktober, aufgenommen im westhavelländischen Sternenblick Parey (Amt Rhinow), ist am unteren Rand die weiß leuchtende, südliche Eiskappe des Mars zu sehen. Am gegenüberliegenden Nordpol sind gräuliche Eiswolken in der Marsatmosphäre zu erkennen. Auf dem Rest der Marsoberfläche sind abwechselnde helle und dunkle Strukturen zu beobachten. Bei guten Bedingungen können diese Details auch in einem Teleskop ab etwa 150- bis 200-facher Vergrößerung beobachtet werden.

Die hellsten Objekte am Nachthimmel

Den ganzen Oktober lang ist der Mars als hellstes Objekt nach Mond und Venus zu sehen. Letztere taucht erst spät am Morgenhimmel auf. Als sogenannter „Morgenstern“ ist Venus noch bis in den Januar hinein zu sehen. Die Sichtbarkeit dieses Planeten wird aber allmählich schlechter, und im Teleskop stellt er daher kein lohnendes Beobachtungsziel mehr dar.
Am frühen Abend sind gegenwärtig die Planeten Jupiter und Saturn nebeneinander tief über dem Südwest-Horizont zu sehen. Sie nähern sich allmählich an, weil der schnellere Jupiter den Saturn einholt. Am 21. Dezember werden die beiden Gasriesen in der Abenddämmerung direkt nebeneinander stehen. In den Wochen zuvor kann der Beobachter sehr schön die Annäherung der beiden Planeten verfolgen.

Draconiden aus Sternbild Drache

Im Oktober sind auch zwei Sternschnuppenströme aktiv. Die Draconiden erreichen ihr Maximum in der Nacht zum 9. Oktober. Normalerweise beträgt die stündliche Anzahl an Meteoren nur etwa zwei. Es kommt aber öfters vor, dass es starke Ausbrüche mit mehreren Dutzend oder gar Hunderten von Sternschnuppen gibt. Darum kann am späten Donnerstag ein Blick zum Himmel immer lohnen.
2020 sind die frühen Abendstunden zu bevorzugen, da der Mond erst später aufgeht und die Beobachtungen nicht stört. Die Draconiden strömen scheinbar aus dem Sternbild Drache, deshalb Draconiden, und sind extrem langsame Sternschnuppen.

Sehr schnelle Orioniden

Den ganzen Monat aktiv sind die Orioniden. Sie sind am besten in den Morgenstunden zu sehen und strömen, wie ihr Name schon vermuten lässt, aus Richtung des Sternbilds Orion heraus. Ihr Maximum erreichen sie in den Morgenstunden des 21. Oktober. Dann dürften 20 bis 30 Meteore pro Stunde zu beobachten sein. Auch in der Nacht davor und in der Nacht danach sind noch viele Sternschnuppen zu erwarten. Im Gegensatz zu den Draconiden sind Orioniden extrem schnelle und oftmals sehr helle Sternschnuppen, die ihren Ursprung im berühmten Kometen Halley haben.