Zum zweiten Mal in diesem Jahr schränkt das Coronavirus die Menschen stark ein und erschwert auch den Besuch des Sternenparks Westhavelland. Zumindest für Besucher von außerhalb. Für das Universum aber spielt das Virus keine Rolle, und so werden auch im November die Sterne wieder vom Himmel strahlen und ihre Aufmerksamkeit von den Menschen fordern, die in der Nacht unterwegs sind.

Alle Planeten in einer Nacht

Einen wolkenlosen Himmel, einen Feldstecher und tiefer gehende Kenntnisse des Sternenhimmels bzw. eine gute Sternkarte vorausgesetzt, bietet sich in der ersten Monatshälfte die seltene Gelegenheit, alle acht Planeten unseres Sonnensystems in einer Nacht zu beobachten. Der limitierende Faktor ist der innerste Planet Merkur, der nur von Monatsbeginn bis etwa zum 18. November in der Morgendämmerung vorzugsweise mit dem Fernglas sichtbar ist. Er ist links unterhalb der strahlend hell leuchtenden Venus tief am südöstlichen Horizont zu finden. Planet Venus selbst ist als heller Morgenstern nicht zu übersehen und wird erst im Januar von der Himmelsbühne verschwinden.

Mars, Saturn & Jupiter

Die ganze Nacht über ist der hell orange leuchtende äußere Nachbarplanet Mars leicht zu entdecken. Er ist heller als jeder Stern am Himmel. Jupiter und Saturn dagegen sind nur am frühen Abend tief über dem Südwest-Horizont aufzuspüren. Sie nähern sich immer weiter aneinander an. Der hell-weiße Jupiter nähert sich von rechts dem etwas schwächeren Ringplaneten.
Bei den beiden äußeren Planeten Uranus und Neptun ist dagegen ein Fernglas zur Sichtung notwendig. Zwar ist Uranus unter guten Bedingungen auch mit dem bloßen Auge zu erkennen, so oder so ist aber eine exakte Ortskenntnis bzw. Sternenkarte notwendig. Er befindet sich im Moment im unscheinbaren Sternbild Widder. Neptun ist dagegen im Wassermann angesiedelt und erfordert ebenfalls eine gute Sternkarte. Viel zu erkennen ist bei den beiden Planeten nicht, da sie viel zu klein und zu weit entfernt sind, ebenso wie der Merkur. Aber vielleicht möchte sich ja jemand an dem Planeten-Marathon versuchen.

Erde ist achter Planet

Der achte Planet fehlt natürlich noch. Die Schönheit unserer Erde kann wunderbar im Naturpark Westhavelland erkundet werden, auch wenn die Natur im November einen Gang zurückschaltet und sich auf die Winterruhe vorbereitet.
Um die Tour im Sonnensystem zu komplettieren ist natürlich auch der Mond immer einen Blick wert. Zudem erreichen die Sternschnuppen der Leoniden ihr Maximum in den Vormittagsstunden des 17. November  und werden wohl keine besonders beeindruckende Show abliefern. Wer möchte, sollte am besten bereits in den frühen Morgenstunden  nach den Leoniden Ausschau halten.

Unsere Nachbargalaxie mit bloßem Auge zu sehen

Ein bekanntes extragalaktisches Objekt ist der Andromedanebel, der im Herbst hoch am Himmel und schon mit dem bloßen Auge zu sehen ist. Allerdings sollten dafür helle Mondnächte gemieden werden. Die Position unserer Nachbargalaxie ist auf der Sternkarte rot markiert. Mars und Sternbild Cassiopeia, bekannt als Himmels-W, dienen als Orientierungshilfe, um den länglichen schwachen Lichtfleck zu erkennen. Ein Fernglas bringt jedoch einen deutlichen Gewinn an Details und Helligkeit.