Auftritt: Mehr als ein Kriminalbiologe

Jana Rudolf mit Dr. Mark Benecke: Vor seiner Veranstaltung im Kulturzentrum ließ sie sich ein Tattoo stechen, eine Fledermaus nach einer Zeichnung des Kriminalbiologen.
weberZum Thema „Fälle am Rande des Möglichen“ schilderte Benecke ungewöhnliche, teils schon skurrile, Methoden, die zur Überführung von Mördern beigetragen haben. „Unser Gehirn funktioniert so, das der Mensch vor allem das sieht, was er erwartet. So können Zeugenaussagen wahr sein, spiegeln aber trotzdem nicht die volle Wahrheit wider. Es ist ein individuell gefärbter Ausschnitt der Wahrheit“, sagte Mark Benecke. Wichtig sei: nicht denken, sondern anfassen, sammeln, messen — das wissenschaftliche Auswerten und Hinterfragen vorhandener Spuren.
„Vor zirka fünf Jahren haben wir schon mal eine Show mit Benecke in Brandenburg/Havel gesehen. Thema war Hitlers Schädel“, so Kathrin Großmann, die mit ihrem Ehemann ins Kulturzentrum kam. „Auch diese Show war wieder sehr unterhaltsam — einfach toll!“ Vor der Show hatten beide für ihr Foto mit Mark Benecke ohne jegliche Berührungsängste seine zwei „Haustiere“ in die Hände genommen, zirka fünf Zentimeter große Madagaskar Fauchschaben. Fan Jana Rudolf ging noch einen Schritt weiter. „Über Facebook gab es die Möglichkeit für einen Zuschauer, sich vor der Show im KuZ ein kleines Tattoo stechen zu lassen“, erzählte die Rathenowerin. Beneckes Lebenspartnerin und Co–Autorin eines seiner Bücher, Ines Fischer, fügte bestehenden Tattoos auf dem rechten Unterarm des Fans eine kleine stilisierte Fledermaus nach Zeichnung des Kriminalbiologen hinzu.
Seit über 20 Jahren ist Benecke, nach seinem Studium der Biologie und der Psychologie sowie rechtsmedizinischer Ausbildung, als Kriminalbiologe tätig. Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger wertet er Spuren nach vermuteten Gewaltverbrechen aus. Er veröffentlichte zahlreiche, auch kindgerechte Bücher zum Thema. Seit 1999 ist er oft Gast in Radio und TV. Die einen kennen ihn als „Madendoktor“, für andere ist er der „Herr der Maden“.