CO2-Ersparnis
: Premnitz liefert Fernwärme für Brandenburg an der Havel

Wärmeversorger aus Brandenburg/Havel investiert in Preisstabilität, die unabhängig von CO2-Preisen ist. Aus dem Premnitzer EEW-Werk soll künftig Abwärme in die Havelstadt geliefert werden.
Von
Manuela Bohm
Premnitz/Brandenburg
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EEW-Abfallverwertung in Premnitz: Dabei wird Abwärme erzeugt, die in absehbarer Zukunft auch nach Brandenburg an der Havel geliefert werden soll.

Manuela Bohm

„Allein das Potential der CO2-Vermeidung liegt bei bis zu 70.000 Tonnen pro Jahr“, berichtete kürzlich Ralf Tebling (SPD), Bürgermeister der Stadt Premnitz seinen Stadtverordneten zum Vorhaben. Die Einsparung der CO2-Immisionen ist ein Hauptgrund für die „Techniker“, wie Klaus Piefke sich und den Geschäftsführer der Stadtwerke Brandenburg, Gunter Haase, nennt. „Wir hatten uns erstmals 2017 darüber unterhalten - ein Gespräch unter zwei Technikern. Wir überlegten welchen Beitrag die Abfallverwertung bei der Einsparung von CO2 leisten könne“, sagt Piefke auf BRAWO-Anfrage.

Zwischen 120.000 und 150.000 Megawattstunden im Jahr an Wärme liefere die Anlage in Premnitz künftig in die Stadt Brandenburg. Dazu bedarf es einer Fernwärmeleitung über 20 Kilometer Länge, die die beiden Orte miteinander verbindet. Dazu ist das Planfeststellungsverfahren bereits in der Art vorangebracht, dass die Unterlagen der Genehmigungsbehörde zum Beschluss vorliegen. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren“, so Haase, Technischer Geschäftsführer bei den Stadtwerken in Brandenburg/Havel. „Mitte bis Ende 2022 soll die Leitung pünktlich zum Herbst in Betrieb gehen.“ Die Planung der Fernwärmeleitung liegt in den Händen des städtischen Unternehmens. Die Kosten werden derzeit auf rund 30 bis 35 Millionen Euro geschätzt. Zum überwiegenden Teil soll die Verbindung unterirdisch erfolgen. Nur im Bereich Gapel, in der Nähe ehemaliger Chemiestandorte ist dies nicht möglich.

Mit der gelieferten Wärme könnten alle Haushalte in Brandenburg/Havel, die derzeit von den Stadtwerken mit Fernwärme versorgt werden, aus Premnitz beliefert werden. Rund 12.000 Haushalte sind an das bestehende Erdgaskraftwerk angeschlossen. Damit wird etwa der überwiegende Teil des Haushalte in Hohenstücken und im Stadtteil Nord versorgt - inbegriffen sind auch das Marienbad, das Städtische Klinikum und die Behörden entlang der Magdeburger Straße. Auch die neuen Wohnbauten zwischen Neuendorfer Straße und Havel, die derzeit entstehen, können dann aus Premnitz mitversorgt werden.

„Erst am Montag wurden die Preise für CO2 erhöht von 10 auf 25 Euro je Tonne. Aber egal welche Preise künftig für CO2 gezahlt werden sollen, wird dies keine Auswirkungen auf die Verbraucherpreise unserer Kunden haben. Die in Premnitz entstandene Abwärme ist  CO2-neutral. Die Trasse sichert den Stadtwerke-Kunden die Preisstabilität“, betont Haase. In Brandenburg/Havel werde die CO2-Immission dabei um 60.000 bis 70.000 Tonnen im Jahr reduziert. Das Erdgaskraftwerk wird nach der Inbetriebnahme der Fernwärmeleitung zwischen Premnitz und Brandenburg/Havel in einen „Dornröschenschlaf“ versetzt, wie es Haase nennt. „Es kann so jederzeit reaktiviert werden, wenn es beispielsweise zu einer Störung kommt.“

„Unsere Planung ist so ausgelegt, dass der geringere Bedarf in Sommermonaten und auch der höhere Bedarf in den kalten Jahreszeiten bedient werden kann. Bereits ab 2021 wären wir mit unserer Anlage bereit Wärme zu liefern“, so Piefke.

Bevor sich die Beteiligten Unternehmen und Kommunen für die Verbindung von Abfallverwertungsanlage und Wärmeversorger entschieden,  seien, nach Aussagen von Ralf Tebling, unterschiedliche Varianten untersucht worden. Dabei seien die Gesichtspunkte wie die CO2-Einsparung, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit der Wärme und die Wertschöpfung in der Region betrachtet worden. „Die Variante, die Abwärme aus Premnitz über eine Leitung zu transportieren erwies sich mit Abstand als die Beste“, so Tebling.

Bürger können sich zu diesem Vorhaben informieren. Dazu bieten die Stadtwerke Brandenburg/Havel drei Informationsveranstaltungen an. Am 20. Januar kommen Ansprechpartner nach Premnitz. Sie beantworten in der Zeit von 15.00 bis 18.00 Uhr im Speisesaal der Oberschule die Fragen der Einwohner. Am 21. Januar, 15.00 bis 18.00 Uhr, kommen sie in die „Werft“ in Brandenburg/Havel, am 22. Januar von 15.00 bis 18.00 Uhr sind sie im Amt Beetzsee, Ortsteil Brielow, anzutreffen.