Am 16. Dezember 2020 begann ein Lockdown im Land Brandenburg: Bis zu diesem Tag war es im Landkreis Havelland zu fast 1.700 nachgewiesenen Corona-Infektionen seit Pandemiebeginn gekommen. Seit März 2020 waren 24 Havelländer an oder mit Corona gestorben. Noch war es die ursprüngliche, wohl aus China stammende Virusvariante, gegen die sich auch das Havelland zur Wehr setzte. Es war von der zweiten Welle die Rede.

Im Februar 2021 kam die britsche Mutante

Bis zum 22. Dezember 2020 war die havelländische Sieben-Tage-Inzidenz auf 205,5 gestiegen, und sie stieg weiter. Ende des Jahres kam es zu ersten Impfungen. Auf ihrem Höhepunkt lag die hiesige Inzidenz bei 295,7. Diese wurde zum 11. Januar 2021 vermeldet. Die zweite Welle ebbte in der Folge allmählich ab. Doch erreichte Anfang Februar die als britisch bezeichnete Virusmutation B.1.1.7 die Region zwischen Falkensee und Rathenow. Diese Variante war erstmals im September 2020 in Großbritannien nachgewiesen worden und war weit ansteckender als die erste.

Lockdown in Brandenburg dauerte bis zum 16. Juni

Wegen der dritten Welle blieb Brandenburg im Lockdown. Dieser wurde erst zum 16. Juni für beendet erklärt. An dem Tag lag die havelländische Inzidenz bei 5,5. Zum 31. Mai war das griechische Alphabet für Virus-Varianten zum Einsatz gekommen. Aus der britischen Mutation B.1.1.7 war Alpha geworden.
Wie im Jahr zuvor kam es während des Sommers in gewisser Weise zur Normalisierung des weiter von Corona geprägten Alltags. Die Inzidenz-Werte im Havelland stiegen und fielen - mal mehr, mal weniger. Am 19. Juli lag der Wert bei 19,6, am 12. August bei 13,5. Ab dem 21. des Monats war für vier Tage die 50-Marke überschritten. Dann sank die Inzidenz wieder. Erst Mitte Oktober setzte die Entwicklung ein, die bis dato anhält. Seit dem Sommer dominiert die Delta-Variante (B.1.617.2), die erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen worden war und noch ansteckender ist als Alpha.

Bislang höchster Wert am 21. November 2021, auch Landrat Lewandowski war infiziert

Zum 18. Oktober 2021 war die 50 erneut überschritten, am 28. Oktober wieder die 100-Marke. Zum 11. November stieg die Inzidenz über 200. Zum 18. November ging es rauf auf 329,7. Die 400 wurde am 21. November erstmals überschritten. Einen Tag später vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) die in der havelländischen Corona-Chronik bislang höchste Inzidenz von 457,8. Auch Landrat Roger Lewandowski (CDU) erkrankte zu der Zeit, ist inzwischen genesen und wieder im Dienst.

Seit März 2020 starben 217 Havelländer an oder mit Corona

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen seit März 2020 lag am Mittwoch, 22. Dezember 2021, bei 11.948. Die Zahl der Havelländer, die an oder mit Corona starben, wurde seitens des RKI mit 217 angegeben. Die Inzidenz belief sich derweil auf 327,9. Mehr aktuelle Informationen gibt es hier. Zwar scheint die vierte Welle auch hier abzuebben, doch jetzt naht Omikron (B.1.1.529). Diese Variante wurde im November 2021 erstmals im südafrikanischen Nachbarland Botswana nachgewiesen und soll erheblich ansteckender sein als Delta.
„Omikron zeichnet sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus. Dies bedeutet, dass die neue Variante mehrere ungünstige Eigenschaften vereint. Sie infiziert in kürzester Zeit deutlich mehr Menschen und bezieht auch Genesene und Geimpfte stärker in das Infektionsgeschehen ein. Dies kann zu einer explosionsartigen Verbreitung führen“, wie es in einer am 19. Dezember 2021 veröffentlichten Stellungnahme des Expertenrats der Bundesregierung heißt.
Informationen zu Corona und den Folgen in Deutschland, Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.