Wegen Corona nichts los im Landkreis Havelland. In der überregionalen Wahrnehmung spielt der Landkreis Havelland aktuell kaum eine Rolle. Doch gibt es mit zwei Landespolitikern und dem Trainer des FSV Optik Rathenow Persönlichkeiten, die weiterhin über die Kreisgrenzen hinweg Gehör finden.

 Gesundheitsministerin aus dem Havelland

Die bündnisgrüne Ursula Nonnemacher aus Falkensee wurde im Herbst 2019 zur Gesundheitsministerin im Land Brandenburg. Erst wenige Monate im Amt, ist die Corona-Krise für sie zur großen Herausforderung geworden. Kein anderer Bewohner des Havellands ist aktuell präsenter in den Medien.

Emotionale Betroffenheit unterschätzt

Am Dienstag gestand Nonnemacher gegenüber dem Inforadio des rbb ein: „Was ich unterschätzt habe, ist die extrem starke emotionale Betroffenheit vieler Menschen beim Impfen.“ Derweil wird Emotionalität auch durch den aus Rathenow stammenden Landtagsabgeordneten Christian Görke (Die Linke) geschürt.

Ex-Finanzminister will in den Bundestag

Im Herbst 2019 hatte Görke Abschied von Regierungsverantwortung genommen. Zuvor war er Vizeministerpräsident und Finanzminister des Landes Brandenburg. Im September will er sich in Cottbus und Umgebung um ein Bundestagsmandat bewerben. Gegenwärtig ein Oppositionspolitiker im Landtag, übt Görke vielfach Kritik an der Regierung.

Noch kein Impfzentrum in der Region

Gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin Andrea Johlige aus Nauen ärgerte sich Görke am Montag: „Es ist nicht mehr nachvollziehbar, weshalb im Havelland bisher weder ein Impfzentrum in Betrieb ist, noch eine andere Impfmöglichkeit in einer Klinik oder einer Hausarztpraxis geschaffen wird“. Damit reagierten beide auf ein noch nicht existierendes Impfzentrum und den anstehenden Start des Hausarzt-Modellprojekts, das um ihren Heimatlandkreis einen Bogen macht. „Die Gesundheitsministerin hängt das Havelland beim Impfen ab. Uns interessiert sehr, wie sie das den Bürgerinnen und Bürgern im Havelland erklären will.“

Optik-Trainer im MDR-Interview

Indessen treibt Ingo Kahlisch eigentlich nur die Frage um, wann der Fußball wieder rollen kann in der semiprofessionellen Regionalliga Nordost. Im Interview des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hat der Trainer des FSV Optik Rathenow am 25. Februar seine Sicht der Dinge ausführlich dargelegt. 

Absteiger nach der Corona-Saison 2020/2021?

Kahlisch sträubt sich dagegen, dass es nach der Saison Absteiger geben könnte. Bei Fortsetzung der Saison 2020/2021 soll lediglich die im Herbst unterbrochene Hinrunde beendet werden. Der FSV Optik, er belegt Platz 18 von 20, hat noch sechs Spiele vor sich. Da einige Vereine, für die es weder um Auf- oder Abstieg mehr geht, die Serie bereits emotional abgehakt haben könnten, befürchtet Kahlisch offenbar Wettbewerbsverzerrungen.
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