Dank der Havel fließt reichlich Wasser durch Rathenow. Auf ihrer Internetseite erläuert die Kommune, wo gebadet werden kann. In der Kernstadt ist das nur am Wolzensee möglich. Der Badezugang zur Havel sei „schwer bis unmöglich“, wie es heißt.
Zum Weißen Strand nördlich des Optikparks gelangt man nur auf dem Wasserweg. „Ein landseitiger Zugang wäre nur über einen ca. einen Kilometer langen beschwerlichen Fußweg möglich. Vor Jahren wurde ein aufwändiges Genehmigungsverfahren gegenüber der Unteren Naturschutzbehörde aufgegeben“, so die Verwaltung. Der Versuch, am Standort der ehemaligen Flussbadeanstalt am Schwedendamm eine neue Bademöglichkeit zu schaffen, sei bereits am Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt gescheitert. Auch am Mühlenarm sieht es nicht gut aus für eine Badestelle. Und wie ist die Ausgangslage am Stadtkanal?

Badestrand am Stadtkanal in Rathenow war Idee für Bürgerbudget 2023

Die Partei, mit zwei Mandatsträgern in der Stadtverordnetenversammlung vertreten, brachte sich mit einer diesbezüglichen Idee ins Bürgerbudget-Verfahren 2023 ein. Sie hat die kleine Bucht am Ende der Kleinen Waldemarstraße im Blick. „Die Bucht ist ideal, da sie sich abseits der Fahrrinne zwischen Jederitzer Brücke und Stadtschleuse befindet, und durch das flache Gewässer gerade für Kinder geeignet ist. Die dazu nötigen Arbeiten sind überschaubar. Der Grund müsste von Schlamm befreit und ebenmäßig mit Kies aufgefüllt, werden, um einen angenehmen Einstieg zu gewähren“, wie es im Vorschlag vom 8. März 2022 heißt. Mit dem Hinweis der Stadtverwaltung vom 10. Mai 2022, dass die Kosten über 15.000 Euro liegen würden, kam das Bucht-Projekt nicht zur öffentlichen Abstimmung.

Laut Stadtverwaltung liegt schadstoffbelasteter Schlamm in der Bucht

Die Frage steht nun im Raum, ob denn ein Strand an der Stelle überhaupt denkbar und machbar wäre und zu welchem Preis. Mit einer diesbezüglichen Anfrage wandte sich BRAWO an die Verwaltung. In der Antwort heißt es: „Die Ausbuchtung des Stadtkanals ist sehr verschlammt. In einer Untersuchung im Jahr 2009 wurde festgestellt, dass der Schlamm schadstoffbelastet ist. Die Schadstoffe stammen mutmaßlich immer noch aus früheren Zeiten, aus den Industrieanlagen der Region. Der Schlamm müsste entfernt und entsorgt werden. Eine Kostenschätzung liegt uns nicht vor, jedoch verursacht die Entsorgung belasteter Materialien erfahrungsgemäß enorme Kosten.“