Seit dem 29. März 2021 werden am Nauener Standort der beiden Havelland-Kliniken 56 Betten und sechs Intensivbetten für Corona-Patienten in der Isolierstation vorgehalten. Laut Angaben von Babette Dietrich gibt es aktuell, 13. April, 23 bestätigte Fälle in der Klink Nauen sowie fünf Verdachtsfälle. Von diesen 28 werden aktuell vier intensiv-medizinisch versorgt, darunter ein Beatmungsfall. In Rathenow werden vier Verdachtsfälle stationär versorgt.

Nauen übernimmt Covid-Fälle

„Wir haben uns -  im Sinne der Bündelung von Kapazitäten – schon vor einigen Monaten dafür entschieden, Covid-Fälle in der Klinik Nauen zu versorgen und Rathenow als Non-Covid-Haus zu führen“, erläutert Dr. Dietrich. Um die Jahreswende musste auch am Standort Rathenow eine Covid-Station eröffnet werden. Diese konnte im Februar 2021 wieder mit „regulären“ stationären Patienten belegt werden. „In Rathenow halten wir  aktuell noch vier Kapazitäten für die isolierte Versorgung von Verdachtsfällen vor, die bei Nachweis einer Covid-Erkrankung zügig nach Nauen verlegt werden“, so die Unternehmenssprecherin weiter.

Stufenkonzept entwickelt

Die Havelland-Kliniken haben ein Stufenkonzept entwickelt, um je nach Verlauf des Infektionsgeschehens Covid-Kapazitäten (Isolierungsbereich für die Versorgung von Verdachts- und bestätigen Covid-Fällen sowie intensiv-medizinischer Bereich für Covid-Patienten mit Beatmungsmöglichkeit)  wieder hochfahren zu können. „Bei anhaltendem besonders hohen Fallaufkommen müsste auch Rathenow wieder einbezogen werden“, so Dietrich. Das ist gegenwärtig kein Thema. Ferner arbeiten die Havelland-Kliniken auch im Versorgungscluster Corona West (VCC West) mit, um in Abstimmung mit weiteren Brandenburger Kliniken Patientenströme steuern und Kapazitäten gut auslasten zu können.

Allenfalls vereinzelt Quarantäne-Fälle innerhalb der Belegschaft

Aufgrund der „zweigleisigen“ Vorgehensweise sehen sich die Havelland-Kliniken - soweit absehbar - hinsichtlich der Kapazitäten gut aufgestellt. „Was das Personal anbelangt, so sind wir seit der Schutz-Impfung in unserer Belegschaft recht stabil besetzt. Es gab kein Ausbruchsgeschehen mehr, es gibt allenfalls vereinzelte Quarantänen. Auch der Krankenstand ist trotz der anhaltend hohen Arbeitsbelastung aktuell im Normalbereich. Viele sind erschöpft und trotzdem engagiert dabei“, berichtet Babette Dietrich.

Immer mehr Patienten um die 60 Jahre und jünger

Bis zum Nachmittag des 13. April 2021  haben die Havelland-Kliniken seit Beginn der Pandemie 298 Covid-Patienten in Rathenow und Nauen behandelt. Davon sind 77 Patienten verstorben. Dietrich: „Anfangs waren es vor allem alte bzw. hochbetagte Patienten  zwischen 70 und 90 Jahren, die oft schon mit Vorerkrankungen und altersassoziierten gesundheitlichen Einschränkungen zu tun hatten; jetzt haben wir auch Patienten um die 60 Jahre und jünger, hier sind die Krankheitsverläufe zum Teil schwerer und länger.“
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