Bundesweit liegt die Zahl der Covid-Infektionen im Sommer 2022 erheblich höher als in den Sommern der beiden ersten Corona-Jahre. Etwa für den Landkreis Havelland wurde zum Dienstag eine Inzidenz von 374,6 vermeldet. Der Wert bildet die Zahl der labortechnisch nachgewiesenen Neuerkrankungen unter 100.000 Einwohnern binnen einer Woche ab. Zum Vergleich: Am 2. August 2021 lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 8,6.
Auch in den Havelland-Kliniken sind die Fallzahlen der an Covid-19 erkrankten Patienten bereits jetzt auf einem relativ hohen Stand angekommen. Wie das kreiseigene Unternehmen am Dienstagvormittag mitteilte, wurden zu dem Zeitpunkt 26 Patienten stationär versorgt. Am 2. August des Vorjahres hatte es nicht einen Fall in den Häusern (Rathenow und Nauen) gegeben.

Havelland-Kliniken beklagen Ausfall von Mitarbeitenden in Größenordnungen

„Ein kleiner Lichtblick im aktuellen Geschehen ist der Umstand, dass der Anteil der Intensivfälle, die eine Beatmung und engmaschige Überwachung benötigen, noch gering ist“, so Kliniken-Sprecherin Babette Dietrich. Wie sie aber weiter berichtet, werde die Situation zusätzlich dadurch erschwert, dass nicht nur Patienten, sondern auch Mitarbeitende krankheitsbedingt in Größenordnungen ausfallen. Zahlen nannte sie hier nicht. „Bei den Beschäftigten, die sich jetzt mit Corona infizieren, ist zu beobachten, dass diese über längere Zeit mit Symptomen kämpfen, derzeit vor allem mit starken Kopfschmerzen und Fieber. Damit sind sie auch nicht arbeitsfähig. Weitere Ausfälle sind dem normalen Krankheitsgeschehen geschuldet“, so Dietrich weiter.
Diese Gesamtsituation ließe es aktuell nicht zu, dass ein Regelbetrieb in den Kliniken stattfinden kann. Die Versorgung von Covid-Patienten werde daher schwerpunktmäßig wieder in der Klinik Nauen konzentriert. Es werde dort wieder eine gesonderte Station für Covid-Fälle eingerichtet. Dietrich: „Da dieser Bereich eine personalintensive Betreuung benötigt, werden die Pflegekräfte dort entsprechend konzentriert. In der Folge müssen die Betten- und OP-Kapazitäten vorerst wieder reduziert und damit ein Teil der planbaren Eingriffe verschoben werden.“