Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) hatte sich 2018 in einem Wettbewerb der Medienanstalt Berlin-Brandenburg gegen zehn weitere Kommunen als digitale Modellgemeinde durchgesetzt. Ausprobiert werden sollte, wie digitale Dienste den Alltag der Menschen vor Ort erleichtern und gleichzeitig die Gemeinde attraktiver machen. Entstanden ist die Smart Village App. Aktuell werden ein Ratsinformationssystem und das Katastrophen-Warnsystem „MoWas“ in die App integriert.

Einführung im Landkreis Havelland geplant

Das, was seit 2019 in Bad Belzig entwickelt und erprobt wurde, wird vom  Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg (MIK) empfohlen. Jetzt soll die App auch im Landkreis Havelland eingeführt werden. „Das Projekt verfolgt die kreisweite Einführung einer gemeinsamen Applikation, mit dem Ziel Verwaltungsangebote, Nachbarschaftshilfen, Mobilitätsangebote, lokale und regionale Informationen, der Landkreisverwaltung sowie aller kreisangehörigen Kommunen vereint für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Touristeninnen und Touristen digital anzubieten“, so heißt es erläuternd in einem Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung, der am 16. November 2021 in den Kreistagsausschuss für Finanzen, Beteiligungen, Vergaben und Rechnungsprüfung eingebracht wird. 

Förderung durch das Ministerium des Innern und für Kommunales

Demnach wird das von  Bad Belzig entwickelte „Grundgerüst“ der Smart Village App dem Landkreis Havelland für die Nachnutzung zur Verfügung gestellt. Das Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg (MIK) fördert das Projekt mit 20.000 Euro aus dem Programm „Modelltyp Online-Interaktion“. Wie es in der Vorlage für den Ausschuss weiter heißt, bietet der Landkreis den kreisangehörigen Gemeinden die kostenlose Einbindung und Nutzung der Applikation als einen Beitrag zur gesetzlich geforderten Digitalisierung an.

Kreisstadt Rathenow hat noch kein Interesse signalisiert

Indessen wollen aber noch nicht alle Gemeinden am Projekt beteiligt werden. Interesse an einer Zusammenarbeit bei der „Smart Village App“ haben die Ämter Nennhausen und Rhinow, die Gemeinden Brieselang, Dallgow-Döberitz, Milower Land, Schönwalde Glien sowie die Städte Falkensee, Ketzin/Havel, Nauen und Premnitz signalisiert, wie die Kreisverwaltung im Beschlussvorschlag aufzählt.  
Letztlich geht es auf politischer Ebene am 16. November darum, dass Landrat Roger Lewandowski (CDU) ermächtigt wird, mit den Gemeinden öffentlich-rechtliche Verträge über Einführung und Nutzung der gemeinsamen App auf Grundlage eines Mustervertrags abzuschließen.