Der in Rathenow ansässige Kreisschülerrat Havelland ist gesetzlich legitimierte Vertretung aller Schülerinnen und Schüler im Landkreis. Aktuell übt er Kritik an der Umsetzung des Distanzunterrichts per digitaler Sitzung.

Unregelmäßige Videokonferenzen

Analog zum vormaligen Präsenzunterricht würden einige Schulen Videokonferenzen nach dauerhaft gültigem Stundenplan abhalten, lobt Sprecher Ben Berger. Derweil würden an vielen anderen Schulen Videokonferenzen unregelmäßig und teilweise nur zur Besprechung von Aufgaben abgehalten werden, die zuvor zur eigenständigen Bearbeitung erteilt wurden.

Berger fordert echten Unterricht

Berger meint, dass durch Distanzunterricht ohnehin nicht der Lernstoff vermittelt werden kann wie durch Präsenzunterricht. „Um so wichtiger ist es in einer Zeit, in der Distanzunterricht die einzige Möglichkeit einer dauerhaften Wahrung des Rechts auf Bildung darstellt, dass diese Zeit auch wirklich Unterricht beinhaltet. Denn hauptsächlich eigenständiges Lernen erzielt, insbesondere bei den jüngeren Jahrgangsstufen, nicht den nötigen Erfolg.“

Nicht überall Endgeräte zum Ausleihen

Ferner spricht der Kreisschülerrat von großen Mängeln bei den technischen Voraussetzungen für problemlosen Distanzunterricht. Einige Schulen würden keine digitalen Endgeräte zum Ausleihen für bedürftige Schüler anbieten. Dies sei allerdings unabdingbar, um allen die Teilhabe am Unterricht garantieren zu können.

Kreisschülerrat will sich an Staatliches Schulamt wenden

Der Kreisschülerrat fordert  regelmäßige Videokonferenzen nach Stundenplan, wie zu Zeiten des Präsenzunterrichts sowie ausreichende Bereitstellung von Leihgeräten durch die Schulträger. Zudem werden einheitliche schulinterne Regelungen zur Umsetzung des Distanzunterrichtes gefordert. Ben Berger kündigt an, dass sich der Kreisschülerrat Havelland diesbezüglich mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt Neuruppin über die konkreten Problemlagen austauschen will.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.